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Einleitung

 

Möglicherweise haben sich viele Gitarristen manchmal gefragt, ob sie denn eigentlich noch das richtige Instrument spielen. Synthesizer und Computer haben die Musikproduktionsstätten in aller Welt erobert, und so mancher Hit entstand ohne den Einsatz auch nur eines aktiven zusätzlichen Musikers an Keyboards und Klangmaschinen.

 

Während der Rock'n'Roll oder die Entwicklung des Beat nicht ohne die klassische Gitarrenbesetzung denkbar ist, ist es heute möglich, Gitarre (aber auch Bass und Drums) per Tasten zu spielen. Die moderne Elektronik macht es möglich, jeden beliebigen Klang zu digitalisieren, ihn also als Dateninformation abzuspeichern und bei Bedarf wieder aufzurufen. Hochwertige Systeme wie Fairlight oder Synclavier schaffen dies mit verblüffender Echtheit, allerdings zum Preis eines Einfamilienhauses. Wenn man heute etwa auf einer Techno-CD eine fetzende E-Gitarre vernimmt, so stammt diese fast immer aus dem Soundarchiv eines Computers oder Samplers.

 

Hat der Gitarrist mit seiner altmodischen Gitarre überhaupt noch eine Aufgabe bei solchen Möglichkeiten? Wenn man sich an dem orientiert, was die Plattengesellschaften möchten, sicher nicht. Andererseits haben aber gerade “Gitarren-Opas” wie Eric Clapton, Mark Knopfler, Carlos Santana oder Gary Moore mit ihren Konzerten und CDs immer wieder riesigen Erfolg.

 

Es ist also nach wie vor richtig, die Gitarre als wichtiges Rock- und Pop-Instrument zu betrachten. Auch die nachwachsende Musikergeneration sieht das so. Gitarren-orientierte Bands bestimmen mehr und mehr die Richtung. Ein gutes Beispiel dafür war Anfang der 90er Jahre die Grunge-Bewegung aus Seatle. Aber die Gitarre ist ein Instrument, mit dem man sich auseinandersetzen muss, mit dem man kämpfen muss. Es ist einfach, aus einem Keyboard ein Klanggebirge herauszuholen; bis es auf der Gitarre brauchbar klingt, benötigt der Spieler sehr viel Ausdauer (wobei natürlich ein Keyboarder für ein gutes Spiel ebensoviel Energie aufwenden muss).

 

Aber wie viel lebendiger ist doch ein rauer Garagenklang gegenüber heutigen Mainstream-Produktionen. Den Blues oder Rock selbst ertasten, erfühlen, erleiden auf den Saiten, das ist eben der Unterschied. So mag das Gitarrespielen in den Hitparaden ein wenig außer Mode sein, tatsächlich kommen die wirklichen Innovationen in der Popmusik immer wieder von den Gitarristen. Eigentlich ist daher jede Band ohne Gitarrensounds ein Klangkörper ohne Seele.

 

Nun geht es hier zunächst um die akustische Gitarre. Der Rockmusiker darf dieses Thema nicht einfach beiseite schieben, schließlich stammt doch sein geliebtes elektrisches Jammerholz von ihr ab. Kaum ein aktiver Rockgitarrero, der nicht auch eine Klampfe in der Ecke stehen hat und in stillen Stunden darauf spielt. Gerade wenn es darum geht, Songs auszutüfteln, greift man am liebsten zur akustischen Gitarre. Und auch auf den Bühnen sind akustische Gitarren nicht wegzudenken. Gerade, wenn im Set der ruhige Part angesagt ist, folgt automatisch der Griff zur Western. Auf dieser Seite gibt es einen Überblick über die Formen und Möglichkeiten.

 


 

Verwandte   top

Zwei Verwandte der akustischen Gitarre möchte ich hier erwähnen, da sie vom akustischen Prinzip und der Spielweise her sehr ähnlich sind: die Mandoline und das Banjo.

Mandoline Banjo

 

Die Mandoline ist italienischer Herkunft und gehört zur Familie der Lauteninstrumente. Sie hat einen tiefen, halb birnenförmigen Schallkörper und einen relativ kurzen Hals mit Bünden und einer leicht nach hinten geknickten Wirbelplatte, über die vier Doppelstahlsaiten laufen, die wie eine Violine gestimmt sind. Die Seiten werden durch schnellen Wechselschlag mit einem Plektrum angeschlagen, wodurch der typische Tremoloklang entsteht. Die Decke ist unterhalb des Steges etwas abgeschrägt, was zur Erhöhung der Saitenspannung beiträgt und einen brillanteren Klang ermöglicht. Die Mandoline wird oft und gerne in Folkgruppen und in der amerikanischen Bluegrass-Tradition eingesetzt.

 

Das Banjo ist ein Zupfinstrument mit Korpus, der aus einem tamburinähnlichen, unten meist offenen Holz- oder Metallrahmen besteht, über den ein Fell gespannt ist. Der Hals ist lang und schmal mit Bünden. Es sind Drahtsaiten oder drahtumwickelte Darmsaiten aufgespannt, die mit den Fingern oder einem Plektrum angeschlagen werden. Die Saiten verlaufen vom Saitenhalter über den Steg, der allein durch den Druck der Saiten auf den Korpus festgehalten wird. Das Banjo hat in der Regel fünf Saiten: vier lange Saiten und eine fünfte, kürzere Melodiesaite, die mit dem Daumen gespielt wird und zu einem Stimmwirbel auf der Hälfte des Halses läuft. Es gibt aber auch so genannte Gitarrenbanjos, die sechs Saiten haben und genau wie eine Gitarre gestimmt und zu spielen sind. Das fünfsaitige Fingerstyle-Banjo wird mit den Fingern gezupft und ist in der Folk-Musik, im Hillbilly und im Bluegrass verbreitet.

 


 

Die Konzertgitarre   top 

 

Sie ist sozusagen die Standardgitarre, der Maßstab, alle anderen Arten sind ihr nachgebildet. Die Qualität einer Konzertgitarre hängt ab von der Fertigkeit des Gitarrenbauers und den ausgewählten Hölzern. Eine Gitarre für den Gitarrenschüler wird natürlich nicht so hochwertig sein wie die für einen Konzertgitarristen. An billigen Gitarren bauen mehrere Leute, an Meistergitarren baut ein Gitarrenbaumeister. Die Preise sind entsprechend. Von hundert DM bis zu mehreren tausend ist alles möglich.

