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Einleitung 

 

Was es bedeutet, Schlagzeug zu spielen, wurde mir zum ersten Male eigentlich so richtig klar, als ich am 25. Juni 1966 in der Essener Grugahalle saß und dem Auftritt der Beatles entgegenfieberte.

 

Um mich herum kreischten ca. 8000 Teenys, was das Zeug hielt. Die allgemeine Hysterie wurde noch dadurch gesteigert, dass der Saalansager jeweils nach dem Auftritt der diversen Vorgruppen Hofmeldungen verbreitete: "Gerade wurde der Sonderzug der Beatles bei Siegen gesichtet ... Paul hat soeben im Speisewagen eine Cola getrunken". So ähnlich lauteten die Meldungen, die jedes Mal die Halle erbeben ließen. Endlich begann man mit dem Bühnenumbau für die Beatles. Das wohl bekannte Set aus Vox-Verstärkern und Mikrofonstativen stand, da hob ein Roadie Ringos Schießbude mit dem berühmten Beatles-Logo auf dem Bass-Drum-Fell auf das Podest. Wäre es in diesem Augenblick zum Einsturz der Hallendecke gekommen, ich hätte mich nicht gewundert.

 

Da stand es nun, das berühmteste aller Schlagzeuge, Marke Ludwig, in der grau melierten Farbgebung. Da ich gerade meine musikalische Karriere als Schlagzeuger in einer Schülerband begonnen hatte, sah ich das alles mit den Augen des aufstrebenden Drummers. Ein derartiges Schlagzeug-Set war mein Traum. Als ich ihn mir hätte finanziell erfüllen können, war ich aber schon auf die Gitarre umgestiegen. Aus heutiger Sicht war dieses Ringo-Schlagzeug eine recht spartanische Ausgabe, auch die Anordnung der Einzelteile war spieltechnisch ungünstig. Aber dennoch, so musste es damals sein ...

 

 


 

Schlaginstrumente (historischer Hintergrund)   top

 

Schlaginstrumente gehören sicher zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass schon die Urmenschen Stäbe, Knochen oder Steine aneinander geschlagen haben, um Laute zu erzeugen. Diesen Urtrieb des "Schlagzeugspiels" kann man bei jedem Kleinkind beobachten: Hat es irgendeinen Stock zur Verfügung, wird es alsbald damit schlagen. Wenn es dann zufällig den leeren Sandeimer trifft und ein entsprechend hohler Klang entsteht, so wird es diesen Vorgang mit Begeisterung viele Male wiederholen.

 

Aus überlieferten Darstellungen des Altertums lässt sich zweifelsfrei beweisen, dass es bereits vor 4000 Jahren in Ägypten und Mesopotamien Trommeln gegeben hat. Bei vielen Eingeborenenvölkern haben Forscher die große Bedeutung von Trommeln beobachtet. Zum Teil haben sie magische Kräfte, zum Teil dienen sie den Ritualen oder der Nachrichtenübermittlung.

 

Selbst die Trommelform ist schon vorgegeben und hat sich kaum verändert. Der runde Körper aus Holz (einem ausgehöhlten Baumstamm) und das darüber gespannte Fell bringen eine mehr oder weniger große Luftsäule zum Klingen.

Dieses Prinzip lässt sich uneingeschränkt auf unsere modernen Drums übertragen. So besteht das heutige Schlagzeug aus einer Mischung von Membranophonen und Idiophonen. Membranophone sind Instrumente, bei denen der Ton durch das Schlagen auf eine gespannte Haut oder Membran und die sich daraus ergebende Resonanz der darunter liegenden Luftsäule erzeugt wird. Idiophone sind so genannte Selbstklinger, das heißt, das Material aus dem diese Instrumente hergestellt werden, klingt von selbst, wenn man es anschlägt.

 

Die Membranophone unseres Schlagzeugs sind also die mit Plastikfellen (früher waren es noch Naturfelle) bespannten Trommeln, die Idiophone sind die Becken. Seit dem 18. Jahrhundert sind solche Schlaginstrumente Bestandteil der Orchester in Europa. Auch in Militärkapellen fanden sie immer mehr Beachtung, weil sich wohl zu einem strammen Rhythmus besser marschieren ließ. Das Besondere an solcherlei Einsatz der Schlaginstrumente ist, dass jedes einzelne von ihnen von einem Musiker gespielt wird. In unseren Symphonieorchestern kann man das immer noch so beobachten.

 

Mit dem Aufkommen anderer Musikformen wie Blues und Swing zu Beginn dieses Jahrhunderts wandelte sich dann auch der Einsatz des Schlagwerks, ebenso wie die Bedienung. Nun wurden die einzelnen Elemente wie Große Trommel, Kleine Trommel und Becken zusammen aufgestellt, und ein Musiker spielte mehrere gleichzeitig. Das hatte große Vorteile, weil nun mehrere Rhythmusteile beim Schlagzeuger zu einem komplizierten Gesamtrhythmus verschmelzen konnten. Das bedeutet aber auch, dass dem Schlagzeuger fortan eine große Verantwortung beim Gesamtklang zukam.

 

So war denn das Drum-Set aus den Jazz- und Bigbands, aus den Swingcombos und Tanzkapellen nicht mehr wegzudenken. Der Drummer wurde zum viel beschäftigten Schwerstarbeiter. Nicht nur seine beiden Hände, sondern auch seine Füße kamen voll zum Einsatz. Für die Füße hatten sich die Trommelbauer geniale Maschinen ausgedacht. Einmal war da die Fußmaschine für die große Trommel. Trat man auf dieselbe, so schlug der daran befestigte Paukenschlägel gegen das hintere Fell der Großen Trommel. Aber auch den Orchestermusiker, der immer die Becken aneinander schlug, musste unser Drummer ja ersetzen. Dazu diente die zweite Maschine, die Hi-Hat oder - wie sie früher hieß - Charleston-Maschine. Mit ihr konnte er nun tretend zwei Becken gegeneinander deckeln und das rhythmische Geflecht komplett machen. Und während der Trompeter durchaus mal ein Pause machte, musste unser Schlagzeuger ohne Halt weiterspielen.

 

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auch in den Rockbands ist der Drummer durchgängig beschäftigt. In der Grundstruktur ist auch der Schlagzeugaufbau seit Jahrzehnten gleich geblieben. Natürlich hat man die Formen und die technischen Bestandteile enorm weiterentwickelt. Probleme wie Standfestigkeit, Haltbarkeit oder Stimmbarkeit sind für moderne Drummer keine Frage mehr. Und es wird weiterentwickelt. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass ein Becken auch knallrot oder Ständermaterial schwarz sein könnte? Oder dass man die vielen Ständer überhaupt einsparen und alles an ein Gerüst hängen kann? Oder dass man mit einem Doppelpedal den Effekt einer doppelten Bassdrum erzielen kann, obwohl nur eine da steht? Bei aller Technik: Entscheidend ist, was der Drummer dahinter bringt.

