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Projekt "Der Selbstbau von Musikerboxen"   top

 

Interessant sind sicher für Leute, die nicht gerade zwei linke Hände haben, die Vorschläge für den Selbstbau von Boxen.

 

Ob der Selbstbau unbedingt billiger ist, sei dahingestellt. Sicher kann man auf dem Gebrauchtmarkt günstige Teile erwerben. Aber es erhöht ungemein das Selbstbewusstsein, wenn man a) genau weiß, wie so eine Box aufgebaut ist, und wenn man b) dann auch noch das eigene Produkt bespielt. Ganz abgesehen davon, dass man im Design völlig freie Hand hat und so dem tristen Einheitslook entfliehen kann. Die Dateien liegen im PDF-Format vor. Linke Maustaste: Der Acrobat-Reader öffnet sich automatisch, wenn er installiert ist. Rechte Maustaste: Ziel speichern unter...

 

Den kostenlosen und Ressourcen sparenden Foxit Reader für PDF gibt es hier: Download

 

Bauplan Gitarrenbox Download 
Der erste Bauvorschlag ist die klassische Gitarrenbox 4x12", wie man sie spätestens seit Jim Marshall kennt (hoher Grafikanteil).
Bauplan Bassbox 1 Download 
Diese Bassbox ist eine Bassreflex-Box, bestückt mit einem 15"-Bass- Lautsprecher. Die Konstruktion entspricht bis auf die Schallwand der Gitarrenbox.
Bauplan Bassbox 2 Download 
Diese Bassbox ist eine Bassreflex-Box, kombiniert mit einem Foldback-System für  einen 15"-Bass-Lautsprecher oder 2x12".
Bauplan PA-Box Download 
Der Bauvorschlag wendet sich an erfahrene Boxenbauer mit Elektronikkenntnissen. Die PA-Box ist als kompaktes Zweiweg- System ausgelegt.
Adapter & Stecker usw. Download 
Übersicht über die wichtigsten Adapter und Steckverbindungen und ihre richtige Beschaltung (Polung), richtiges Löten.

 


 

Projekt "Eigenbau"    top

 

von E-Gitarren / Amps / Pedals

 

Wer tatsächlich meint, auch E-Gitarren oder Amps selbst bauen zu müssen, obwohl es doch am Markt sehr gute und auch preiswerte Erzeugnisse gibt, dem seien die folgenden Links wärmstens empfohlen. Dort findet man alles, was man dazu wissen muss bzw. kann sich per eMail erkundigen. Ich vermute allerdings, dass man für solche Projekte nervlich gut in Form und zudem auch handwerklich ziemlich fit sein muss.

 

rkock - guitars & amps

 


 

Projekt "Der Übungsraum"   top

 

Einzelheiten dazu siehe Seite Technik "Im Übungsraum". Die Bauanleitung gibt es hier zum Download.

 

Übungsraum Download 
Allgemeine Bauanleitung zur Schallisolation eines Kellerraumes einschließlich Drum-Kabine.

 


 

Projekt "Die eigene CD"   top

 

Viele von euch wollen die eigene Musik auch für andere zugänglich machen. Dabei muss es nicht unbedingt immer darum gehen einen Plattenvertrag zu bekommen. Die Chancen dafür sind ohnehin schlecht, da die wenigen großen Companies mit Demos überschwemmt werden und Talente kaum noch gefördert werden. Gefragt ist, was gerade "in" ist. Bei kleineren Labels lohnt die Anfrage oftmals eher, wenn ihr mit eurer Musik gerade in die Nische passt, die das Label bedient.

 

Aber selbst ohne der Sucht nach dem Vertrag zu erliegen, ist es oft wünschenswert, die Musik auf Tonträger bereit zu halten. Nach Konzerten fragen nicht selten Besucher, ob man eine CD hat. Das ist aber heute kein Problem mehr. Hat man einen gut ausgerüsteten PC, dann ist der CD-Brenner vielleicht schon vorhanden oder geplant. Haben mehrere Bandmitglieder einen PC, dann kaufen sich alle möglichst den gleichen Brenner (Rabatt!!!) und schon steht einer kleinen CD-Produktion nichts mehr im Wege. Denn eine professionelle CD-Herstellung zieht einen Rattenschwanz von Kosten nach sich. Zudem lohnt sich so etwas nur bei hoher Auflage (ab 1000 CDs), aber die muss man erst mal wieder los werden. Die eigene Herstellung hingegen kann ganz flexibel erfolgen.

 

Was ist zu tun? Zunächst einmal muss eure Musik aufgenommen werden. Günstig ist es, wenn ihr in eurem Übungsraum die Übungsmöglichkeiten so gestalten könnt, dass alle Instrumente über ein Mischpult laufen und das Üben per Kopfhörer oder In-Ear-Monitoring passiert. Dadurch vermeidet ihr, dass ihr euch gegenseitig zudröhnt, und habt eine gute Kontrolle über euren Gesamtsound bei Gehör schonender Lautstärke. Wenn das Mischpult dann noch in einen Nebenraum ausgelagert werden kann, ist eine optimale Recording-Situation geschaffen.

 

Ihr übt wie gewohnt mit dem Ziel, eine makellose Performance hinzulegen. Euer Mensch am Mixer mischt Instrumente und Gesang mit dem Ziel, einen Top-Bühnensound zu zaubern. Es stört nicht weiter, wenn - angeschlossen an die Tape-Ausgänge des Mixers - ständig ein Aufnahmegerät mitläuft. Empfehlenswert ist es, sich einer 2-Spur-Tonbandmaschine des Typs Revox mit 19er- oder gar 38er-Geschwindigkeit zu bedienen (A77, B77, A700). Solche Geräte gibts auf dem Gebrauchtmarkt zu günstigen Preisen (bitte nur mit aktuellem Messprotokoll kaufen!). Alternativ kann auch ein DAT-Gerät verwendet werden. Allerdings muss bei einer digitalen Aufnahme der Pegel gut justiert werden. Er darf nicht in den roten Bereich gehen. Auch geringe Übersteuerungen machen die Aufnahme sonst unbrauchbar. Tonbänder verkraften das leichter. Für die DAT-Aufnahme am besten kurz die lautesten Songstellen anspielen. Minidiscs eignen sich für eine Masteraufnahme kaum, da es sich dabei um ein datenreduziertes Aufnahmeverfahren handelt. MCs scheiden wegen der Tonqualität aus.

 

Welche Vorteile bietet nun die direkte Aufnahme im Vergleich zu der in Tonstudios üblichen Mehrspurtechnik mit einzelnen Takes? Erstmal vertrödelt ihr keine Zeit, denn üben wollt und müsst ihr sowieso. Zum anderen klingt kein anderes Aufnahmeverfahren authentischer, d. h. es klingt wirklich nach euch und dokumentiert eindeutig euren musikalischen Stand. Studioaufnahmen dagegen klingen oft genug nach dem jeweiligen Produzenten und der von ihm eingesetzten Technik.