 

Das Holz fur eine gute Gitarre ist deswegen so teuer, weil es lange lagern muss, um vollkommen durchgetrocknet zu sein, damit es sich später nicht verzieht. In Japan vollzieht man diesen Trocknungsprozess auch künstlich. Vertreter der reinen Gitarrenbaulehre lehnen dies ab. In der Tat bringt der natürliche Alterungsprozess eines Holzes offenbar auch ein Mehr an Klang.

Folgende Hölzer werden beim Bau der Gitarre verwendet:

  • für die Decke: weiches helles Holz wie Fichte

  • für den Boden, die Zargen, den Hals mit Kopfplatte und das Griffbrett: hartes, oft dunkles Holz wie Ahorn, Macoré, Palisander, Mahagoni, Ebenholz

Aus dem Lexikon:

"Zupfinstrument aus Holz mit 8-förmigem Schallkörper, Zargen, flachem Boden und flacher Decke. In die Decke ist ein großes Schallloch eingelassen. Die sechs Saiten (E-A-D-g-h-e) laufen vom Steg über Korpus und Hals zum leicht abgeknickten Kopf."

 

Im Bau einer klassischen Gitarre steckt eine Menge handwerklicher Arbeit, ganz abgesehen vom Können des Instrumentenbauers im Hinblick auf die Auswahl der Hölzer, die letztendlich den Klang bestimmen. Im Gegensatz zur Elektrogitarre kann die Herstellung der Klassikgitarre nur bei billigen Modellen maschinell erfolgen, und das auch nur im Hinblick auf die grobe Säge- und Schleifarbeit. Der Zusammenbau und das Verleimen lässt sich ausschließlich von Hand bewerkstelligen. Viele Firmen lassen daher ihre Instrumente in Billiglohnländern wie Korea herstellen.

 

Der Beruf des Gitarrenbauers ist selten geworden, aber es gibt ihn noch. Einzelne Gitarrenbaumeister haben sich auf die Herstellung von Einzelmodellen auf Bestellung spezialisiert. Solche Gitarren haben natürlich einen ganz anderen Qualitatsstandard als Fabrikinstrumente.

 

So ist zum Beispiel die Oberflächenbehandlung ein Qualitätsmerkmal des Instruments. Während Klassikgitarren aus der Massenfertigung durchweg mit widerstandsfähigem, hoch glänzendem Klarlack im Spritzverfahren überzogen sind, werden Meisterinstrumente anders geschützt. Hier kommt Schellack zur Anwendung.

 

Schellack wird gewonnen aus einer Harzmasse (Stocklack), die die in Südostasien vorkommende Lackschildläuse auf Bäumen hinterlassen, wenn sie die Triebe ausgesaugt haben.

 

Der Schellack wird in Alkohol gelöst und ist sehr dünnflüssig. Er wird mit dem Handballen in die Holzoberfläche einpoliert. Dadurch werden die Holzporen geschlossen, während die Lackschicht auf der Fläche nur sehr dünn bleibt. Die akustischen Eigenschaften des Instruments bleiben erhalten, während bei modernen synthetischen Lacken durch die völlige Abkapselung des Holzes der Ton durchaus beeinflusst werden kann. Aber auch optisch wirkt die Schellackbehandlung edel und betont die Wärme des Holzes. Rund 20 Mal wird die Schellackschicht mit dem Ballen aufgetragen, ein sehr arbeitsintensives Verfahren.

 

Allerdings bietet die mit Schellack behandelte Oberfläche kaum Schutz. Unter Wäremeinfluss wird Schellack schnell weich und es können Abdrücke sichtbar werden. Kratzer und Fingernagelspuren sieht man sehr deutlich. Erst im Alterungsprozess über Jahre wird die Politur härter und widerstandsfähiger. Dabei schrumpft der Lackkörper und die Holzporen treten wieder hervor. Die akustischen Merkmale des Instruments werden durch den Alterungsprozess jedoch noch verbessert. Musiker, die ihre Klassikgitarre stark beanspruchen, lassen alle 2-3 Jahre die Schellackpolitur aufarbeiten.

 

Aber natürlich kann oder will sich nicht jeder ein Meisterinstrument leisten. Es gibt aber durchaus Klassikgitarren auch aus japanischen Instrumentenfabriken, mit denen man sich sehen und hören lassen kann.

 

Konzertgitarren werden in der Regel mit Spezialsaiten bezogen, die weicher und resonanzärmer klingen. Ein solcher Satz Saiten besteht bei den drei hohen Saiten (Diskantsaiten) aus Nylon, während die tiefen Saiten (Basssaiten) aus Kunstseide gefertigt werden, die mit Kupferdraht umsponnen ist.

Eine Konzertgitarre hat ein breites Griffbrett.

 

Der Konzertgitarrist spielt grundsätzlich sitzend in einer besonderen Haltung. Selbstverständlich hat er das Spiel von Grund auf gelernt und ist notenfest.

 


 

Gitarrenbau   top

 

In Fachmagazinen im In- und Ausland, die sich mit der Konzertgitarre beschäftigen, stößt man immer öfter auf den Namen Roland Scharbatke. "Möglicherweise ist Roland Scharbatke der beste Gitarrenbauer der Neuzeit", heißt es da, oder: "We consider Roland Scharbatke to be one of the very greatest artists in luthiers building today."

Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass dieser Gitarrenbaumeister seine Werkstatt ganz in meiner Nähe hat, im westfälischen Iserlohn. Was also lag näher als ein persönlicher Besuch?

Roland Scharbatke selbst ist ein Mann mittleren Alters, aufgeschlossen und dynamisch, der mit letzter Konsequenz einzig eine Idee verfolgt: den Bau einer perfekten Gitarre, seiner Gitarre. Er hat zwei Meistertitel erworben, als Tischler und als Zupfinstrumentenbauer. Die große Bandbreite seiner Kenntnisse in der Bearbeitung edler Hölzer fließt deutlich sichtbar in seine Instrumente ein.