 


 

Das Set   top

 

Grob betrachtet besteht ein Drum-Set aus drei Gruppen von Teilen: den Kesseln und Becken und den zugehörigen Halterungen und Ständern, der so genannten Hardware. Vor Jahren habe ich mal mit einem Freund ein Schlagzeug völlig zerlegt, um die Kessel neu zu lackieren. Da erst habe ich gemerkt aus wieviel Einzelteilen diese Instrument besteht. Lies dir einmal in Musikerzeitungen die Testberichte über Drums durch, dann bekommst du einen guten Eindruck von den wichtigen Konstruktionsmerkmalen und Eigenschaften eines Schlagzeugs.

Drum-Set von Slingerland

 

Für den Aufbau eines Drum-Sets haben sich im Laufe der Zeit bestimmte Standards herausgebildet. In der Regel besteht es aus Bassdrum, Hängetom(s), Standtom(s), Ride- und Crashbecken und Hi-Hat (die Begriffe werden noch erklärt). Natürlich ist auch jede andere Zusammenstellung denkbar, die dazu führt, dass man auf seinem Instrument zu Höchstleistungen in der Lage ist. Man sollte immer daran denken, dass alle Teile so zueinander gestellt werden, dass beim Spiel ein möglichst geringer Kraftaufwand nötig ist. In den 60er Jahren war es mal unter Drummern üblich, alles ziemlich extrem aufzubauen. Die Becken weit weg, die Toms reichlich hoch usw.. Das sah dann zwar sehr gigantisch aus, führte aber schnell zu Ermüdungszuständen, was man dann auch merkte.

 

Ergänzen lässt sich ein Drum-Set gut durch diverse Percussioninstrumente wie Bongos, Holzblock, Schellenring oder Kuhglocke. Gerade die Kuhglocke verschafft einem Rocksong - an der richtigen Stelle eingesetzt - den richtigen Drive. Man sieht in Konzerten oft, dass auch Sänger dieses Teil bedienen. Mit solchen Feinheiten kann ein guter Drummer manchmal mehr erreichen als mit einer ganzen Batterie von Toms.

 


 

Kessel   top

 

Grundlage der Kesselkonstruktion ist immer ein kreisrunder, mehr oder weniger großer Zylinder, dessen obere Öffnung durch das Schlagfell und dessen untere Öffnung durch das Resonanzfell abgedeckt wird. Beide Felle werden mit stabilen Spannreifen auf den Kessel geschraubt, an dem Schraubböckchen befestigt sind. Je nach Anzug der Schrauben können die Felle gespannt und damit gestimmt werden.

 

Die Kessel selbst bestehen bei den Toms und der Bass-Drum aus mehrschichtig verleimten Hölzern (ca. 7-9 Lagen). In den Kesseln befindet sich immer ein kleines Luftausgleichsloch. Die Snare-Drum wird oft auch aus Ganzmetall gefertigt, verchromtem Stahlblech, Kupfer oder gar Aluminium. Die unterschiedlichen Metalle bewirken immer einen ganz eigentümlichen Klang.

An den Kesseln sind dann jeweils mit Schrauben die Böckchen und Halterungen befestigt. Je höher die Anzahl der Stimmböckchen ist, desto besser und ausgewogener lässt sich das Fell spannen und stimmen. Wichtig ist es, dass bei dieser Art Technik die Schrauben und Muttern auch nach langem und heftigem Gebrauch der Drums ihren festen Sitz behalten, sonst rappelt es bald mächtig. Und welcher Drummer hat schon Lust, dauernd sein Set auseinander zu nehmen, um die Schrauben nachzuziehen?

 

Die Kesselbauweise sollte so sein, dass an den Auflagerändern der Felle keinerlei Unebenheiten sind. Die Felle müssen total eben aufliegen. Das ist sehr wichtig für das Klangverhalten und die Haltbarkeit. Beim Schlagzeugkauf sollte man sich nicht scheuen, die Felle abzuschrauben und die Kessel von innen anzuschauen. Nicht immer ist das Selbstverständliche auch tatsächlich gegeben. Dabei kann man sich gleichzeitig die Sorgfalt der inneren Kesselverarbeitung ansehen. Bei einem guten Schlagzeug sind die Kessel von innen gegen Feuchtigkeit geschützt und meist mit einer rauen Beschichtung versehen, die gegen störende Resonanzen wirksam ist.

 

Auch ist darauf zu achten, ob die Kessel wirklich rund sind und die Schichten nahtlos übereinandergeleimt wurden, mit einem unmerklichen Übergang. Dabei kann man so manche Überraschung erleben, wenn man nicht aufpasst. Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass heutige Markendrums auch in den unteren Preisklassen eine durchweg gute Fertigungsqualität aufweisen.

 


 

Die Snare   top  

 

Die Snare oder Kleine Trommel oder Konzerttrommel heißt so, weil sie sich von den anderen Kesseln dadurch unterscheidet, dass man durch eine Hebelmechanik quer über das untere Resonanzfell einen Spiralteppich spannen kann. Schlägt der Drummer nun auf das Schlagfell, so reagiert das Resonanzfell sofort, und der darauf aufliegende Spiralteppich rasselt mit. Je nachdem, wie sehr man den Teppich spannt, kann dieses Rasseln sehr trocken und kurz oder sehr ausgedehnt und verwaschen klingen.

 

Diese Besonderheit und auch ihr Standort inner halb des Sets machen die Snare sozusagen zur Zentrale des Ganzen. Die Arbeit an der Snare entlarvt schnell, ob der Drummer etwas kann oder nicht. Ein Könner bewirkt an der Snare mehr als ein Dilettant an einem zwanzigteiligen Drum-Set. Der Schlag auf die Snare hebt sich innerhalb einer Band immer aus dem Klangbild heraus und hat so etwas wie eine Signalwirkung. Wirbel klingen durch den Spiralteppich auf der Snare anders als auf Toms, so dass an ihr eine feinere Arbeit geleistet werden kann.

 

Die Bedeutung eines guten Snare-Ständers sollte man hervorheben. Er muss äußerst standfest sein. Die Snare muss in alle Richtungen eingestellt werden können, um ihre Neigung den individuellen Wünschen anpassen zu können. Das Gleiche gilt auch für den Drummersitz. Da sieht man manchmal bei Amateurgruppen die abenteuerlichsten Sitzgelegenheiten. Wenn du bedenkst, wie lange du beim Üben oder auch bei einem Auftritt darauf sitzen musst, dann sollte dir das deinem Rücken zuliebe schon ein paar Mark wert sein.

 

Ob man eine Metall- oder eine Holzsnare wählt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks im Hinblick auf den Grundklang. Metallsnares klingen im Allgemeinen heller und durchdringender. Holzsnares haben wärmere Klangeigenschaften. Auch die Kesseltiefe hat ihre Bedeutung. Sie wird in Zoll angegeben. Es gibt sehr flache Snares. Sie waren in den 60er Jahren üblich, werden aber jetzt wieder modern. Sie entfalten natürlich kein großes Klangvolumen. Auf der anderen Seite gibt es Snares, die so tief wie Hängetoms sind und im Klang einen ganz schönen "Bauch" bringen.