 

Ihr habt nun fleißig ein paar Wochen lang geübt und immer war das Aufnahmegerät in Betrieb. Irgendwann ist die Zeit gekommen das Material auszuwerten. Jeder Song ist inzwischen mehrfach auf die Bänder gebannt worden und ihr habt so ziemlich den Überblick verloren, was gut und was schlecht war. Es sollten sich einige aus der Band nun mit einem neutralen Zuhörer zusammensetzen und das Material der Reihe nach durchhören. Ihr werdet schnell merken, was davon man vergessen kann. Aber dann ist da plötzlich auch der magische Moment, wo alles stimmt, wo die Band ihre Umwelt vergessen hat und in die Musik völlig eingetaucht ist. Das ist das Material, das ihr braucht und das man in teuren Studios unter Zeitdruck nur sehr, sehr selten hinbekommt. Vielleicht sind es erst ein, zwei Songs, aber immerhin. Also weiter üben und aufnehmen und filtern bis ihr eine CD füllen könnt. Ca. 10-12 Songs reichen - je nach Länge - völlig. Vergesst nicht, die Bänder und Bandstellen mit den guten Songs sorgfältig zu markieren. Ein schriftliches Aufnahmeprotokoll mit Anmerkungen zur Aufnahmsituation kann auch nicht schaden. Nach Wochen weiß man das alles nicht mehr und sucht sich krank.

 

Nun geht es daran, die herausgefilterten Songs in den PC zu übertragen. Eine Soundkarte gehört zum PC-Standard. Alle Soundkarten haben Stereoein- und -ausgänge und eine entsprechende Regelsoftware, die meist an ein Mischpult erinnert. Das Aufnahmegerät (kein anderes!) wird an die Stereoeingänge angeschlossen. Beim DAT-Recorder hat man die Möglichkeit der direkten digitalen Übertragung. Dazu muss aber die Soundkarte auch eine digitale Schnittstelle haben. Andernfalls müssen die analogen Ausgänge des DAT-Geräts herhalten. 

 

Natürlich kann man die Aufnahmeübertragung mit der Software der Soundkarte oder etwa Tools machen, wie sie von Windows geliefert werden. Besser ist es, spezielle Programme zu verwenden. Empfehlenswert und auch erschwinglich sind Goldwave und Clean!. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, dem sei Cool Edit Pro empfohlen. Wer in die Oberklasse will, muss mindestens die Anschaffung von WaveLab kalkulieren. Mit diesen Programmen kann die Musik auf alle erdenklichen Arten nachbearbeitet werden. Dabei sollte man sich klar machen, dass wirklich alle Arten gemeint sind. Während es nämlich früher beim Recording unerlässlich war, auch eine Menge Hardware anzuschaffen, etwa Hallgeräte, Kompressoren, De-Esser usw., kann man heute gut darauf verzichten und sich statt dessen den PC mit entsprechender Software voll packen, die aber im High-End-Bereich nicht billiger sein muss!

 

Beim Einsatz von Effekten sollte man sich natürlich - wie schon immer - eher zurückhalten. Aber per Software kann man hervorragend Brummen und Rauschen entfernen und (sehr wichtig!) die Aufnahme normalisieren. Normalisieren bedeutet, die Musik auf einen möglichst hohen, digital aber unbedenklichen Pegel (0 dB) zu bringen. Man kann auch exakt Anfang und Ende der Songs bestimmen oder automatisch ein- und ausblenden. Wohlgemerkt: Man nimmt erst mal den Song im Rohzustand mit der Software auf und macht sich dann ans bearbeiten. Die Software errechnet die Werte und man sieht deutlich in der Frequenzkurve die vollzogenen Änderungen. Alles kann aber wieder rückgängig gemacht werden, falls etwas schief läuft.

 

Es dauert seine Zeit, bis man den Sound einer kompletten CD bearbeitet und im Kasten, sprich auf der Festplatte, hat. Dort werden die Songs mit ihrem Namen als Wave-Datei (*.wav) gespeichert. Die Festplatte übrigens sollte schon ausreichend groß sein. Eine normale Audio-CD hat rund 650 MB Datenmasse. Die oben erwähnten Bearbeitungsprogramme legen zusätzlich noch Sicherungs-dateien an, sodass insgesamt mehr als 1,3 Gigabyte  Festplattenplatz pro CD benötigt werden. Es ist auch nicht ratsam, sofort alle Aufnahmen wieder zu löschen. Man weiß ja nie! Eine Festplatte in der Größenordnung ab 40 GB wäre fürs Recording also durchaus angebracht. Aus eigener schlechter Erfahrung (Festplatten-Crash) kann ich zudem nur raten, gleich noch eine zweite Festplatte anzuschaffen, auf der man regelmäßig Sicherungen der ersten Platte ablegt. Es erzeugt sehr schlechte Gefühle, wenn die Monate lange Recording-Arbeit im Daten-Orkus verschwindet. Zusätzlich ist es empfehlenswert, jeden einzelnen Bearbeitungsschritt auf CD-RW zu sichern. Und noch ein Hinweis: Die ursprünglichen Aufnahmen in der Rohfassung sollten natürlich auf alle Fälle erhalten bleiben und gesichert werden. Das heißt, es wird nur an den Kopien geschraubt.

 

Sind alle Aufnahmen zur Zufriedenheit bearbeitet, bleibt nur noch, alles auf CD zu brennen. Dazu wird das Brennprogramm gestartet, das dem Brenner in der Regel beiliegt. Nun muss noch einmal intensiv in der Band nachgedacht werden: In welcher Reihenfolge sollen die Songs auf die CD? Als Faustregel gilt: den stärksten Song (möglichst einen schnellen) nach vorne, Balladen in die Mitte, zum Schluss noch mal aufdrehen. Im Brennprogramm kann man die Songs der Reihe nach anordnen.

 

Das Brennprogramm wandelt nun beim Brennen die Wavedateien in Digital-Audio-Dateien um (44,1 KHz, Stereo, 16 Bit). Für das Brennen könnt ihr spezielle Audio-Rohlinge nehmen, normale CD-Rohlinge reichen aber auch. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, dass sie alle Brenngeschwindigkeiten eures Brenners (Multi-Speed) verarbeiten. Außerdem sollten sie Aufkleber vertragen können und - wegen möglicher späterer Labels - nicht bedruckt sein. Vor dem eigentlichen Brennen sollte man die Simulationsfunktion des Programms nutzen, dann geht auch nichts mehr daneben.

 

Ihr brennt jetzt so viele CDs, wie ihr Brenner habt (Freunde und Bekannte nicht vergessen). Und natürlich für jedes Bandmitglied eine. Damit hat jeder Brennerbesitzer eine Masteraufnahme von euch und kann bei Bedarf brennen. Er muss die Original-CD nur kopieren. Ihr könnt euch ausrechnen, dass ihr schnell mal 50 CDs zur Verfügung habt, wenn mehrere sich die Arbeit teilen. Und ihr bleibt finanziell wirklich auf dem Boden.