Scharbatkes Werkstatt allerdings ist genau so, wie man sich den Arbeitsplatz eines solchen Einzelgängers vorstellt. Im Obergeschoss eines alten Stadtturms gelegen, mit Gebälk und alten Dielen, Sprossenfenstern und geputzten Wänden, atmet man schon beim Betreten des Raumes die Luft alten Handwerks ein. An den Wänden aufgereit stehen Werkbänke und Holzregale, in denen wertvollste Hölzer lagern. Überall erkennt man Fragmente von Gitarren: geleimte Zargen, zum Trocknen aufgehängte Decken und Böden, frisch geschnittene Hälse samt Kopfplatte.

Was man nicht sieht (und was einen wundert) sind fertige Gitarren. Das liegt einerseits an der Arbeitsweise des Meisters, andererseits an der Qualität seiner Produkte. Er arbeitet allein und macht außer den Mechaniken und Saiten alles selbst. Etwa die Rosetten, die die Schalllöcher einfassen. Das Holzmosaik ist so fein, dass man seine genaue Struktur erst mit einer Lupe erkennt. Es besteht aus kleinsten Feldern mit einer Kantenlänge von 1/3 Millimeter. 900 davon passen auf einen Quadratzentimeter. Zwei Wochen dauert es, 21 Rosetten zu fertigen.

So nimmt er sich für alle Arbeitsschritte unendlich viel Zeit. Viel Sorgfalt wird in die Auswahl der Hölzer gelegt. Scharbatke wählt Material, das aus der Spaltrichtung des Stammes hervorgeht und legt dabei selbst Hand an. Man kennt das vom Holzspalten: Die Axt wird eingeschlagen, das Holzstück nimmt die Energie auf und spaltet sich fast automatisch in eine bestimmte Richtung. Für den Gitarrenbau bedeutet das, dass auf diese Weise das natürliche Schwingungsverhalten des Holzes erhalten bleibt. Das Ergebnis der Holzwahl dokumentiert sich auch in der Maserung, deren traditionelle parallele Richtung von fein schimmernden Rastern überlagert wird. Ein absolutes Qualitätsmerkmal.

Ebenso sorgfältig wird die Verleimung vollzogen, die ausschließlich mit Hautleim, auch Knochenleim genannt, vollzogen wird. Gegenüber modernen Leimen wie Ponal hat dieser altertümliche Leim den Vorteil, dass er völlig aushärtet. Ponal bleibt immer ein wenig elastisch. Die Aushärtung garantiert aber die ungehinderte Übertragung der Schwingungen auf alle verleimten Teile. Ein elastischer Leim würde dämpfend wirken.

Gerade hatte Roland Scharbatke irgendwo auf dem Trödel eine Billardkugel aus Elfenbein erstanden, die er mir zeigte. Elfenbein ist wegen des Artenschutzes anderweitig kaum zu bekommen. Die Kugel hat exakt einen Durchmesser von 6 Zentimetern. Scharbatke wird daraus 5-6 Saitensättel schneiden, denn Elfenbein ist das ideale Material dafür.

Ein anderes bemerkenswertes Detail der Scharbatke-Arbeit steckt in den Wirbelmechaniken. Sie werden in England in Handarbeit von David Rogers gebaut, der statt des üblichen Trapezgewindes ein Schneckengewinde verwendet und dadurch eine außerordentliche Präzision und Stimmstabilität erreicht. Die ganze Mechanik ist so aufgebaut, dass Scharbatke sie in die Seiten der Kopfplatte bündig einlassen kann. Hier erkennt man den Tischler, der Möbelbeschläge auch in die Fläche einlässt und nicht etwa aufschraubt. Gleiches gilt auch für die Auswahl besonderer Hölzer, deren Struktur oft von der gewohnten "Gitarren-Maserung" abweicht.

Daraus wiederum ergibt sich eine sehr klare und unaufdringliche Optik, die Scharbatke durch sein Markenzeichen, die Form der Kopfplatte, unterstützt. Sie ist nicht in der gewohnten Weise geschwungen, sondern gerade, fast rechtwinklig. Folgerichtig heißt sein Gitarrenmodel (das einzige, das er baut) auch - entsprechend dem bekannten prägnant-schlichten Baustil der Architektur - "Bauhaus" . Trotzdem wird es natürlich immer wieder eine andere Bauhaus, denn die verarbeiteten lebendigen Materialien erlauben keine Normierung mit immer wiederkehrendem Standard.

Was wiederkehrt, ist die Qualität. Jede Scharbatke-Gitarre ist ein Unikat mit einem überragenden Klang. Das Instrument klingt so, dass man als Zuhörer in einem Konzert kaum mehr darauf achtet, was der Solist spielt. Vielmehr lauscht man den voluminösen, den Konzertsaal füllenden Tönen, die dennoch fast schwerelos daher kommen und so klingen, als könne der Spieler sie mit Leichtigkeit und fast ohne eigenes Zutun erzeugen. Und so kaufen nicht nur Könner diese Gitarren, sondern auch Kenner - als Wertanlage.

Jeder Laie kann sich vorstellen, dass man hier von "Gitarrenproduktion" kaum reden kann. Roland Scharbatke fertigt im Monat etwa ein Instrument, im Jahr also zwölf. Und sie können nie ausgestellt werden, weil sie alle vorbestellt sind. Von der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung muss man rund drei Jahre warten. Scharbatkes Klassikgitarren gehen in alle Welt, hauptsächlich aber nach Japan und in die USA, wo sie für bis zu 20.000 Dollar gehandelt werden. Immer mehr der großen Gitarrenvirtuosen spielen auf den Konzertbühnen Scharbatke-Instrumente, aber auch bei Schallplatten-Produktionen, wie Scharbatke mit einer eindrucksvollen CD-Sammlung dokumentieren kann.


 

Die Wandergitarre oder Klampfe   top

 

Sie ist der Konzertgitarre sehr ähnlich, aber etwas kleiner und natürlich billiger. Man kann an ihr ein Tragband befestigen und sie dann im Stehen spielen. Wandergitarren werden manchmal mit Stahlsaiten bespannt, damit sie lauter klingen.

 

Auf einer Klampfe spielt man weniger Melodie als Rhythmus, etwa, um eine Singgruppe zu begleiten. Das kann man sich gut selbst beibringen. Auch das Griffbrett der Wandergitarre ist breit.