 

Du solltest überlegen, welcher Grundklang am besten zu der Musik passt, die du spielen möchtest und danach einige Snares testen. Vielleicht ist es für spätere Entwicklungen auch nicht übel, eine Snare zu kaufen, die eher universell ist. Du solltest dich aber keinesfalls mit der Snare zufrieden geben, die dir der Musikhändler mit dem Komplettset verkaufen will. Diese muss nicht die Beste sein. Dazu ist die Snare als Instrument zu wichtig. Oft ist es auch so, dass man sein Drum-Set verkauft, um sich zu verbessern. Eine einmal gekaufte Spitzensnare aber behält man sein Drummerleben lang, man hat dadurch keine Verluste bei Verkauf und Neukauf.

 

Was eine Snare teuer macht, ist die Art der Konstruktion, mit der der Spiralteppich vom Resonanzfeil abgehoben wird. In der Geschichte der Snare gibt es einige Beispiel für den Erfindungsgeist der Trommelbauer, etwa bei der legendären US-Firma Rogers Drums. So wurde der Spiralteppich der Rogers Dynasonic Snare durch einen massiven Gussrahmen gehalten.

 

Rogers Dynasonic

 

Die exklusivste Möglichkeit ist die der echten Parallelabhebung. Dabei geht vom Bedienhebel ein Gestänge quer durch die Snare zur gegenüberliegenden Seite, wo noch einmal die entsprechende Vorrichtung angebracht ist. Wenn man also auf der einen Seite den Hebel bewegt, so bewegt er sich auf der anderen ebenso und der Teppich kann äußerst genau und gleichmäßig abgehoben bzw., aufgelegt werden. Mittels einer Stellschraube kann zudem die Teppichspannung feinreguliert werden. Eine weitere Art ist die Pseudo-Parallelabhebung. Bei ihr wird mit dem Umlegen des Bedienhebels durch den entstehenden Zug oder die Entlastung eine gegenüberliegende Federvorrichtung ausgelöst. Schließlich gibt es noch die einfache Spannvorrichtung, bei der der Spiralteppich einfach ge- oder entspannt wird. Das kann manchmal dazu führen, dass die Sache insgesamt ausleiert, wenn der Teppich durch die Feinregulierung zu sehr angespannt wird. 

 

Ludwig-Snare mit echter Parallelabhebung Snare mit Kupferkessel

 

Bei modernen Snarekonstruktionen wird für den Teppich in die Fellauflage eine Einbettung eingearbeitet, so dass die Spirale absolut eben auf dem resonierenden Teil des Felles aufliegt. Bei den Snares ist es fast immer nötig, sie ein wenig abzudämpfen, damit der Sound knackig und trocken wird. Aber erst, nachdem man sie sorgfältig gestimmt hat! Vielleicht ist dann das Dämpfen schon überflüssig. Falls nicht, reicht es, wenn man etwas Klebeband (Gaffa-Tape) an den Rand des Schlagfells klebt. Oder man nimmt ein kaputtes, altes Fell und schneidet daraus einen Kreis aus, wobei am Rand 3-4 cm stehen bleiben. Den Fellreifen schneidet man natürlich vorher ebenfalls ab. Den so erhaltenen Fellring legt man einfach auf das Schlagfell auf und erreicht so die Dämpfung. Probier mal ein wenig damit!

 

Für die aufwändigsten Snares kann man gut 600-800 Euro ausgeben, ein Preis, zu dem man auf der anderen Seite schon ein preiswertes komplettes Schlagzeug (ohne Becken) bekommt.

 


 

Die Bass-Drum   top

 

Die Große Trommel, neudeutsch auch Bass-Drum genannt, ist das größte Gebilde im Schlagzeug-Set. Sie hat eine ähnlich wichtige Funktion wie die Snare, weil sie in den meisten Fällen den Beat vorgibt. Von ihr gehen die soliden, tiefen Grundtöne aus, die - in Kombination mit dem Bass den Rhythmus erst zum Groove werden lassen. Die Größen der Basstrommeln sind sehr unterschiedlich. Bei Jazz-Trommlern sieht man oft welche, die kaum größer als Standtoms sind. Im Rockbereich dominieren eher Größen ab 22" (Zoll).

An den Seiten der Bass-Drum befinden sich einstellbare Ständer. Sie müssen stabil gebaut sein, weil sie erstens den Druck der Fußtritte aushaften und zweitens das Gewicht eines oder zweier Hängetoms tragen müssen. Denn in der Regel finden wir oben auf der Basstrommel auch noch den Einschub für die Hängetom-Halterung.

 

Das Schlagfell ist auf der Seite des Drummers. Dort ist auch die Fußmaschine am unteren Rand des Spannreifens angeschraubt. Auf der Zuschauerseite ist das Resonanzfell eingespannt. Im Rockbereich ist dieses Fell meistens mit einer kreisrunden Öffnung versehen. Gleichzeitig wird das Schlagfell mit einem Filzstreifen abgedämpft, der zwischen Spannreifen und Wänden quer eingeklemmt ist. Außerdem ist es üblich, in die Bass-Drum Dämpfungsmaterial einzulegen, etwa Schaumgummi. Warum das alles, das Teil soll doch klingen?

Nun, in ihrer "naturbelassenen" Form, also mit unversehrtem Resonanzfell und unbedämpft, wird der Klang einer so großen Luftsäule leicht mulmig und hallig sein. Durch eine gezielte Bedämpfung kann der Sound kontrolliert werden. Er wird dadurch recht direkt und knackig, so wie man es heute auch von Plattenaufnahmen kennt. Allerdings kann man diese Bedämpfung nicht pauschal vornehmen oder das Loch beliebig in das Resonanzfell schneiden. Du musst dir schon die Mühe machen und deine Bass-Drum Schritt für Schritt nach deinen Vorstellungen abstimmen. Zu viel Dämpfung macht aus deiner Basstrommel einen Pappkarton.

 

Für ein lockeres, unverkrampftes Spiel ist die Auswahl der Fußmaschine besonders wichtig. In diesem Bereich gibt's die wahnsinnigsten Konstruktionen. Aber du musst schon selbst ausprobieren, weiches Modell für dich richtig ist. Die einen mögen eher eine ultra-leichtgängige Maschine, weil sie sehr leicht treten, die anderen möchten einen Druck spüren, weil sie einen harten Kick haben.

 

Heutige Fußmaschinen haben eine Kugellagerung. Der Schlägel wird per Zahnkette (wie beim Fahrrad) oder Kunststoffband in Bewegung gesetzt. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Schraubklemme gut zu erreichen ist und auch festsitzt, da man sonst beim Spielen dauernd fummeln muss. Der Schlägel ist austauschbar, man kann ihn mit verschiedenen Materialbezügen bekommen, hart oder weich.