 

Nun bleibt nur noch, die gebrannte CD und die Hülle mit geeignetem grafischen Material zu gestalten. Das wird unser nächstes Projekt.

 


 

Projekt "Cover-Layout"   top

 

Seitdem sich die CD am Musikmarkt durchgesetzt hat, ist die Cover-Gestaltung für Künstler schwer geworden. Bei den alten Vinyl-Langspielplatten, deren Hüllen eine Fläche von gut 31 x 31 cm boten, gehörte es einfach dazu, dass in die Aufmachung des Covers viel Energie gesteckt wurde. Viele meiner alten Platten im Regal sind mir allein deshalb schon lieb und wert. Es gibt Doppel- und Dreifachalben, Klappalben (Jethro Tull, Stand Up: Da klappt die ganze Band hoch), Rundalben, Rombusformen, Covers mit Reißverschluss (Rolling Stones), Holographien, ja, eigentlich alles was Design und Verpackungskunst hergaben. 

Da kann die CD kaum mithalten in ihrer Nüchternheit. Aufmerksamkeit wird durch die CD-Hülle kaum mehr erzeugt, es sei denn, man muss auf die Kosten nicht achten. Eine Mehrfach-CD von Pink Floyd fiel mir kürzlich im Regal nur durch eine integrierte blinkende LED auf. War wohl auch eine Batterie in der Verpackung. Na ja!

 

Dennoch wird keine Band darauf verzichten wollen, das CD-Cover zu gestalten, um wenigsten ein wenig die eigene Band-Idee optisch rüber zu bringen. Das ist auch völlig korrekt, zumal der User ein Minimum an Informationen erwartet. Was könnt ihr also tun, wenn ihr euren Sound im Kasten habt und eure selbstgebrannte CD unters Volk bringen wollt?

 

Die CDs haben schon fabrikmäßig eine Plastikhülle. Ihr nehmt die Werbeeinlagen sowieso heraus. Vorne kann man den Einleger herausziehen, die hintere Inlaycard lässt sich durch Öffnen des CD-Trays herausnehmen (Vorsicht, damit die kleinen Noppen nicht abbrechen). Dann liegt die nackte Hülle mit der blanken CD vor euch. Ihr benötigt nun eine grafische Gestaltung für

  • das CD-Label

  • das Einlegebuch (Booklet)

  • das Inlay

Den meisten Brennprogrammen liegt eine Software bei, mit der man auf einfache Weise diese drei Elemente gestalten kann, um sie dann anschließend auf entsprechende im Handel erhältliche fertige Vorlagen zu drucken - per Laser- oder Tintenstrahldrucker. Stellt man keine großen Ansprüche, reicht das völlig aus.

 

Hochwertiger sieht es aus, wenn man das komplette Layout mit einem Programm wie CorelDRAW erstellt. Dazu muss man keinen teuren Grafiker anstellen. Irgend jemand aus dem Bekanntenkreis hat immer Ahnung von solchen Sachen oder kennt jemanden. Sind die Vorlagen fertig, kann man sich von den Dateien Farbauszüge (Lithos) machen lassen und das Ganze dann professionell drucken lassen. Das ist leider teuer und lohnt nur bei hohen Auflagen!

 

Wir machen es anders. Wir begeben uns in den größten Copyshop des Umkreises und erfahren dort in der Regel, dass man die Dateien aus dem Computer heraus direkt auf den Farbkopierer ausgeben kann und zwar auch auf vorgefertigte Labels und Bögen. Vorteile: Man kann schon bei der ersten Kopie die Qualität prüfen und die Auflagenhöhe beliebig bestimmen und immer wieder ergänzen. Das ist preisgünstig!

 

Was muss nun drauf auf die drei Teile? Das CD-Label sollte enthalten: Titel, Bandname, Copyrightvermerk mit Jahresangabe, falls gegeben: Labelcode und GEMA. Ebenso das CD-Digital-Audio-Logo. Natürlich kann man auch ein Foto oder eine Grafik integrieren, das sollte aber sehr sparsam geschehen, denn die schriftlichen Infos sind hier sehr wichtig.

 

Das Booklet kann man auf zwei Arten gestalten: Als aufklappbaren 4-Seiten-Typ oder (wenn man die doppelte Größe nimmt) faltbaren Typ  mit 4 Seiten-Segmenten außen und einem großen Innenblatt nach dem Entfalten. Diese Art hat den Vorteil, dass man innen sehr viel besser die Texte unterbringen kann als in dem Mini-Booklet. Das erste Segment bildet die Titelseite mit Bandnamen/Foto/Grafik. Das zweite Segment kann alle Titel der CD enthalten (mit Zeitangaben). Die beiden zugeklappten Segmente enthalten die Bandinfos, ja - und ganz innen halt die Texte. Aber das sind nur Vorschläge, das muss jede Band für sich entscheiden. Viel wichtiger ist, dass die CD-Aufmachung die Band-Idee rüberbringt. 

 

Schließlich bleibt noch das Inlay. Hinten enthält es alle Angabe des Labels sowie die Titel der CD. Bei professioneller Vermarktung kommt noch ein Barcode hinzu. Das sollte man dann aber wirklich von Profis machen lassen. Die schmalen Seitenstreifen müssen eigentlich nur den Bandnamen und den Titel aufweisen.

 

Bevor es ans Gestalten geht, müssen natürlich noch etliche Vorarbeiten geleistet werden. Für den Profidruck  muss man besonderen Wert  auf die Einhaltung der genauen Maße und der Farbwerte legen. Das ist aber eine recht komplizierte Sache. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, das alles dazulegen. Für ein Copyprojekt wie hier vorgeschlagen ist es aber einfacher. Macht es so, wie es euch am Bildschirm am besten gefällt. Dazu könnt ihr euch die Maßvorlagen für CorelDRAW (siehe unten) runterladen.

Gute, aussagekräftige und vor allem scharfe Fotos werden aber benötigt und mit möglichst hoher Auflösung eingescannt. Sind es farbige Vorlagen, so werden sie im TIF-Format gespeichert. Auch die Schrift will überlegt sein. Ein Bandlogo muss ebenfalls auf den Scanner. Bei der weiteren Schriftgestaltung sollte man sich wegen der Größenverhältnisse auf eine wirklich lesbare Schrift konzentrieren.  Ein grafische Todsünde ist der Schriften-Overkill. Mehr als zwei Schriftschnitte sollten nicht in einem Layout verwendet werden. Eine Zierschrift und eine Schrift für Fließtext reichen völlig. Schließlich noch der Hinweis, dass man gut daran tut, mehrere Gestaltungsalternativen zu entwickeln. Diese können als Muster ausgedruckt werden. Alle Bandmitglieder sollten sich über die endgültige Fassung verständigen, sonst ist der Ärger vorprogrammiert.