 


 

Die Flamenco-Gitarre   top

 

Sie hat ihren Namen nach einem beliebten spanischen Tanz und wird zu seiner Begleitung eingesetzt.Die Flamenco-Gitarre ist der Konzertgitarre sehr ähnlich. Unterschiede sind:
  • Deutlich niedrigere Saitenlage am Griffbrett, Nebengeräusche werden zugunsten besserer Bespielbarkeit in Kauf genommen.
  • Die Decke besteht aus Fichten- oder Zedernholz.
  • Bei der Wahl des Holzes der Flamencogitarre spielt die Nutzung der Gitarre eine große Rolle. Für die Tanzbegleitung wird ein perkussives Instrument benötigt, dass sich deutlich von den anderen Instrumenten und vom Tanz abhebt. Der Boden und der Korpus sind dann meist aus Zypressenholz. Für solistische Stücke benutzt man häufig aber auch Palisander, diese Gitarren nähern sich dann klanglich der Konzertgitarre - wegen der niedrigen Seitenlage klingen sie aber trotzdem etwas „schmutzig“, weil die Seiten beim Spiel auf das Griffbrett schlagen und einen metallischen Klang erzeugen.
  • Insgesamt dünnere Wandstärken von Decke, Boden und Zargen.
  • Früher wurden sehr häufig Holzwirbel verwendet. Der Grund ist der Klang des Gitarrenkopfes, der für wichtige Höhen im Klang der Gitarre sorgt. In der heutigen Zeit wird diese Technik nur noch wenig benutzt, da das Stimmen erschwert wird.
  • Etwas geringere Höhe der Zargen
  • Eine Ausstattung mit Golpeador ist obligatorisch. Der Golpeador besteht aus einer durchsichtigen oder weißen, harten Kunststofffolie, die auf die Decke ober- und unterhalb des Schalllochs aufgeklebt wird, um Beschädigung durch die flamenco-typische Schlagtechnik Golpe zu vermeiden.

Insgesamt wird durch die Bauweise ein Klang erzielt, der perkussiver und schärfer ist als bei einer Konzertgitarre. Ansprache und Lautstärke sind deutlich besser, dafür entsteht ein umso kürzeres Sustain – im Flamenco ein Vorteil. Typisch für die Spielpraxis der Flamenco-Gitarre ist die Verwendung eines Kapodasters. Er wird verwendet, um sich an die Stimmlage von Sängern anzupassen, sowie um bestimmte Klangfarben zu erzielen

 


 

Die Westerngitarre   top

 

Diese Gitarre unterscheidet sich von den vorgenannten durch einen besonders großen Körper und ein schmales Griffbrett, das mehr Bünde aufweist und daher dem einer Elektrogitarre ähnelt. Der Körper wird wegen seiner enormen Größe im Englischen bezeichnenderweise "Dreadnaught" genannt, was soviel wie "Flussdampfer". bedeutet. Eine Westerngitarre ist sehr laut. Ihr begegnet man nicht selten auch auf Rockbühnen, wobei sie entweder über Mikrofon oder eingebauten Tonabnehmer verstärkt wird. Westerngitarren sind mit speziellen Westernsaiten (Metall) bespannt. Es gibt Westerngitarren auch in 12-saitiger Ausführung. Das klingt interessant, ist aber von der Stimmung her etwas aufwändiger.

 

Gibson Hummingbird Western

 

Ovation-Western haben als Besonderheit einen Korpus, der hinten rund ist und aus speziellem Kunststoff besteht. Außerdem ist unter dem Steg ein Tonabnehmer eingebaut, der mit einer leistungsfähigen Klangregelung verbunden ist. Der natürliche Klang von Ovations ist relativ leise. Aber sie werden aufgrund ihres ausgeglichenen Klangbildes und der sehr guten Tonabnahme gern auf der Bühne und bei Studioaufnahmen eingesetzt.

 

Inzwischen gibt es recht preiswerte Ovations, die natürlich in Fernost gebaut werden. Darunter auch die Marke Applause by Ovation. Andererseits gibt es auch hier - wie bei allen bekannten Gitarrenmarken - Nachbauten. Wer ein preiswertes Alternativ-Modell mit guten Klang- und Spieleigenschaften sucht, sollte sich mal bei Stagg umsehen.

 

Eine ganz besondere Form in dieser Gruppe von Gitarren stellt die so genannte Resonatorgitarre dar. Im Jahre 1928 baute John Dopyera erstmals ein solches Modell für seine Firma Dobro. Sie hatte einen Korpus aus Aluminium. Die Schallöffnungen sind so konstruiert, dass sie wie Lautsprecher wirken - und so sehen sie auch aus. Ziel dieser Konstruktion war es, den Gitarristen das nötige Durchsetzungsvermögen zu geben. Während der Dreißigerjahre wurde in Amerika überall Jazz gespielt. Die Bläser waren in dieser Musikrichtung stark vertreten und recht laut. Elektrische Gitarren gab es noch nicht. Also mußte eine Gitarre her, die da mithalten konnte.

 

Die Resonatorgitarre wurde geboren. Dabei klingt weniger der Korpus als der Resonator, auch Cone genannt. Das ist das in der Mitte auf die Decke geschraubte runde Teil. Der Korpus muss dabei schwingungsfrei sein und besteht aus Metall oder sehr dickem Holz. Die Dobro machte den Anfang und gilt als "das Original". Heute gehört die Marke zu Gibson. Allerdings gibt es inzwischen einige andere Firmen wie der deutsche Hersteller Continental, die Resonatorgitarren herstellen. Eingesetzt werden sie vor allem im Blues und in der Country Music.

 


 

Die 12-saitige Gitarre   top

 

Eine interessante Variante der Western-Gitarre ist die 12-saitige Gitarre. Diese Gitarrenform zeichnet sich eben dadurch aus, dass auf ihr 12 Saiten aufgespannt werden und dadurch der Klang ungleich voluminöser wird. Entsprechend sind an der Kopfplatte auch 12 Wirbelmechaniken angebracht.

 

Zunächst einmal weist diese Gitarre den gleichen Saitensatz auf wie eine normale Western. Zusätzlich aber werden sechs parallel laufende Zusatzsaiten eingesetzt. Die Bass-Saiten (und oft auch die G-Saite) werden durch dünnere und eine Oktave höher gestimmte Saiten ergänzt. Die H- und E-Saite wird jeweils verdoppelt durch gleichgestimmte Saiten.