  

Fußmaschine von SONOR

 

Wer es ganz ausgeflippt mag, soll sich mal die Doppelfußmaschine ansehen. Mit ihr hat man den Effekt einer doppelten Bass-Drum an einer einzigen und wird mit den Füßen unheimlich flink. Das zweite Pedal steht neben der Hi-Hat. Es gibt inzwischen sogar Hi-Hat-Pedale, die das doppelte Fußpedal integrieren: Durch einen mit dem Fuß bedienbaren Hebel kann man zwischen Hi-Hat- und Bassdrum-Bedienung umschalten.

 

Doppelpedal von TAMA

 

 


 

Die Toms   top

 

In diesem Zusammenhang sollte ich noch etwas zu den Oberflächen der Kessel sagen. Die Auswahl für den Musiker ist enorm groß. Es gibt die Standardsets, bei denen die Kessel außen in der Regel mit einer farbigen Kunststoffschicht beklebt sind. Die Farbpalette ist sehr vielfältig geworden. Bei Schlagzeugen der gehobenen Klasse finden wir Modelle, die mit außergewöhnlichem Design aufwarten. Oberflächen im Metallic-, Zebra- oder Steinlook sind möglich. Schließlich sind in der Oberklasse Naturholzoberflächen sowie aufwändige Pianolackierungen angesagt. Insgesamt trägt natürlich die Sorgfalt der Oberflächenbearbeitung auch zum Klangcharakter des Sets bei, so dass ein Spitzenklang auch immer das Ergebnis einer aufwändigen Verarbeitung ist. Die hat natürlich ihren Preis. Dennoch ist die Qualität in den unteren Preisklassen heute sowohl in der Verarbeitung als auch im Klang erstaunlich gut.

 

Nun zu den Toms. Korrekt heißen sie eigentlich Tom-Toms. Aber man kürzt das mittlerweile ab. Ihr Kesselaufbau unterscheidet sich nicht von dem der Basstrommel, er ist nur entsprechend kleiner. Toms gibt es in einer Vielfalt von Größen. Durchmesser und Tiefe wirken sich auf das Klangvolumen aus. Kleinvolumige Toms klingen eher wie Bongos, große eher wie Kesselpauken.

Es war eine Zeit lang mal unter Drummern üblich, bei den Toms die Resonanzfelle abzunehmen oder sie mit einem Loch zu versehen, wobei das Schlagfell ordentlich abgeklebt wurde. So behandelt klingen Toms rappeltrocken und müssen dann auf dem Weg über die PA verstärkt und auf Volumen gebracht werden. Davon sind die Drummer in der Regel aber wieder abgekommen. Sie bevorzugen heute den Naturklang des Schlagzeugs. Bevor man überhaupt abklebt, ist es angebracht, das Set sehr genau zu stimmen. Dennoch ist es manchmal nicht zu umgehen, das Schlagfell der Toms minimal abzukleben (siehe Snare), um störende Resonanzen auszuschalten.

 

Man unterscheidet zwischen so genannten Hänge-Toms und Stand-Toms. Die Namen sagen schon warum: Die einen hängen über der Bass-Drum, die anderen stehen daneben. Ein Hänge-Tom braucht daher immer eine zugehörige Hängevorrichtung, die Tom-Halterung. Jede Herstellerfirma schwört auf ihr System der Halterung, die ja ziemlich robust sein muss, um dem ständigen Druck standzuhalten. Der Tom-Halterung entsprechen die an den Kesseln von Toms und Basstrommel befestigten Halterosetten. Moderne Systeme verzichten darauf völlig, indem alles was an einem Schlagzeug aufzuhängen ist, an einem gesonderten Rahmen befestigt wird. Das ist sicher eine absolute Lösung, sieht aber ziemlich gewaltig aus. Traditionelle Stand-Toms haben eigene Standfüße, die beliebig ein- oder ausgefahren werden können. 

 

Eine Sonderform der Toms sind die Octobans. Sie haben einen geringen Durchmesser und sind nur mit einem Schlagfell versehen. Ihre Tiefe ist so gestaltet, dass sie wie Orgelpfeifen durchgestimmt sind. Sie haben einen percussiven, sich deutlich absetzenden Klang und bieten dem Drummer eine schöne Effektmöglichkeit.

 


 

Die Hi-Hat   top

 

Die Hi-Hat ist die zweite Maschine im Set, die der Drummer mit den Füßen bedienen muss. Es ist also Leichtgängigkeit oberstes Prinzip. Das Pedal der Hi-Hat ist durch ein Gestänge und eine Federmechanik in der Lage, das oben aufliegende der beiden Hi-Hat-Becken auf und ab zu bewegen.

 

Der Schlagzeuger kann so einerseits die Hi-Hat im durchlaufenden Beat treten, andererseits aber auch das obere Becken auf dem unteren fest halten, wenn der Beat auf der Hi-Hat geschlagen wird. Ein weiterer interessanter Effekt ergibt sich, wenn man auf die geschlossenen Hi-Hat-Becken schlägt und dann das Pedal schnell löst. Es ergibt ein zischendes Klangbild, mit dem man schöne Kontrapunkte setzen kann.

 

Beobachte einmal einen Spitzendrummer. Ich erkenne ihn daran, dass bei ihm die Hi-Hat immer im Rhythmus gleichmäßig durchläuft, egal wie kompliziert seine übrigen Bewegungen gerade sind.

 


 

Hardware   top

 

Im Ständerwald rund um das Schlagzeug hat sich im Vergleich zu früher mächtig viel getan. Die Variationsbreite für den Ständereinsatz ist gewaltig. Den letzten Stand der Entwicklung stellen die so genannten Racks dar, bei denen man auf einzelne Stative verzichtet und alles an einen beliebig aufstellbaren und erweiterbaren Rohrrahmen anflanscht.

 

Kriterien für die Einschätzung dieser Hardwareteile sind Standfestigkeit und Leichtigkeit. Gerade der letzte Punkt ist nicht unwichtig. Ein Schlagzeug ist ohnehin ein sperriges Instrument. Das Ständermaterial kann schon zur Last werden. Ich erinnere mich, dass unser Drummer zu meiner Bandzeit einen großen schwarzen Kasten für die Stative hatte, den wir den "Sarg" nannten. Es war wirklich "tödlich", ihn zu schleppen.

 

Heutige Ständer sind durch ihre Leichtmetallkonstruktion erheblich transportfreundlicher. Zudem hat man die Massivbauweise zu Gunsten einer Doppelverstrebung aufgegeben. Achte beim Kauf der Ständer auch darauf, wie robust die Verstellschrauben ausgelegt sind. Man muss sie ja viele Male sehr fest anziehen können, ohne dass die Gewinde ausleiern.