Die Layout-Dateien werden wegen möglicher Fotos relativ groß. Was immer ihr damit macht, ihr müsst sie auf geeignete Speichermedien kopieren. Aber das ist ja kein Problem, weil ihr hier wieder euren CD-Brenner einsetzen könnt. Jetzt wird aber keine Audio-CD gebrannt, sondern eine Daten-CD nach ISO-Norm. Einfach im Brennprogramm anwählen! Diese CD könnt ihr überall hin mitnehmen, wo eurer Layout kopiert, lithografiert oder gedruckt werden soll. Ein CD-ROM-Laufwerk haben alle in ihren Computern. Wenn ihr keinen Brenner habt und nicht selbst brennen wollt, aber euer Layout selbst gemacht habt, dann solltet ihr eure Dateien mindestens auf ein Zip-Medium packen, weil Zip-Laufwerke in der Produktionstechnik weit verbreitet sind.

 

CD-Layout Download 

Zip-Datei

Maßgerechte Vorlagen für Label, Booklet, Folder und Inlay, die ihr mit euren Inhalten füllen müsst.

 


 

Projekt "Bandgründung"   top

 

Hinweis: In den folgenden Ausführungen sind natürlich trotz der männlichen Formen auch immer die Musikerinnen gemeint.

 

Selbst ein Thema, dass eigentlich unproblematisch scheint, ist offenbar für Einsteiger ein Problem. Es geht um die Bandgründung, die eigentlich zwangsläufig ist, sobald man seine ersten Gehversuche auf einem Instrument hinter sich gebracht hat. Wer will schon auf Dauer alleine in der Kammer vor sich hin dudeln? Nun ist eigentlich gerade diese Thematik am wenigstens geeignet zum Verfassen einer Gebrauchsanweisung unter dem Motto: Man nehme... Ich will daher versuchen, einige grundsätzliche Punkte anzusprechen, die unabhängig von den musikalischen Inhalten und der individuellen Gruppierung einer Band sind.

 

Im Idealfall treffen sich gleichgesinnte Jugendliche in der Schule oder im Jugendtreff und stellen fest, dass sie auch musikalisch auf einer Wellenlinie liegen. Zudem kann der eine schon Gitarre spielen, der andere überlegt, ob er sich ein Keyboard kaufen soll und der dritte hat gerade mit dem Schlagzeugunterricht angefangen. Das wäre schon der Grundstein für eine Band. Schnell finden sich auch im persönlichen Umfeld die fehlenden Musiker.

Eine andere Möglichkeit, an Mitmusiker zu kommen, ist es, sich möglichst oft im örtlichen Musikgeschäft herumzutreiben. Das ist eigentlich überall eine Anlaufstelle für Leute, die sich für Instrumente interessieren, sei es, um diese mal anzutesten, sei es, um darüber zu fachsimpeln. Auch hier wird sich schnell heraus stellen, mit wem man gut harmoniert. Oft haben Musikgeschäfte auch ein Schwarzes Brett, dass man lesen oder selbst für Anzeigen nutzen kann (siehe unten).

 

Schließlich kann man auch noch die einschlägigen Kleinanzeigenblätter oder die Musikerzeitungen heranziehen, die alle eine Rubrik "Musik" ausweisen, u. U. eben auch "Bands"  oder "Musiker sucht Band" oder "Band sucht Musiker". Oft handelt es sich aber hier um eingespielte Gruppen oder Fortgeschrittene, so dass man als Anfänger im  Bandgeschäft dort nicht sinnvoll aufgehoben ist. Dann heißt es, selbst eine Anzeige aufzugeben und deutlich drauf hinzuweisen, dass man Anfänger ist und ebensolche sucht. Wichtig sind folgende Angaben:

  • die Altersgruppe

  • das eigene Instrument

  • die gesuchten Instrumentenbesetzungen

  • die Musikrichtung(en), die man selbst spielen möchte

  • der örtliche Großraum, aus dem Mitmusiker in Frage kommen. Es macht keinen Sinn, Musiker in Köln anzusprechen, wenn man in Bielefeld wohnt.

Es sollte schon merkwürdig sein, wenn man unter Einbeziehung dieser drei Möglichkeiten keine Mitmusiker findet. Aber dann geht es ja erst los! Eine der wichtigsten Bandgrundlagen ist die Frage nach dem Übungsraum. Daran sind schon viele Bandgründungen im Ansatz  gescheitert. Erste Anlaufstelle ist zum Beispiel die eigene Schule, wenn man noch eine besucht. Geschickt ist es, nicht direkt zum Schulleiter zu rennen, sondern einen Musiklehrer einzuspannen, von dem man weiß, dass er offen gegenüber allen Musikrichtungen ist. Vielleicht kann man ihn überreden, das "Unternehmen Band" als Schulband-AG laufen zu lassen. Dann hat man auch gleich noch Auftrittsmöglichkeiten bei Schulfesten und die Schule ringt sich dazu durch, zur Ausrüstung der Anlage beizutragen. In vielen Schule ist aber das nötige Material schon vorhanden und es gibt auch solche AGs. Oft ist es sogar möglich, sich als "Parallel-AG" einzuklinken ("Wir regeln das schon alles selbst!").

 

Sollte das so nicht machbar sein, bleibt immer noch der Schulleiter. Auch hier gibt es eine wichtige Instanz, die man vorschalten sollte: den Hausmeister. Er muss mitspielen! Er kann sagen, welcher Raum geeignet ist (wegen der Lärmbelästigung und der Unterbringung der Anlage) und ob er bereit ist, eventuell diesen am Nachmittag oder Abend aufzuschließen. Damit hat man Fakten in der Hand, die man dem Schulleiter unterbreiten kann. Ihr seid natürlich - wie immer - bereit, für die Schule zu spielen, wenn ihr gut in Übung seid.

 

Nun kann Schule als Übungsstätte für euch ja völlig ausfallen, aus welchen Gründen auch immer. Dann heißt es tingeln gehen bei den Einrichtungen, die es bei euch am Ort gibt: Jugendheime, kirchliche Einrichtungen, Sportvereine. Das wird dann schon schwieriger,  weil dort natürlich pausenlos Bands vorsprechen. Aber man sollte es versuchen.

 

Schließlich bietet sich vielleicht noch die Möglichkeit, im Kellerraum eines Mitspielers unterzukommen, sofern die Familie ein Eigenheim besitzt und ihr diesen Keller schalldämmend ausbauen dürft. Das wäre nicht die schlechteste Lösung, wenn die Aussicht besteht, dass die Band Bestand hat.

Die letzte (vermutlich schlechteste) Lösung wäre, einen Übungsraum anzumieten. In vielen Städten hat man in den letzten Jahren alte Bunker zu solchen Spielstätten umgewidmet. Manchmal vergeben städtische Jugendprojekt die Räume, wobei die Musiker Schlange stehen und man lange Wartezeiten in Kauf nehmen muss. In der Regel vermieten aber Verwertungsgesellschaften die Räume. Die Nachteile liegen auf der Hand: Es kostet wertvolles Taschengeld, das man eigentlich in die eigenen Instrumente stecken möchte; die Räume sind schalltechnisch äußerst ungünstig, man hört die Band nebenan mit; die teure Anlage ist nicht unbedingt sicher untergebracht, sie muss gegen Diebstahl (teuer) versichert werden.