 

Ein typischer Satz für eine 12 String sieht dann so aus:

 

Hauptsaiten Parallelsaiten Stimmung

010p

014p

023w

030w

038w

047w

010p

014p

010p

014p

018w

027w

E

H

G

D

A

E

p = plain = glatt; w = wound = umsponnen

 

Da man die doppelten Saiten niemals ganz genau gleich stimmen kann, entsteht durch die unterschiedlichen Schwingungen ein natürlicher Chorus-Effekt, der den Sound sehr fett und dicht macht.

 

Offene Stimmungen sind auf der 12-saitigen Gitarre auch möglich, etwa DADGAD, wobei die Parallelsaiten der Stimmung der Hauptsaiten folgen. Aber: Je nach Art der offenen Stimmung wird die Einsatzmöglichkeit der Gitarre begrenzt.

 

Martin - 12-saitige Western

 

Natürlich muss man seine Spielweise auch anpassen. Auf dem Griffbrett wird es eng und die doppelten Saiten verlangen einen erhöhten Fingerdruck. Flinke Läufe aus Einzeltönen gelingen nur mit viel Routine. Die 12-saitige Gitarre eignet sich daher in erster Linie für die Akkord-Begleitung. Bleibt man bei der normalen Stimmung, bleibt es auch bei den bekannten Griffmustern. So greifen denn auch Songwriter gern zur 12-Saitigen, um ihrem Sound eine ordentliche Portion Gitarrenvolumen zu geben. Es sei noch erwähnt, dass es auch 12-saitige E-Gitarren gibt.

 

Schöne Beispiele für den Einsatz dieser Gitarrenart finden wir bei Led Zeppelin (Stairway To Heaven) und den Byrds (Mr Tambourine Man).

 


 

Die Schlag- oder Jazzgitarre   top

 

Sie hat einen großen, auffallend breiten Körper mit zwei seitlich auf der Decke angeordneten Schalllöchern in f-Form und gleichfalls Stahlsaiten, die nicht direkt am Steg, sondern an einem Saitenhalter befestigt sind und dann erst über den Steg geführt werden. Da die Jazzgitarre meist mit elektrischen Tonabnehmern gespielt wird, ist sie als Vorläufer der E-Gitarre zu sehen, ein Zwitter also. Aber sie klingt auch ohne Tonabnehmer.

 


 

Neue Saiten   top

 

Nach dem Kauf einer Gitarre - gleich welcher Art - werden zuallererst neue Saiten aufgezogen. Komisch, das Instrument ist doch neu, oder? Wohl wahr, aber es hat möglicherweise schon länger im Laden gestanden, ist öfter mal getestet worden. Dieser oder jener Musiker hat zwecks Stimmung an den Wirbeln herumgedreht, kurz - die Saiten sind verbraucht und klingen stumpf. Also neue drauf!

 

Welche Stärke oder Machart man kauft ist Erfahrungssache. Klar ist jedoch, dass man für den jeweiligen Gitarrentyp auch den speziellen Satz anschafft. Also für die Konzertgitarre Nylonsaiten, für die Westerngitarre Westernsaiten und für die E-Gitarre die besonderen Stahlsaiten, die es in unterschiedlichen Sätzen gibt. Anfänger auf der E-Gitarre sollten zunächst nicht allzu dünne Saiten benutzen. Die lassen sich zwar vorzüglich ziehen, es können aber Stimmprobleme auftreten.

Materialien

Man unterscheidet in der Gitarrenbesaitung zwei Typen von Saiten: die umwickelten (wound) und die puren. Umwickelt sind bei den Gitarren die drei tiefen Saiten, bei den E-Bässen alle Saiten. Bei der Umwicklung wird noch unterschieden (im Wesentlichen bei Basssaiten) zwischen round wound (rund gewunden) und flat wound (flach gewunden). Bei den Round-Wound-Sätzen wird ein runder Draht um den Saitenkern gewickelt. Die so gewundene Saite fühlt sich rau an, wenn man darüber streift. Bei Flat-Wound-Sätzen wird ein flacher Draht um den Kern gewickelt, was aufwändiger und damit teurer ist. Eine solche Saite fühlt sich glatt und widerstandslos an. Man bezeichnet solche Saiten daher auch als "geschliffene" Saiten. Flat Wounds haben den Vorteil, dass man das Quietschen der Finger auf den Bünden bei Spiel über den Amp nicht so hört, sie klingen allerdings nicht so drahtig und brilliant wie Round Wounds. Slapper werden sich also kaum Flat Wounds auf ihren Bass spannen.

Während früher die Saiten der akustischen Zupfinstrumente aus Darm bestanden, sind die heute aus dem  Kunststoff Nylon. Man kennt Nylon als synthetische Textilfaser. Gerade für die Konzertgitarre werden hochwertige Nylonsaiten hergestellt. Die drei tiefen Saiten bestehen aus einem mehrfaserigen Nylonkern, der zusätzlich mit Draht umwickelt ist, der wiederum aus versilbertem Kupfer besteht (Silverplated Copper). Die Silberschicht ist extrem dünn und wird mittels Elektrolyse auf den Kupferdraht übertragen. Die drei hohen Saiten bestehen ausschließlich aus Nylon.

Auch bei den Saitensätzen der Westerngitarre sind die tiefen Saiten umwickelt. Dafür wird gerne Bronze verwendet, eine Legierung aus Kupfer und Zinn. Bronze-Saiten zeichnen sich aus durch einen vollen, ausgewogenen Klang mit kräftigen Bässen und durchsichtigen Höhen. Allerdings halten sie ihr Klangniveau nicht so lange wie Silverplated Cooper oder Nickel und müssen daher öfter gewechselt werden.

Für den Einsatz auf E-Gitarren und Bässen werden besonders Saiten aus Stainless Steel (rostfreier Stahl) gefertigt. Sie sind besonders haltbar und haben sehr gute magnetische Eigenschaften für die Tonabnahme per Tonabnehmer.