 


 

Zubehör   top

 

Natürlich braucht der Drummer auch Drum-Sticks, also Stöcke. Die sollte sich jeder ganz persönlich im Laden aussuchen. Es gibt viele Arten aus vielen Hölzern. Jeder Stock fühlt sich anders an und reagiert anders.

 

 

Der Anfänger sollte aber nicht den Fehler machen und glauben, der dickste Knüppel bringe das beste Ergebnis. In der Tat habe ich die Erfahrung gemacht, dass die besonders dicke Sorte unempfindlich gegen Feinheiten macht und zum Draufhauen verleitet. Ich würde eher dünnere Typen empfehlen, mit denen man im Übungsraum dann automatisch auch ein wenig leiser ist. Gegen die instrumenteigene Lautstärke hat der Drummer ja immer zu kämpfen, sowohl im Wettstreit mit den anderen Musikern als auch dann, wenn er daheim mal üben will.

 

Aber das ist problemlos möglich. Wer viel Geld übrig hat, kann sich ein so genanntes Übungsschlagzeug kaufen, bei dem die Trommeln aus Hartgummischeiben bestehen. Das eigene Schlagzeug kann man mit auflegbaren Übungspads abdecken, die bei etwa normalem Spielgefühl die Drums schmuseleise werden lassen. Diese Pads gibt's für Kessel und Becken.

Zu Überlegen ist beim Schlagzeugkauf, ob man nicht sofort auch die entsprechenden Transportkoffer dazu nimmt. Das ist eine lohnende Investition. Du wirst merken, dass du mit deinen Drums beim Transport überall aneckst, und bald sieht alles schon nicht mehr schön aus. Mit den Koffern bleibt aber alles unversehrt. Kessel, Hardware und Becken.

 

Dann gibt es noch allerlei modischen Schnickschnack wie Drummerhandschuhe o.ä.. Ob man so etwas braucht, muss jeder für sich entscheiden. Bestimmt braucht man eine Tasche für die Drumsticks, die man irgendwo am Set aufhängen kann. Leicht verliert man mal beim Spielen einen Stock. Ersatz ist dann sofort parat. Der oder die verschiedenen Schlüssel für die Schrauben der Drums sollte auch immer griffbereit sein. Spätestens wenn bei einem Auftritt mal ein Fell reißt, weiß man, wie wichtig der Schlüssel ist. Ebenso ist es mit Ersatzfellen. Mindestens die entsprechenden Schlagfelle sollten immer bereitliegen.

 


 

Cymbals   top

 

Die Becken (Cymbals) sind eigenständige und vollwertige Musikinstrumente geworden. Während wir früher froh waren, überhaupt einen Deckel da hängen zu haben, trägt heute die Präzision der Herstellung und die Auswahl des Beckensatzes entscheidend zum Gesamtklang des Schlagzeuges bei. Natürlich ist dementsprechend das Beckenspiel für den Drummer genauso wichtig wie die Bedienung des übrigen Sets. Folgende Beckentypen lassen sich unterscheiden:

 

Ride-Becken

Auf ihm wird der durchgehende Beat akzentuiert gespielt. Es soll sich durchsetzen im Klang, aber nicht nerven. Eine besondere Steigerungsform ist das Spiel auf der klar klingenden Glocke. Das ist die kuppelförmige Erhebung in der Beckenmitte. Ride-Becken gibt es in unterschiedlichen Größen und Klangfarben. Das ist übrigens bei allen Becken der Fall.

 

Crash-Becken

Sie haben die Aufgabe im wahrsten Sinne des Wortes "Krach" zu machen. Einzelne Schläge oder Übergänge zwischen den Takten oder Songteilen werden durch Crash-Schläge besonders hervorgehoben.

 

Hi-Hat

Diese Becken tauchen immer paarweise auf, sie müssen zueinander passen. Auf ihnen kann man einerseits den durchgehenden Beat mittreten oder spielen. Aber auch ein akzentuiertes Spiel auf der Hi-Hat mit beiden Händen macht sich sehr gut, bei dem man außerdem das Lösen und Festhalten der beiden Becken mit einbeziehen kann.

 

Splash-Becken

Es ist ausgesprochen klein und klingt recht hell und bissig. Herausragende Stellen im Rhythmus können damit sehr gut betont werden. Auch für die Gegentaktarbeit eignet es sich gut.

 

 

Neben diesen genannten Becken gibt es noch spezielle Arten wie Chinabecken (siehe Bild), Nietenbecken oder auch die Gongs, die im Grunde riesige Becken sind. Die Maße werden wieder in Zoll (") angegeben. Als Faustregel gilt: Je größer der Durchmesser, desto tiefer ist das Becken im Grundklang. 

 

Beim Beckenkauf sollte man nicht unbedingt sparen. Billige Becken klingen auch so. Für einen Satz Spitzenmodelle kann man fast so viel ausgeben wie für das übrige Schlagzeug. Es gibt aber auf dem Markt durchaus Hersteller, die preiswerte und gute Becken anbieten.

 


 

Beckenklang   top

 

Jedes Becken ist auf seine Art einmalig im Klang. Zwar garantiert der heutige Fertigungsprozess gleich bleibende Qualität, dennoch ergeben sich durch die z.T. handwerkliche Bearbeitung nuancierte Unterschiede. Cymbals werden zunächst als Rohlinge aus Metallmischungen gegossen, deren Zusammensetzung jeder Hersteller als Geheimnis behandelt. Diese Rohlinge können dann ausgedreht werden. Daher die Rillen. Sie können aber auch gehämmert werden. Die Hammerschläge sieht man ebenso. Viele Becken werden sowohl gedreht als auch gehämmert. Es ist sicher jedem einsichtig, dass es niemals zwei genau gleiche Cymbals gibt.

 

Ein Schlagzeuger mit Erfahrung hat schon eine bestimmte Vorstellung, wie seine Becken klingen sollen. Der Anfänger ist noch sehr unsicher. Da hilft nur ein ausgiebiger Sound-Check der verschiedenen Becken-Typen und Sätze. Die Hersteller legen Wert darauf, dass Becken innerhalb einer Serie aufeinander abgestimmt klingen. Wenn also ein Becken im Grundklang gefällt, kann man sicher sein, dass die ganze Serie ähnlich anspricht. Verlasse dich beim Test auf deine Ohren. Ein guter Fachhändler hält viele unterschiedliche Beckensätze bereit und wird dir Gelegenheit zum Antesten geben. Nimm vielleicht einen Freund mit, der die Becken anspielt und höre aus einiger Entfernung mit geschlossenen Augen auf den jeweiligen Klang.

 

Ride-Becken

Der Ping, der bei gleich bleibenden Schlagfolgen auf dem Ride gespielt wird, sollte sich gut gegenüber dem Grundrauschen durchsetzen. Ist der Beckenton zu hoch (zu tief)? Rauscht das Becken zu viel (zu wenig) bei schnellem Ride? Kommt der Übergang von laut nach leise, und umgekehrt, gut und schnell?