Gehen wir mal davon aus, das Raumproblem ist gelöst. Ist nun alles in Butter? Keineswegs, denn jede Bandneugründung beinhaltet zumindest in der Anfangsphase die Möglichkeit des teilweisen oder kompletten Scheiterns. Man muss damit rechnen, dass im Verlauf des Übungsalltags und bei näherem Kennenlernen die Meinungen auseinander gehen, sei es darüber, was man spielt, sei es darüber, wie man spielt. Oder ein Mitspieler entwickelt sich nicht so, wie man es hätte erwarten können, menschlich oder technisch. Das ist um so wahrscheinlicher, je größer die Band ist. Die Drei-Mann-Besetzung hat es einfacher als die Funk-Band mit zehn Leuten.

 

Macht nicht den Fehler, solche Probleme weg zu wischen. Es ist auch sinnlos, sich beim Üben anzuschreien und anderen die Schuld für die miese Stimmung in die Schuhe zu schieben. Lasst gleich beim ersten Ansatz von Problemen die Instrumente stehen und setzt euch als gleichwertige Menschen mit gleichwertigen Gefühlen und Meinungen zusammen an einen Tisch. Schreibt in einer Liste auf: Was ist positiv an dieser Band? Was ist negativ? Wo sind die Ursachen des Negativen? Wie lässt sich das ändern? Hat Negatives seine Ursachen in Missverständnissen, so lässt sich das schnell im Gespräch klären. Oft kristallisiert sich aber heraus, dass es an einer Person liegt, die oft bei anderen aneckt. Im Gespräch stellt sich vielleicht heraus, dass diese Person sich eigentlich in dieser Formation irgend wie unwohl fühlt und die anderen dies merken und sich auch unwohl fühlen. Auf diese Weise kann man einen Weg der gütlichen Trennung finden, ohne jemand zu verletzten.

 

So wird dann die gegründete Band anfänglich den ein oder anderen Mitmusiker austauschen (das muss nicht so sein, kann aber!), bis sich schließlich der Kern einer längerfristigen Verbindung etabliert hat. Nun ist der Punkt erreicht, wo das Band-Dasein erst richtig Spaß macht, wo es aber auch Ernst wird. Ab jetzt wollt ihr ja gemeinsam ein Ziel ereichen. Damit das funktioniert, muss man strategisch vorgehen, d. h. die Kräfte müssen gebündelt werden. Dazu sind einige Fragen zu klären:

  1. Wie werden die musikalischen Inhalte bestimmt? Wer wählt Songs aus? Gemeinsam, oder ist nur einer für die Musikqualität verantwortlich? Bei eigenem Material: Macht einer alleine die Songs oder komponiert einer, ein anderer schreibt die Texte?

  2. Wer macht die Öffentlichkeitsarbeit? Gibt es einen Sprecher, Bandleader? Oder alles nur im Teamwork?

  3. Wer schafft was an für die gemeinsame Anlage?

  4. Wer kümmert sich um die Technik?

Punkt 1 und 2:

Ich neige eher dazu, eine konsequente Aufgabenverteilung in einer Band anzustreben. Viele Köche verderben den Brei. Das gilt sowohl für die musikalischen Inhalte als auch für die wichtige Öffentlichkeitsarbeit. Wenn jeder in der Band eine Aufgabe übernimmt, diese auch wirklich ausfüllt und die anderen sich auf ihn verlassen können, dann ist das sehr viel entspannter und auch effektiver, als sich um alles gleichzeitig kümmern zu müssen (oder zu glauben, es zu müssen). Und was die Sache mit einem Bandleader angeht: Ein bekannter Theaterregisseur hat einmal gesagt: "In der Kunst gibt es keine Demokratie." Daraus möge jede Band ihre eigenen Schlüsse ziehen.

 

Der Punkt 3

ist auch so ein Thema. Ich gehe mal davon aus, dass jeder in der Band sich um sein eigenes Instrument und die dazugehörige Anlage kümmert. Einiges muss man aber, wenn man Ambitionen hat, gemeinsam anschaffen: Mischpult, PA, wenn´s hoch kommt, sogar Licht. Hier sollte man den Finanzbedarf errechnen, gleichmäßig auf die Mitglieder verteilen und absprechen, welches Ausrüstungsstück jeder für seinen Anteil kauft. Dann kann im Zweifel auch jeder genau das aus der Bandanlage heraus nehmen, was er eingebracht hat, wenn das Projekt mal auseinander geht. Es versteht sich von selbst, das jemand, der ausschließlich singt, nicht nur sein Mikro anschafft, sondern einen entsprechend erhöhten Anteil der PA übernimmt. Bedenkt bitte: In dem Augenblick, in dem ihr die Band gründet, seid ihr ein rechtswirksames Organ, nämlich eine "Gesellschaft bürgerlichen Rechts" (GbR). Gerade unter diesem Gesichtspunkt sollte die finanzielle Seite einer Band besonders beachtet und gepflegt werden. In diesem Zusammenhang kann man auch gleich die Verwendung eventueller zukünftiger Auftrittshonorare festlegen: aufteilen, in die Anlage stecken, Aktien kaufen?

 

Punkt 4

findet bei jungen Bands oft kaum Beachtung. Das mit der Technik macht man so nebenbei mit! Nebenbei ist immer falsch! Wenn schon, dann richtig! Ein anderer und sinnvollerer Weg wäre es, sich gleich bei Bandgründung nach einem weiteren absolut wichtigen Bandmitglied umzusehen, dem Techniker. Es gibt oft Mitschüler oder Bekannte, die gerne was mit Musik zu tun haben möchten, aber nicht zum Instrumentenspiel neigen. Nicht selten findet sich dann jemand, der auch noch ein technisch/elektrisch begabter Mensch ist. Der Techniker in der Band entlastet die Musiker ganz entscheidend. Er sorgt dafür, dass alles richtig aufgebaut und angeschlossen ist, lötet auch mal schnell ein Kabel, fährt den Sound-Mix und pflegt die Anlage.

 

In diesem Sinne sollte die Bandgründung gelingen unter Einbeziehung der Tatsache, dass es noch Tausend weitere Punkte gibt, die man beachten sollte, die aber hier nicht angesprochen werden können, weil sie eben sehr individuell sind. Eine Bandgründung ist und bleibt immer eine Annäherung: der Menschen, ihrer Ideen, der zur Verfügung stehen Ressourcen. Aber sie ist auch ein Abenteuer, das für jeden Musiker lohnend und spannend ist und ihn in jedem Fall weiter bringt.

 


 

Projekt "Richtig üben"   top

 

Hinweis: In den folgenden Ausführungen sind natürlich trotz der männlichen Formen auch immer die Musikerinnen gemeint.

 

Muss man dazu eigentlich extra was sagen? Die Band steht, der Übungsraum ist eingerichtet, Instrumente und Anlage sind vorhanden, also wird geübt. Basta!