Schließlich gibt es noch Saiten aus Nickel, einer Weiterentwicklung der Stainless-Steel-Saiten. Grundlage bildet wiederum die magnetisch hervorragende Stahl-Legierung, während der Wickeldraht per Elektrolyse mit einer dünnen Schicht Nickel überzogen wird. Dies macht die Saiten länger haltbar, da sie gegen Oxidation geschützt sind. Zudem vermittelt der Nickelüberzug ein angenehmeres Spielgefühl und soll auch zu einer geringeren Abnutzung der Bünde beitragen.

Neue Entwicklungen beziehen in den Saitenüberzug keramische Werkstoffe ein, was die Sache jedoch ungleich teurer macht. Ob sich diese Saiten durchsetzen, ist noch abzuwarten.

Qual der Wahl

Jeder engagierte Gitarrist sich sollte sich nicht mit dem erst besten Saitensatz begnügen, sondern sich die Mühe des Vergleichs machen, um am Ende die für ihn optimalen Saiten heraus zu finden. Denn jeder Saitentyp vermittelt ein anderes Spielgefühl. Wer öfter zwischen Klassik- und Wetsrengitarre wechselt, weiß, was gemeint ist. Auch die unterschiedlichen Saitenspannungen auf diesen Gitarren tragen zum Spielgefühl bei. So darf man um Himmels Willen keine Westernsaiten auf eine Konzertgitarre spannen, man würde sie ruinieren. Die Saitenspannung auf der Western ist ungleich höher, daher hat sie im Hals auch einen Stahlstab.

Eien weitere Frage muss beantwortet werden, nämlich die nach der richtigen Saitenstärke. Wer die Angaben auf den Saitenverpackungen liest, verliert schnell den Überblick. Wie auch in anderen Bereichen der Musiktechnik werden die Maße immer in Inch/Zoll angegeben. Mit Millimetern könnten wir noch gewisse Vorstellungen verbinden, diese Maßangaben sind uns aber eher fremd.

Was heißt es also, wenn da steht: .010 - .045 (auch 10er-Satz genannt)? Bei diesem Saitensatz hat die hohe e-Saite die Stärke (Durchmesser) von 0.009 Zoll, die tiefe E-Saite die Stärke 0.0.45 Zoll. Man kann es auch umrechnen, indem man für ein Zoll 2,54 Zentimeter einsetzt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Stahlsaiten die Maßangaben präzise einhalten können, während bei Nylonsaiten Schwankungen auftreten. Daher sind die Angaben für Saitensätze aus Nylon auch allgemeiner: low, medium, high oder light, normal, hard kann es hier heißen. High und hard sind also sehr dicke Saiten.

Zusätzliche Begriffe wie tension (Spannung) und gauge (Maß) weisen auf die Spannungseigenschaften der Saiten hin und eben auf die Maße.

Anfänger tun gut daran, zunächst nicht zu dünne und nicht zu dicke Saiten zu nehmen. Dünne Saiten verstimmen sich schneller, dicke Saiten führen schnell zur Verkrampfung. Erfahrene Spieler mit Fingertechnik nehmen häufig dicke Saiten, um jegliches Saitenschnarren auszuschalten und einen womöglich volleren Ton zu erreichen. E-Gitarristen neigen beim Solospiel zu dünnen Saiten, da diese sich besser dehnen lassen. Spielt man aber mit Bottleneck, so sind dicke Saiten angesagt, die zudem recht hoch über dem Griffbrett liegen.

Fazit: Saiten sind ein wichtiges Thema für Gitarristen. Früher oder später wird man seine Vorlieben herausgefunden haben. Saiten sollten auch regelmäßig im ganzen Satz gewechselt werden, denn sie verlieren mit der Zeit alle zusammen ihren Klang. Eine einzelne Saite zu wechseln macht nur Sinn, wenn beim Gig eine reißt.

Saiten aufziehen

 

Beim Aufziehen der Klangfäden gibt es ein paar Tricks, die zu beachten sind. Beginnen wir mit der Bestückung der Konzertgitarre. Die entsprechenden Saiten haben zwei offene Enden. Eins davon ist farbig markiert und gehört an die Wirbel.

 

Das andere Ende wird am kombinierten Saitenhalter/Steg wie im Bild dargestellt verknotet. Der Knoten ist so angelegt, dass er sich selbst sichert. Der Endknoten ist eigentlich nur bei den drei reinen Nylonsaften als zusätzliche Sicherung nötig, um ein Durchrutschen zu verhindern. Die umsponnenen tiefen Saiten bremsen sich auch ohne Knoten.

 

Das Wirbelende der Saiten wird so durch das Loch geführt, dass auch hier bei Umdrehung die gespannte Saite über dem Ende liegt und es fest hält. Die Wirbel werden sinnvollerweise immer links herum gedreht, damit sich die Saite von oben einfädelt. Das Saitenende soll auch nie kurz abgeschnitten, sondern möglichst vollständig aufgedreht werden. Ebenso ist darauf zu achten, die richtige Saite zum richtigen Wirbel zu führen, sonst kurbelt man am falschen String herum, bis er reißt.

 

Bei Western- und E-Gitarre ist das Aufspannen etwas leichter, weil die Saiten an einem Ende ein kleines Bällchen haben, das man direkt in die Saitenhalterung einlegen kann. Verknoten entfällt also. Beim anderen Ende verfahren wir ähnlich wie bei der Konzertgitarre. Die Saiten werden - wie in der Zeichnung "Wirbel" dargestellt - eingelegt und ziehen sich selber mit jeder Umdrehung fest. Sie sollten vom Inneren der Kopfplatte an die Wirbel laufen. Wenn man die Mechaniken links herum dreht, geschieht dies automatisch.

 


 

Stimmen   top

 

Das Stimmen der mit neuen Saiten bestückten Gitarre wird natürlich zur Pflicht und ist gerade für Anfänger nicht unbedingt die leichteste Übung. Nun gibt es heute für wenig Geld schon sehr gute Stimmgeräte. Allerdings sollte der Neuling zunächst den anderen Weg gehen und sich auf seine Ohren verlassen. Es ist unbedingt wichtig, dass man ein Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Saiten und das ganze Instrument - richtig gestimmt - klingen müssen.