 

Crash-Becken

Das Crash soll Akzente setzen. Die Frage nach der Dynamik und Soundstärke stellt sich beim Test. Kann das Crash also gezielt laut, aber auch leise gespielt werden? Setzt sich der Crash-Anteil im Cymbal gut durch, wie hoch ist er? Wie lange steht der Crash? Hört man in einer Crash-Becken-Serie die Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Grössen gut heraus?

 

Splash-Becken

Hier gehen die Meinungen sicher sehr auseinander, welchen Sound ein Splash haben sollte. Aber auch hier gelten die Fragen der Dynamik (laut-leise), dem Soundverhaften (zischt es? - klingt es glockig?) und der Durchsetzung im Gesamtklang einer Band.

 

Hi-Hat

Die Hi-Hat-Becken sind die meistbespielten im Drum-Set. Also muss die Auswahl besonders sorgfältig sein. Der "Chick" der Hi-Hat beim Treten muss laut und kurz ohne Nachklang kommen. Der Gesamtsound sollte klar und ohne Untertöne sein. Er sollte zum Ride passen. Ein bestimmter Crash-Anteil sollte im Hi-Hat stecken. Eine kleinere Hi-Hat (13") spricht sehr schnell an, eine größere (14") setzt sich stärker durch. Auch die Möglichkeit des gleichwertigen lauten und leisen Spiels muss überprüft werden.

 

Insgesamt ist die Beckenauswahl eine äußerst schwierige Sache, weil das persönliche Gefühl ausschlaggebend ist. Die genannten Testpunkte sind daher nur Hinweise. Entscheidend ist deine Vorstellung vom Sound eines Cymbals. Die wiederum hängt sehr von der Art deiner Musik ab. Ein Heavy-Metal-Drummer will andere Becken als ein Jazzer.

 


 

Kaufhilfe   top

 

Bevor du überhaupt in den nächsten Musikladen gehst und ein paar Tausender für irgend ein Schlagzeug hinlegst, das man dir wärmstens empfiehlt, gilt es, sich umfassend zu informieren und zu orientieren. Lies zunächst einmal in speziellen Musikermagazinen die Rubrik Drums gründlich durch. Regelmäßig werden dort Neuigkeiten vorgestellt und Testberichte veröffentlicht. Du erfährst dabei automatisch, weiche Anforderungen an ein Drum-Set - und zwar in allen Preisklassen - zu stellen sind. Ebenso wirst du mit den Begriffen und Untersuchungsmethoden vertraut.

 

Bevor du ein neues Schlagzeug erwirbst, ist es vielleicht nützlich, wenn du dich auf dem Gebrauchtmarkt umsiehst. Ein gebrauchtes Schlagzeug kann durchaus neuwertig sein. Beim Erwerb kannst du aber oft bis zu 50 % des Neupreises einsparen. Häufig zwingen Bandauflösungen dazu, die Instrumente und Anlagen schnell zu verkaufen. Der Kleinanzeigenteil in den Musikermagazinen informiert dich über die Preise. Allerdings - auf diesem Weg ein Schlagzeug zu kaufen, ist wenig empfehlenswert, da die Anzeigen bundesweit gestreut sind und du möglicherweise von München nach Hamburg fahren musst, um ein Teil anzusehen, das dir dann doch nicht gefällt. Schau dann besser in die regionalen Anzeigenblätter, die meist eine Abteilung für Musikinstrumente haben. Beim Kauf eines gebrauchten Drum-Sets teste genauso sorgfältig. Nimm einen Kenner mit zwecks Beratung. Handle noch beim Preis! Meist ist noch ein Hunderter drin.

 

Du möchtest aber lieber ein neues Schlagzeug haben? Kann ich verstehen! Dann musst du dir vorab darüber klar werden, was du dafür zahlen willst, also komplett mit Becken. Ebenso ist über die Größe des Sets nachzudenken. Ich würde dazu raten, zunächst folgendes Set zu planen: 

  • Bass-Drum 22"

  • Hänge-Tom 12"

  • Hänge-Tom 13"

  • Stand-Tom 16"

  • Snare

  • Snare-Ständer

  • Hi-Hat, Fußmaschine

  • 2 Beckenständer

  • 1 Ride-Becken

  • 1 Crash-Becken

  • 1 Beckensatz Hi-Hat 13" oder 14"

  • 1 Doppeltom-Halterung

  • 1 Drummer-Sitz

Dieses Schlagzeug ist im Grunde vollkommen ausreichend für alle Zwecke. Es reicht auch ein Hänge-Tom. Im Laufe der Zeit wirst du merken, dass du mit der nötigen Spieltechnik eine ganze Menge da rausholen kannst. Einer späteren Ergänzung steht natürlich nichts im Wege. So kann man die Reihe der Toms erweitern, bei den Becken weitere Klangfarben hinzunehmen oder Percussion-Instrumente einplanen. Erkundige dich beim Kauf genau, ob das Set nur komplett zu erwerben ist, oder ob man Einzelteile hinzukaufen kann. Bei Markenschlagzeugen sind Komplettangebote eigentlich immer nur Vorschläge, man kann fast jede Schraube auch einzeln kaufen. Bei Billigdrums ist das oft nicht gegeben.

 

Nicht unwichtig ist es, darauf zu achten, mit welchen Fellen das Schlagzeug bestückt ist. Dazu müsstest du vorher die unterschiedlichen Fellarten kennen lernen und anhören, weil sie alle besondere Klangeigenschaften haben. Bei den Schlagfellen gibt es zum Beispiel die Pin Stripes, die Dots oder die mit der rauen Oberfläche. Letztere werden besonders für Snares eingesetzt. Die Resonanzfelle sind dagegen nur einschichtig und sehr dünn. Frage auch den Händler, ob du beim Kauf die Fellbestückung wählen kannst.

Beobachtungsmerkmale

  • Verarbeitung der Kessel (Auflageränder, Verklebung der Oberflächenbeschichtung bzw. Lackierung, Rundheit)

  • Verarbeitung der Metallteile (alle Schrauben fest, kein Rappeln, massive Spannreifen)

  • Verarbeitung der Hardware (Ständer stabil und standfest, Verchromung, Verschraubungen und Flansche widerstandsfähig und auch über lange Zeit haltbar, Spezialschlüssel nötig, Tomhalterung gut einstellbar, Einstellungen justierbar)

  • Klang (aus Drummer-Perspektive, aus Entfernung, offenes Klangbild ohne störende Resonanzen, die Snare raschelt nicht mit, gute Stimmbarkeit und deutliche Unterscheidung der einzelnen Kessel, Ansprache der Snare, Einstellung des Spiralteppichs, es muss möglichst wenig abgeklebt werden)

  • Beckenklang (siehe Cymbals)


 

Spieltechnik   top

 

An dieser Stelle kann kaum auf die vielfältigen Spielweisen der unterschiedlichen Schlaginstrumente eingegangen werden.