Ganz so einfach scheint es nicht zu sein, denn hin und wieder erreichen mich Anfragen, die dieses Thema ansprechen. In der Tat steckt der Teufel im Detail. Natürlich kann man fröhlich drauflos üben, wird aber über kurz oder lang feststellen, dass so mancher Übungsabend reichlich unproduktiv dahin geht oder gar als verlorene Zeit abgestempelt werden muss, weil man sich eher im zwischenmenschlichen Beziehungsgestrüpp verzettelt hat.

 

Oberstes Prinzip beim Üben ist - wie bei aller Bandarbeit - die Klarheit der Situation. Alle Mitglieder der Band sollten sich bewusst sein, was bei der jeweiligen Zusammenkunft speziell passieren soll, etwa:

  1. Wir üben verschärft für den bevorstehenden Auftritt

  2. Wir üben einen neuen Song ein

  3. Wir probieren einige stilistische Sachen aus

  4. Wir machen eine Session

  5. Wir klären Gruppenprobleme

Ein weiteres Prinzip sollte die Verständigung darüber sein, wie musikalisch gearbeitet wird. Wer macht die Musik, wer die Texte? Wenn alles in einer Hand liegt, sollte das nicht ausschließen, dass die anderen Bandmitglieder die besonderen Möglichkeiten ihres Instruments in die Komposition einbringen. Stammen Text und Musik von unterscheidlichen Personen, so dürfte klar sein, dass diese besonders eng zusammen arbeiten müssen, aber bitte nicht während des Übens. Dann stehen die anderen genervt herum und haben Leerlauf. Wenn mehrere Musiker komponieren/texten und Material liefern, so sollte Einverständnis herrschen, dass der Urheber jeweils für die Ausgestaltung seiner Songidee verantwortlich ist und die anderen sich in seinem Sinn musikalisch engagieren.

 

Alles Material, das geübt werden soll, sollte in schriftlicher Form für alle Musiker vorliegen. Nur selten wird es in Amataeurbands vorkommen, dass nach Noten gespielt wird. Trotzdem kann man sich eine einfache schriftliche Form aneignen. Bei Songs mit Text bietet sich der skizzenhafte Plan des Stückes in Form der so genannten Chart an. Man schreibt jeweils über den Text an der richtigen Stelle den Akkord:

 

Am D
Baby, I love you so

                            

Eine andere Möglichkeit wäre die Einteilung in Takte, etwa so (für 4/4-Takt):

 

1 2 3 4 1 2 3 4 1 2 3 4
Am D Am
/ / / / / / / / / / / / / / /

 

Die Zahlen muss man sich natürlich denken. Die Schrägstriche geben die betonten Schläge (etwa Rhythmusgitarre) an.

 

Jedes Bandmitglied sollte sich eine eigene Sammelmappe anlegen, in der alle Materialien sorgfältig aufbewahrt werden, auch wenn es nur Ideen waren. Jeder Musiker kann sich dann zu jedem Song sein eigenes Leadsheet anlegen, d. h. sich für die eigene Instrumentalarbeit in der vorgelegten Komposition Notizen machen. Während des Übens sollte man es wie ein gestandener Orchestermusiker machen und die Unterlagen vor sich auf einem Notenständer haben. Es gibt nichts Schlimmeres als den Streit darüber, welcher Akkord denn nun eigentlich zu spielen war. Er steht ja da auf dem Papier. Zusätzlich sollte noch ein "neutraler" Bandordner angelegt werden, in dem alles fertige Material abgeheftet wird. Es sollte auch festgelegt werden, wer für die Verwaltung der schriftlichen Bandunterlagen zuständig ist. Das hört sich sicher sehr bürokratisch an, ist aber die einzige Möglichkeit einer wirkungsvollen Dokumentation und vermeidet garantiert ausufernde Suchorgien mit Schuldzuweisungen: "Ich hab dir doch damals den Text gegeben...!"

 

Kommen wir zurück zu den oben genannten Übungssituationen. Egal, was man nun gerade machen will, man sollte die Übungszeit immer strukturieren nach folgendem Muster:

  • Stimmen

  • Warmspielen

  • Üben

Anfängerbands vergessen sogar das Stimmen manchmal in ihrem Eifer und wundern sich, dass es echt daneben klingt. Das Stimmen der Instrumente bitte der Reihe nach, sonst geht es an die Nerven! Gibt es ein Instrument mit feststehender Stimmung in der Band (Orgel, Klavier), so muss man sich danach und dessen Stimmton A richten. Keyboards kann man in der Regel stimmlich trimmen und auf den per Stimmgerät gelieferten Kammerton A einpegeln. Sofern die Instrumente nach einem Vorgabeton gestimmt werden müssen, sollten zuerst die akustischen Instrumente gestimmt werden. Dazu ist sehr viel Ruhe nötig. Anschließend folgen die elektrischen. Geht es per Stimmgerät (das jeder Musiker ohnehin haben sollte), können natürlich alle elektrischen Instrumente nach den akustischen gleichzeitig gestimmt werden. Zum Abschluss der Stimmung noch mal alle Instrumente per Ohr vergleichen!

 

Warmspielen! Das halte ich für sehr wichtig, weil man dadurch locker wird. Sowohl, was den Körper angeht, als auch den Geist. Es ist nicht die schlechteste Idee, wenn man einfach losjammt, fernab von dem, was man sonst so spielt. Das kann "Freejazz" sein, indem man sich auf musikalische Stimmungen einlässt, darauf hört, was die anderen spielen, sich entwickelt. Ebenso kann man auch ein Blues-Schema rauf und runter spielen mit wechselndem Soloeinsatz. Hierbei sollte es dem Sänger/der Sängerin nicht schwer fallen, ordentlich mitzumischen. Schließlich ist der Satz "Baby, I love you so" in unzähligen Blues-Songs vertreten. Und noch ein Hinweis: Übt gerade beim Warmspielen schon eine gemäßigte Lautstärke. Der Rock-Musiker neigt dazu, mit wachsender Spieldauer immer lauter zu werden. Das hängt damit zusammen, dass das Gehör sehr schnell ermüdet. Es ist also dringend nötig, während der gesammten Übungszeit einen Pegel zu fahren, der bleibende Gehörschäden von vorn herein ausschließt.

 

Stimmen und Warmspielen dauert vielleicht eine halbe Stunde. Dann geht es an den eigentlichen Zweck der Versammlung, das Üben. Ich möchte die oben angedeuteten Übungssituationen hier aufgreifen.