 

Normale Stimmweise

 

Beginnen wir zunächst mit der normalen Stimm-Methode. Alle Saiten der Gitarre sind zueinander im Quintabstand (5 Halbtöne) gestimmt, nur das Intervall zwischenn g und h ist eine Quart (4 Halbtöne). Es hat sich als nützlich erwiesen, mit der Stimmung der A-Saite zu beginnen, da diese auf den Kammerton A (440 Hz) gestimmt wird. Das ist der Referenzton für alle Instrumente in unserem Tonsystem. Diesen Ton A bekommt man von einer Stimmgabel oder einer Stimmflöte, die man sich natürlich beim Gitarrenkauf direkt mit besorgt hat. Falls man mit einem Tasteninstrument zusammenspielen will, sollte man sich den Ton A von dort geben lassen, weil er unter Umständen etwas von 440 Hz abweichen kann.

 

Ist die A-Saite gestimmt, so geht es systematisch in folgender Reihenfolge weiter, wobei die Drehung der Wirbel sehr vorsichtig geschieht:

  1. Stimmen der E-Saite: E-Saite im 5. Bund drücken und mit der leeren A-Saite vergleichen

  2. Stimmen der D-Saite: A-Seite im 5. Bund drücken und mit der leeren D-Saite vergleichen

  3. Stimmen der g-Saite: D-Saite im 5. Bund drücken und mit der leeren g-Saite vergleichen

  4. Stimmen der h-Saite: g-Saite im 4. Bund drücken und mit der leeren h-Saite vergleichen

  5. Stimmen der e-Saite: h-Saite im 5. Bund drücken und mit der leeren e-Saite vergleichen

Nach dieser Prozedur spielt man einen Dur-Akkord und prüft, ob er harmonisch klingt. Es kann gerade bei neuen Saiten durchaus sein, dass man den gesamten Vorgang noch ein oder zwei Mal durchführen muss, da sich durch die veränderten Saitenspannungen bereits gestimmte Saiten wieder ein wenig verziehen.

 

Stimmen für Fortgeschrittene   top

Erfahrene Gitarristen stimmen ihr Instrument nach der Flageolett-Methode. Flageolett-Töne werden erzeugt, indem die Saite mit der Fingerkuppe direkt über dem Bundstäbchen leicht berührt wird. Wenn nun die Saite angeschlagen wird, entsteht ein glockenähnlicher Klang. Nimmt man die Fingerkuppe nach dem Erklingen des Tons schnell von der Saite, klingt der Flageolett-Ton sehr lange nach. Wenn man ein wenig damit experimentiert, dann merkt man bald, dass sich diese Töne nicht überall erzeugen lassen.

Eine Gesetzmäßigkeit dafür scheint  beim fünften, siebten oder zwölften Bundstäbchen zu bestehen. Das hat mit der Schwingungsfrequenz der Saiten zu tun. Der zwölfte Bund entspricht genau der Mitte der Saite, der siebte Bund einem Drittel, der fünfte Bund einem Viertel. Bei Halbierung der Saite verdoppelt sich die Frequenz, so dass der Flageolett-Ton genau der Oktave der leeren Saite entspricht. Im siebten Bund wird die Saite um ein Drittel verkürzt, der Ton erhöht sich um drei Quinten und eine Quarte. Im fünften Bund wird die Saite um ein Viertel verkürzt, der Ton erhöht sich um vier Quinten und eine Quarte, die Frequenz ist also insgesamt zwei Oktaven höher als der ursprüngliche Ton der leeren Saite.

Beim Stimmen nach dem Flageolett-Prinzip achtet man also auf die Übereinstimmung der Schwingungen in unterschiedlichen Lagen, die bei einer bundreinen Gitarre sehr gut hörbar ist. Die Tonqualität lässt sich durch diese Methode sehr viel besser beurteilen, da es sich um die reine Saitenschwingung handelt. Bei der anderen Methode schwingt (und klingt) auch das Instrument mit. Und es wirkt ungemein professionell, wenn man seine Gitarre so stimmt!

Wie bei der normalen Methode wird auch hier das Instrument zunächst auf den Kammerton A "geeicht". Dann geht es wie folgt weiter:

  1. Der Flageolett-Ton am 5. Bund der E-Saite wird mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der A-Saite verglichen.

  2. Der Flageolett-Ton am 5. Bund der A-Saite wird mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der D-Saite verglichen.

  3. Der Flageolett-Ton am 5. Bund der D-Saite wird mit dem Flageolett-Ton am 7. Bund der g-Saite verglichen.

  4. Der Flageolett-Ton am 7. Bund der E-Saite wird mit der leeren        h-Saite verglichen.

  5. Der Flageolett-Ton am 5. Bund der E-Saite wird mit der leeren        e-Saite verglichen.

Noch ein Tipp: Beim ersten Stimmen können die Saiten ein klein wenig überdehnt werden (also etwas höher stimmen), aber wirklich nicht zu viel! Dann auf den richtigen Ton zurückdrehen. So erreicht man eine relativ stabile erste Stimmung. Natürlich muss man bei neuen Saiten anfangs öfter mal nachstimmen.

 

Wem das alles zu mühsam ist, der kann sich - jedenfalls für die E-Gitarre - der neuesten Technologie bedienen und eine "selbststimmende Gitarre" anschaffen. Genaueres dazu erfährt der staunende Musiker bei www.selftuning.com.

 


 

Kaufhilfe Akustikgitarre   top 

 

Maßstab für den Kauf einer akustischen Gitarre ist der Klang, die Bespielbarkeit und der dazu im Verhältnis stehende Preis. Folgende Punkte und Fragen sollte man beachten:

  • Anfänger = Akustikgitarre mit Nylonsalten

  • Fortgeschrittener = auch Western- oder E-Gitarre

  • Verschiedene Musikhandlungen aufgesucht?

  • Preise und Angebote verglichen?

  • Jemanden befragt, der von Gitarren Ahnung hat?

  • Geldrahmen abgesteckt? Von   ?   Euro  bis   ?   Euro

  • Zum Kauf Fachmann/-frau mitgenommen?

  • Saitenlage zu hoch (mehr als 6 mm)

  • Saitenlage zu niedrig (weniger als 2 mm)

  • Saitenlage veränderbar/einstellbar?

  • Hals gerade?

  • Gitarre bundrein?

  • Liegt das Griffbrett gut in der Hand, nicht zu breit?

  • Gitarre gut stimmbar, Wirbel gängig?

  • Klirren die Saiten bei starkem Anschlag (schlecht!)

  • Klingen alle Saiten gleich laut?