 

So gibt es Schlagzeuger, die sich allein auf das Spiel von Bongos oder Congas spezialisiert haben. Auch durch die Stilrichtung einer Musik wird die Spieltechnik entscheidend mitgeprägt. Ein Jazz-Schlagzeuger beherrscht sein Instrument eben anders als der Heavy-Metal-Drummer, wobei dies keine Frage von gut oder schlecht ist. Für den aufstrebenden Rock- und Pop-Schagzeuger ist es zunächst wichtig, sich in grundlegende Übungen einzuarbeiten. Dazu sollen ein paar Anregungen gegeben werden. Es kann nicht schaden, sich eine Schlagzeugschule zu kaufen, vielleicht mit Lehrvideo, oder gar an einer (Jugend-) Musikschule einen Kurs zu belegen. Ganz nebenbei lernt man dann vielleicht noch das Spiel nach Noten. Es ist dann nur noch eine Frage der eigenen Ausdauer und Zeit, bis man ein begehrter Studiodrummer ist.

 


 

Handstellung   top

 

Die folgenden Angaben beziehen sich auf Rechtshänder. Linkshänder müssen entsprechend umdenken!

 

Als Erstes musst du für dich die ideale Sitzposition hinter dem Set herausfinden. Dabei ist ausschlaggebend, dass sie auch über einen längeren Zeitraum bequem bleibt. Alle Teile solltest du also in eine gut erreichbare Anordnung bringen. Wichtig ist vor allem die Höhe und Neigung der Snare, weil davon wiederum anderes abhängt.

 

Du hast dich nun hinter deiner Schießbude eingerichtet. Dein rechter Fuß steht auf der Fußmaschine, dein linker auf der Hi-Hat. Die Füße setzt man mit der ganzen Fläche auf und gewöhnt sich diese Spielweise auch an. Viele setzen nur die Fußspitzen auf, was irgendwann in den Waden und Beinen dann zu Verkrampfungen führen kann.

 

In jede Hand nimmst du einen Drum-Stick. Es gibt zwei mögliche Haltungen für die Handhabung des Stockes in der linken Hand. Die erste ist die traditionelle Form, die du vielleicht schon mal bei Jazz-Drummern gesehen hast (siehe Musiker: Buddy Rich, Charly Antolini). Dabei liegt der Stock locker in der Daumenbeuge. Er wird von oben mit dem Daumen geführt, von unten drückt der Mittelfinger (oder Ringfinger) dagegen, der Zeigefinger (oder Mittelfinger) stabilisiert die Haltung. So kann der Stick elastisch beim Schlag auf das Fell reagieren und mit den Fingern kontrolliert werden. Der Vorteil bei dieser Technik ist - wenn man sie perfekt beherrscht - dass man Wirbel nur mit der linken Hand allein ausführen kann.

 

 

Die zweite Möglichkeit besteht darin, den Stock wie bei der rechten Hand von oben zu greifen und ihn locker zwischen Daumen und Zeigefinger pendeln zu lassen, wobei man die Bewegung mit dem Daumendruck kontrolliert. Das ist die bei Rockdrummern übliche Haltung, die aber durchaus auch im Jazz oder Orchester zu finden ist. Sie hat den Vorteil, dass sich Kantenschläge bei der Snare sowie Wirbel über eine umfangreiche Tom-Batterie sehr gut ausführen lassen. Ausgebildete Schlagzeuger beherrschen beide Handhabungen und wechseln sie während des Spiels ständig.

 

 

Deine rechte Hand hält den Stock zwischen Daumen und Zeigefinger. Damit werden nun die Becken bedient und je nach Bedarf auch die Toms. Auch die Hi-Hat schlägst du mit der rechten Hand, du musst also den rechten Arm über den linken bewegen.

 

Die linke Hand schlägt hauptsächlich den Beat auf der Snare und mit der rechten zusammen die Wirbel. Gelegentlich bedient sie auch mal ein Crash-Cymbal. Allerdings gibt es Schlagzeuger, die das alles völlig anders machen. Mit zunehmender Spielpraxis stellt es sich schnell heraus, dass die Hände sehr universell eingesetzt werden können und du deinen persönlichen Stil entwickeln kannst.

 

(Abb. Musikhaus Thomann, mit freundlicher Genehmigung)

 


 

Pattern   top

 

Nach so umfangreicher Vorbetrachtung kommen wir jetzt zum praktischen Spiel. Auch der Schlagzeuger kann sein Instrument "nach Noten" lernen. Ich gehe jedoch davon aus, dass in den meisten Anfängerbands zunächst mal Selbststudium betrieben wird. Für die Darstellung von Rhythmen und das leichtere Üben habe ich deshalb ein System gewählt, dass aus der Programmierung von Drumcomputern stammt. So konnte man in die berühmte TR-808 genau so seine Rhythmen eingeben wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Man kann dabei auf einen Blick sehen, was in den angegebenen Zeiteinheiten gespielt wird. Solche kurzen, sich wiederholenden Spielabschnitte nennt man Pattern. Und so wollen wir auch üben: Jeweils ein Pattern üben wir solange, bis es sitzt. Diese Pattern kannst du dir selbst zusammenstricken, indem du dir eine ähnliche Vorlage herstellst, mehrfach kopierst und entsprechende Einträge vornimmst. 

 

Instrumente Schritte pro Takt Auflösung
1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4
Hi-Hat                                 1/4
Ride                                  
Crash                                  
Snare                                 1/4
Tom 1                                  
Tom 2                                  
Stand Tom                                  
Bass Drum                                 1/4
zählen >>> 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4  
  1. Takt 2. Takt 3. Takt 4. Takt  

 

Aus dieser Patterntabelle ist ersichtlich:

  • Es wird über 4 Takte im 4/4-Rhythmus gespielt (1-4 zählen!).

  • Jeder Takt enthält maximal 4 Zähler (Auflösung = Schritte pro Takt).

  • Die Hi-Hat spielt auf allen Vierteln.

  • Die Bass-Drum wird auf den Zählern 1 und 3 bedient.

  • Die Snare schlägt auf 2 und 4.

Die Schritte pro Takt geben immer die Auflösung an. Entsprechend kann ein 4/4-Takt auch in Achtel eingeteilt werden. Man zählt weiterhin bis vier, muss aber auf der Hi-Hat doppelt so schnell spielen. Bass-Drum und Snare bleiben unverändert auf den selben Zählern.