 

1. Wir üben verschärft für den bevorstehenden Auftritt

Ein Auftritt kündigt sich üblicherweise längerfristig an. Dem entsprechend kann man die Übungszeit dafür einteilen. In der ersten Phase wird man die einzelnen Songs der Reihe nach durch gehen und Schwächen ausmerzen. Die letzten Übungstage sollten allerdings so verlaufen, dass der komplette Auftritt in seiner gesamten Abfolge geprobt wird. Beim Theater nennt man das "Generalprobe". Dazu muss man natürlich vorher die Abfolge der Songs und die Choreografie festlegen (wer sagt was an o. ä.). Dann wird der gesamte Auftritt ohne Stopp abgespult. Kritik gibt´s hinterher. Das dient der Sicherheit der Banddarstellung. Man lernt, weiter zu spielen, auch wenn etwas daneben geht,  ja sogar, eventuelle Fehler geschickt zu tarnen. Das Publikum wird ohnehin kleinere Fehler nicht merken. Die merkt man nur bei Supergruppen, die ihr millionenfach verkauftes und damit bekanntes Songmaterial genau so darbieten wollen wie auf CD.

 

Bezieht in dieses Üben für den Auftritt unbedingt auch alle technischen Mitglieder eurer Band ein. Der Mensch am Mischpult kann zum Beispiel durchaus auch Falsches ausbügeln, indem er schnell bei einem Instrument oder bei einer Stimme die Regler runter zieht. Und der Mensch hinter Bühne sollte rechtzeitig hören, dass die Gitarre verstimmt ist und eine neue nachreichen.

 

2. Wir üben einen neuen Song ein

Viele Anfängerbands machen den Fehler, dass sie mal eben 10 Songs einüben wollen. Ein neuer Song reicht, eine Band einige Zeit zu beschäftigen. Nachdem das neue Material von dem/den Urheber(n) vorgestellt wurde und die Charts verteilt sind, muss sich ja jeder mit seinem Instrument erst einmal in die Sache einarbeiten. Die erste Idee muss dabei nicht unbedingt die beste sein (kann es aber!).

 

Zur Annäherung spielt man am besten erst einmal bestimmte Teile des Songs mehrmals an und verständigt sich dann, ob das den Vorstellungen des/der Urheber(s) entspricht. Nach nach wird sich dann der Song mit all seinen instrumentalen und gesanglichen Fazetten herausbilden. Natürlich kann sich das immer mal noch verändern, aber das Grundmuster ist da.

 

Nun heißt es, dem Song sein unverwechselbares Gesicht zu geben. Damit müssen sich die Musiker gewissermaßen als Hausaufgabe beschäftigen, indem sie ihre Möglichkeiten ausloten und damit bis an ihre Grenzen gehen. Das ist ihr Beitrag zur nächsten Übungssitzung. Ich möchte das als die Kreativphase bezeichnen. Es kann aber durchaus der Fall eintreten, dass man an einem Song wochenlang in dieser Phase herum experimentiert, ohne das die Resultate befriedigen. Man sollte ihn dann erst einmal zu den Akten legen und ihn eventuell später wieder aufgreifen, wenn man womöglich neue und frische Ideen hat.

 

Hat nun die Komposition eine für alle akzeptable Gestalt erhalten, so wird die handwerkliche Phase erreicht. Der Song wird mit bestmöglicher Qualität eingeübt. Es ist wenig hilfreich, ihn immer von A bis Z zu spielen, man übersieht dann schnell die Feinheiten. Die einzelnen signifikanten Bestandteile des Songs werden immer wieder geprobt - das Intro, die Strophen, der Refrain, das Solo, der Schluss, die Übergänge. Erst wenn man diese Teile im Schlaf beherrscht, kommt das Zusammenspiel. Auch ein großes Orchester übt sich Takt für Takt in eine Komposition - etwa von Beethoven - ein.

 

3. Wir probieren einige stilistische Sachen aus

Es ist nicht das schlechteste, wenn sich eine Band auf anderen Ufern umschaut. Man muss das ja nicht unbedingt gleich umsetzen, aber man lernt auf jeden Fall dabei und erweitert seinen musikalischen Horizont. So könnte eine Übungssitzung einfach mal dazu dienen, bestimmte Stile auszuprobieren. Nehmt dazu einen eurer Songs, den ihr besonders gut spielen könnt und der vom Tempo und vom Stil her eher neutral ist. Die Devise könnte nun lauten: Wir spielen das jetzt eher jazzmäßig mit langen Improvisationen. Oder: Wir machen daraus jetzt einen Reggae (oder Blues, oder Dance). Ihr werdet merken, dass ihr dabei jede Menge Spaß habt und euer Bandleben dadurch ungemein aufgelockert wird.

 

4. Wir machen eine Session

In ähnlicher Zielrichtung verläuft auch ein solcher Übungsabend. Allerdings ohne Vorgaben und mit sehr lockerer Atmosphäre. Eine Session dient im Wesentlichen dazu, Musik spontan ohne Absprache zu spielen, auf einander einzugehen, sich einzubringen, einzusteigen. Man könnte das auch im Rahmen einer Bandparty organisieren, was dem Mitmenschlichen in der Bandstruktur sicher sehr förderlich ist. Und es wäre eine Gelegenheit, einmal Musiker aus anderen Bands als Gäste einzuladen, was wiederum den lokalen Teamgeist fördert.

 

5. Wir klären Gruppenprobleme

Bei einer solchen Zusammenkunft wird überhaupt nicht musiziert. Es dürfte klar sein, dass man solche Dinge nicht beim Üben zwischen Strophe und Refrain klären kann. Gruppenprobleme müssen ja durchaus nicht immer zwischenmenschlicher Art sein. Es kann zum Beispiel auch um die Finanzen gehen oder um die Anlage oder um die Auftritte. Bei weit reichenden Vereinbarungen, etwa wenn es um Geld geht, solltet ihr diese in einem kurzen Protokoll festhalten.

 

Egal, um welche Art Problem es sich handelt, oberstes Gebot ist immer die Sachlichkeit der Diskussion. Nur so kommt man zu für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnissen, selbst wenn es um Persönliches geht. Es kann ja wohl nicht Sinn musikalischer Aktivität sein, Mitmenschen zu demontieren oder persönlich zu verunglimpfen. Es reicht, wenn uns das die großen Rockstars in schöner Regelmäßigkeit vorführen.

 


 

Projekt "Band On Tour"   top

 

Vor dem Gig:

Die optimale Grundlage für ein gutes Klarkommen zwischen Bands und Veranstalter sind gute Konzertverträge! Die Verträge sollten alle Dinge enthalten, die für beide Seiten wichtig sind - nichts verkomplizieren oder in Details übertreiben oder gar übertriebene Anforderungen stellen - das Wesentliche sollte jedoch klar und einfach dargestelt werden. Die Verträge sollten mindestens 1-2 Wochen vor dem Konzertermin vorliegen, damit evtl. noch Unklarheiten im Vorfeld besprochen werden können. 

  • Es sollten Telefon- bzw. Handy-Nummern gegenseitig bekannt sind, die für den Tag des Konzertes verwendet werden können.

  • Lieber eine Stunde zu früh losfahren, als eine halbe Stunde zu spät: Wegbeschreibung/Anfahrtskizze zur Hand haben!

  • Vertragsdoppel sollte zum Gig mitgenommen werden.

  • Beim Einladen des Equipments sorgfältig abchecken, ob nichts vergessen wurde.