  • Ist die Musikhandlung bereit zu Einstellarbeiten?

  • Bietet die Handlung preiswerte Taschen oder Koffer an?

  • Stimmflöte, Trageband, Plättchen


 

Spieltechnik   top

 

Beim praktischen Spiel gibt es einige Dinge zu beachten. Zuerst stellt sich die Frage nach der Technik. In der Regel wird sich der Anfänger der Schlagtechnik zuwenden. Aber vielleicht versuchst du es trotzdem hin und wieder mit dem Zupfen.

 

Der Gitarrist ist gezwungen, die Fingernägel seiner Greifhand ziemlich kurz zu halten, sonst kann er auf dem Griffbrett nicht richtig greifen. Wer mit der Spielhand zupfen will, wird sich die Fingernägel dort entsprechend lang wachsen lassen. Könner nutzen auch Fingerpicks. Das sind Plektren in Ringform, die man über die Finger streifen kann. Aber dazu muss man vorher schon einiges gelernt haben.

 


 

Zupfen   top

 

Beim Zupfen bedient der Daumen die E-, A- und D-Saite, während der Zeigefinger die g-Saite, der Mittelfinger die h-Saite und der Ringfinger die e-Saite spielt. Ausnahmen bestätigen die Regel, weil jeder Gitarrist sich seine eigene Technik draufschafft.

 


 

Wechselschlag   top

 

Wer sich für die Schlagtechnik entscheidet, spielt in der Regel mit einem Plastikplättchen (Plektron). Zu empfehlen ist eine mittlere Stärke, nicht zu hart, nicht zu weich. Damit wird die Saite angeschlagen. Wenn du Tonleitern übst, solltest du dir gleich den Wechselschlag angewöhnen. Das bedeutet, dass du mit dem Plektron den ersten Ton von oben anschlägst, den nächsten - falls er auf derselben Saite liegt - von unten. Liegt der Ton aber auf der nächsten Saite, so wird er auch von oben angeschlagen usw.. Damit sparst du eine Menge Spielenergie. Bei ein wenig Hartnäckigkeit hat man das bald raus und muss darüber beim Spielen gar nicht mehr nachdenken.

 


 

Greifen   top

 

Aber zur Greifhand! Die Töne müssen ja auf dem Griffbrett abgegriffen werden. Beim Tonleiterspiel beginne jeweils mit dem tiefsten Ton und arbeite dich der Reihe nach zum höchsten vor. Zähle dabei immer in Gedanken mit, in gleichmäßiger Geschwindigkeit: 1-2-3-4-5-6-7-8. Mit der Greifhand versuchst du, deine Finger auf die Töne zu verteilen, während der Daumen von hinten gegen das Griffbrett drückt.

 

Wenn dem ersten Ton auf der tiefsten Saite noch weitere folgen, beginne dein Spiel mit dem Zeigefinger. Liegt dort nur ein Ton (der tiefste) und ist er in einem höheren Bund als der nächste Ton auf der nächsten höheren Saite, so beginne mit dem Mittel- oder Ringfinger. Es hängt davon ab, wie viel Bünde Ton 1 und Ton 2 auseinander liegen. Bei großer Entfernung muss die maximale Fingerspannbreite genutzt werden, das kann sogar im Extremfall bedeuten, dass zuerst der kleine Finger eingesetzt wird. Probier´ es aus!

 


 

Akkordspiel   top

 

Das Akkord- oder Rhythmusspiel dient der Begleitung oder der Verstärkung einer Rhythmusgnuppe. Alle Saiten werden gleichzeitig angeschlagen. Dazu verwendet der Gitarrist oft auch ein Kunststoffplättchen (Plektron) unterschiedlicher Härte, das er zwischen Daumen und Zeigefinger hält.

 


 

Melodiespiel   top

 

Beim Melodiespiel werden nur einzelne Töne mit dem Finger oder dem Plektron gezupft bzw. angeschlagen.

 


 

Flamencospiel   top

 

Das Flamenco-Spiel setzt besondere Fingerfertigkeit voraus. Vier bis fünf Saiten werden ganz kurz nacheinander durch Abrollen der Finger in der Reihenfolge Kleiner-, Ring-, Mittel-, Zeigefinger angeschlagen. Gleichzeitig oder zwischendurch wird mit Hand oder Fingernägeln auf den Gitarrenkörper getrommelt.

 


 

Klassische Spielweise   top

 

Die klassische Spielweise ist bestimmt durch das Wechselspiel von Daumen und Zeigefinger-Mittelfinger-Ringfinger (Wechselschlag), wobei die Akkordfolgen und die Melodielinie ineinander verwoben sind. Das ist wohl die am schwersten erlernbare Technik und setzt eine klassische Ausbildung nach Noten voraus - bei ständigem Training, versteht sich. Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

Es gibt bekannte Gitarristen, die in der jeweiligen Spielweise zu unerreichter Meisterschaft gefunden haben. Gerade auch der Umgang mit der E-Gitarre hat besondere Spieltechniken hervorgebracht, die wiederum von bestimmten Gitarristen gepflegt und zu ihrem Markenzeichen gemacht wurden.

 

Es ist also nicht unbedingt so, dass man sagen kann, das Akkordspiel ist besonders leicht, die Klassik besonders schwer. In jeder Art gibt es Abstufungen im Schwierigkeitsgrad. Es ist wie immer eine Frage, wie viel Zeit man als Gitarrist in das Üben steckt, aber auch, wann man mit dem Erlernen des Instrumentes anfängt. Je jünger, je besser, lautet die Devise hier, denn in späteren Jahren kann man zwar auch noch mit der Gitarre beginnen, dem Erreichen einer optimalen Fingerfertigkeit sind aber bei erwachsenen Menschen Grenzen gesetzt.

 


 

Musiker (Akustische Gitarre)   top

 

Die folgenden Gitarristen für den Bereich Akustikgitarre/Schlaggitarre sollte sich jeder Musiker - auch wenn er die Richtung nicht so mag - unbedingt einmal anhören. Hörerfahrung bringt immer neue Anregungen für das eigene Tun. Durch Anklicken der Fotos öffnet sich eine Wikipedia-Seite für nähere Infos.

 

Django Reinhard Paco de Lucia Joe Pass Baden Powell
       
     
David Qualey