 

Instrumente Schritte pro Takt Auflösung
1 2 3 4 5 6 7 8 1 2 3 4 5 6 7 8
Hi-Hat                                 1/8
Ride                                  
Crash                                  
Snare                                 1/4
Tom 1                                  
Tom 2                                  
Stand Tom                                  
Bass Drum                                 1/4
zählen >>> 1   2   3   4   1   2   3   4    
  1. Takt 2. Takt  

 

Mit ein wenig Fantasie kann man sich so ohne große Notenkenntnisse recht komplizierte Übungen zusammenstellen. Beachten muss man einfach die Grundlagen des Zählens der verschiedenen Taktarten und wie viele Schritte man in einen Takt packen will, was dem kleinsten Notenwert entspricht.  Schritte pro Takt bedeutet, in wie viele Teile ein Takt - die Einheit für den Rhythmus - zerlegt wird. Packt man 16 Schritte in einen Takt, so hat man als kleinsten Notenwert die Sechzehntel-Note. Am Anfang reicht es, bis 16 Teile pro Takt anzugeben, das ist schon eine Recht ordentliche Auflösung. Die ersten Übungen beginnen mit einer Auflösung von 4 Teilen. Dabei erhält ein 4/4-Takt also vier Schläge. Es kann bei fortgeschrittener Übung durchaus vorkommen, dass die unterschiedlichen Instrumente des Schlagzeugs verschiedene Auflösungen haben. Das ist aber ganz verständlich, weil man ja z.B. auf den Becken schneller spielt und mehr Schläge macht. Aber das ergibt sich im Laufe der Übungen schon fast automatisch.

 


 

Zählen   top

 

2/4-Takt: 1 2 - 1 2 - 1 2 usw.

3/4-Takt: 1 2 3 - 1 2 3 - 1 2 3 usw. 

4/4-Takt: 1 2 3 4 - 1 2 3 4 - 1 2 3 4 usw.

 

Die Betonung liegt immer auf der 1.

 

Wichtig erscheint mir zuallererst, dass du dir eine Art innerer Uhr antrainierst. Du solltest also am Anfang immer im angegebenen Takt laut mitzählen, später dann im Kopf, bis du schließlich an einen Punkt gerätst, wo du das Zählen verinnerlicht hast. Wenn du ein Metronom hast, lass es mitlaufen. Vielleicht kennst du auch jemanden, der einen Drumcomputer besitzt. Lass dir von ihm eine Audio-Kassette mit einem durchlaufenden Schlag in verschiedenen Geschwindigkeiten aufnehmen. Diese Kassette kannst du über einen Walkmann beim Üben ablaufen lassen. Schlagzeuger in Tonstudios - also Profis - lassen bei Aufnahmen in der Regel den Klick immer über Kopfhörer mitlaufen! Wenn du den Klick nicht hörst, bist du im Rhythmus! 

 


 

Rudiments   top

 

Wenn du mit dem Patternsystem und den Rhythmusübungen vertraut geworden bist, hast du schon einen guten Oberblick für deine Möglichkeiten am Schlagzeug bekommen. Ziel ist es, die Unabhängigkeit aller vier Gliedmaßen voneinander zu erreichen. Das ist bei einfachen Rhythmen sicher nur bedingt möglich, da sich doch alle Bewegungen gut in die Vierteleinteilung einbinden lassen. Schwieriger wird es, wenn man vom geraden Weg abweicht. Das ist immer der Fall, sobald über dem Grundrhythmus Wirbel gespielt werden, besonders, wenn diese von den Vierteln abweichen.

 

Der Drummer übt daher nicht unbedingt Gesamtrhythmen, sondern einzelne Grundstrukturen, die er beim Spiel dann blind beherrscht und miteinander verknüpft. Außerdem dient das Spiel solcher Rudiments - wie man es nennt - der Lockerung der Gelenke und Muskeln. Gerade bei der Arbeit an der Snare spielen lockere Handgelenke eine große Rolle. Eingefleischte Drummer sieht man ständig aus diesem Grund mit ihren Sticks irgendwo herum klopfen.

 


 

Triolen   top

 

Ein wichtiges Rudiment ist das Spiel von Triolen, die dann zu Wirbeln über die Toms werden. Triolen sind Gruppen von drei Schlägen, die aber auf einer Zählerzeit, also z.B. einem Viertel, gespielt werden. Du zählst also bei einem 4/4-Takt ganz normal 1-2-3-4, spielst das sogar auf der Bass Drum mit, musst aber bei jedem Stepp drei Schläge unterbringen. Das klingt zunächst verwirrend, ist aber leicht zu durchschauen.

 

Beginne mit deiner Snare! Ganz langsam! Schlage ab wechselnd rechts – links - rechts / rechts - links - rechts usw.. Betone immer den ersten Schlag. Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, kommt der nächste Schritt.

 

Schlage wieder rechts - links - rechts, sofort anschließend aber links - rechts - links und dann wieder rechts - links - rechts usw. Achte wieder auf die Betonung des ersten Schlages jeder Einheit. Du kannst jetzt eigentlich deutlich hören, wie Triolen klingen sollen. Nun ist es wichtig, das Ganze recht gleichmäßig zu halten, sowie immer den Betonungswechsel von rechts nach links und umgekehrt ohne Fehler hinzukriegen. Sobald die nötige Sicherheit da ist, kannst du die Übung ausweiten, indem du nun zusätzlich dazu die Bass Drum auf 1-2-3-4 spielst, also immer gerade durch. Wenn das sitzt, steigere allmählich das Tempo. Werde immer schneller! Irgendwann kommt sowieso die Grenze, wo die einzelnen Schläge auf die Snare nicht mehr zu unterscheiden sind und zum Roll (Wirbel) werden. Werde umgekehrt dann wieder langsamer. Es ist wichtig, sauber die Triolen heraushören zu können. 

 

Instrument Schritte pro Takt Auflösung
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Snare R L R L R L R L R L R L 1/12
Bass-Drum                         1/4
zählen >>> 1     2     3     4      
  1. Takt  

 

So, nehmen wir einmal an, du hast diese Aufgaben auf der Snare mit Bass-Drum-Begleitung vorzüglich gemeistert. Dann dürfte es kein Problem für dich sein, die Triolen auch auf die Toms zu übertragen. Übe zunächst wieder ohne Bass Drum. Beginne mit der Snare rechts - links - rechts und spiele dann nahtlos auf dem ersten Tom weiter mit links - rechts - links. Wenn das drin ist, kannst du dich immer ein Tom weiter vorwagen. Am besten vom höchsten zum tiefsten. Ich gehe davon aus, dass dein Set dabei zwei Hängetoms und ein Standtom hat. Wenn du übergangslos über alle Toms "fegen" kannst, übst du wiederum mit der Bass Drum, zuerst langsam, dann schneller.

 

Instrument Schritte pro Takt Auflösung
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Snare R L R       R L R L R L 1/12
Tom 1       L R L              
Tom 2             R L R        
Stand Tom                   L R L  
Bass-Drum                         1/4
zählen >>> 1     2     3     4      
  1. Takt  

R = rechte Hand, L = linke Hand, fett = betonter Taktteil

 


 

Musiker (Drums)   top

 

Auch hier gilt wie bei allen von mir vorgeschlagenen Musikern: absolut subjekte Auswahl! Durch Anklicken der Fotos öffnet sich eine Wikipedia-Seite für nähere Infos.

 

 
Ringo Starr Pete York Ginger Baker Gene Krupa
       
Buddy Rich Carl Palmer John Hiseman Charly Antolini