  • Es ist ratsam vor Ort, den Aufbau und Soundcheck schnell und schmerzlos über die Bühne zu bringen. Das spart Nerven und Zeit auf beiden Seiten - umso schneller kann zum gemütlichen Teil übergegangen werden.

.... der Rest ergibt sich von selbst!

 

Die wichtigsten Punkte, die in keinem Konzertvertrag fehlen sollten:

  • Konzertermin

  • Zeiten für Aufbau Equipment, Zuschauereinlass, Konzertbeginn und genaue Spielzeiten

  • Gage

  • Klare Aussage zur Technik: PA / Backline / Lichttechnik: besonders vorsichtig auschecken, für den Fall, dass Equipment der Band mit teilweise vorhandenem Equipment kombiniert werden soll

  • Catering

  • Wegbeschreibung zum Veranstaltungsort

  • Promobedarf des Veranstalters

  • Übernachtungsdetails, falls erforderlich: Planung

Solltet ihr noch keine brauchbaren Vorlagen haben, kann ich euch auch unser Vertragsmuster zur Verfügung stellen. Hat sich bestens bewährt und ist auch rechtlich einwandfrei - habe ich auch mal über den Verband Deutscher Rock und Pop-Musiker e.V. prüfen lassen.

 

Veranstalter:

Das ist natürlich ein weites Feld und unmöglich, pauschale Tipps zu geben. Ergibt sich immer aus dem Einzelfall. Nochmals: Ein guter Vertrag ist die ideale Grundlage, auch für eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Veranstalter.

Unbedingt zu vermeiden: Unpünktlichkeiten, Unzuverlässigkeiten, unvollständige Technik, unnötige Zankereien um Kleinigkeiten mit den Veranstaltern.

 

Gruppendynamik/-feeling:

Auch wieder sehr speziell - muss jede Band für sich selbst rausfinden. Grundsätzlich ist es gerade fürs Tourleben ideal, wenn die einzelnen Musiker positiv eingestellt und möglichst unkompliziert sind. Das Tourleben ist schon eine besondere Energiequelle für eine Band, wenn allerdings egoistische Querköppe dabei sind, kann es stressig werden. Ein solches Erlebnis hatten wir auch in den Anfangszeiten der Band und haben den Kollegen schlicht und einfach gefeuert.

 

On stage:

Mit voller Kraft voraus. Der Spass, der innerhalb der Band vorhanden sein sollte - den gilt es zu transportieren! Wichtig ist, dem PUBLIKUM zu zeigen, dass man für ES spielt - ansonsten kann man ja auch im Proberaum bleiben.

 

Auftritt mitschneiden:

Sollte man gerade in der Anfangszeit immer wieder versuchen. Einfache Audio-Tapes-Mitschnitte reichen ja auch. Da fallen dann schon wichtige Details auf wie 

  • zu lange Pausen zwischen den Stücken

  • zu lange Instrumental-Passagen

  • zu schlechte Dynamik in den Songs etc.


 

Projekt "Band-Promotion"   top

 

Eure Band-Promotion solltet ihr nicht vernachlässigen. Ein entsprechender Textvorschlag, der den Anforderungen von Veranstaltern und Talentscouts Rechnung trägt, steht hier zum Download bereit. Denkt daran: So eine Info sollte absolut sachlich sein. Hype ist eher schädlich. Die "beste Band der Welt" gibt es nicht!

 

 

Hinweise zum Promotiontext Download

 


 

Projekt "Technikplanung"   top

 

Für den technischen Bedarf einer Band während des Auftritts bedarf es einer genauen Plaung. Profibands schicken eine solche Liste als Bühnenanweisung vorab an den Veranstalter und dieser stimmt sich sich dann mit einem PA- und Lichtverleih ab, was beim Auftritt an Anlagen vorhanden sein muss. Natürlich gibt es auch große Bands, die grundsätzlich ihren eigenen Kram durch die Landschaft transportieren.

 

Amateurbands werden mit einer solchen Anweisung bei Veranstaltern wohl kaum auf Gegenliebe stoßen. Er wird ihnen sagen, es sei schon genug, wenn er ihnen überhaupt die Möglichkeit eines Auftritts gibt. Erst wenn man sich anschickt, ins Profilager aufzusteigen und von einem Management vertreten wird, sehen die Chancen besser aus.

 

Dennoch sollte auch die Amateurband sich einen Technikplan zulegen, sobald sie mit einer eigenen Anlage in die Öffentlichkeit vor ein Publikum tritt. Gerade auch dann, wenn es aktive Helfer wie Roadies und Tontechniker gibt, sollte man aufschreiben, welches Equipment wie eingesetzt wird. Vergessen sollte man auch nicht, den Technikplan ständig (mit Datum) zu aktualisieren. Wie leicht vergisst man, dass man ja gerade eine neue Di-Box gekauft hat, durch die der Bass ins Mischpult gehen soll. Der Techniker guckt auf die alte Liste vom letzten Jahr und weiß nicht, was er mit dem Ding anfangen soll, wenn er Stunden vorher die Anlage aufbaut.

 

Wichtig ist auch, dass man die Technik entsprechend den Einsatzbedingungen abstimmt. Es sind also u.U. mehrere Technikrider für eine Band im Einsatz. So braucht man im kleinen Bluesschuppen offensichtlich weniger Material als auf der Open-Air-Großbühne. Auf der Großbühne benötigt das Schlagzeug zum Beispiel für jedes Teil ein Mikro, während im Club drei ausreichen: eins für die Bass-Drum, eins für die Snare und ein Overhead-Mikrofon für die Becken.

 

Kommen wir zum Konkreten, zur Vorbereitung der technischen Planung. Die folgenden Punkte sind Vorschläge, die man individuell an die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten anpassen muss.

 

Welche Mikrofone werden eingesetzt?

(die vorgeschlagenen Modelle haben sich im Bühneneinsatz bewährt)

 

Drums

empfehlenswert sind Spezial-Mikronfonsets für Drums, die von allen namhaften Mikrofonherstellern angeboten werden

E-Gitarre Shure SM 57, Sennheiser 409
Akustik-Gitarre

Kondensatormikrofon, Sennheiser MD441, für Git. mit Tonabnehmer eventuell Di-Box

E-Bass DI-Box
Vocals

Shure SM58, Shure Beta58, Sennheiser BF 531, bei Sendermikros nur UHF, eventl. Kompressor, aber nicht im Monitor

Keyboards

eine DI-Box pro Kanal, bei mehreren Keyboards Kleinmischpult als Submixer

Klavier/Flügel 2 Kodensatormikrofone
Bläser EV RE-20/RE-27, Shure SM58

 

Wie wird die PA gestaltet?

Es muss Klarheit darüber herrschen, welche Instrumente über die PA gehen und wie. Wird direkt abgenommen oder per Mikro? Falls es die Kapazitäten zulassen, kann über einer Trennung etwa von Gesang- und Instrumenten-wegen nachgedacht werden. Es sollte auch ein grundsätzlicher Plan entwickelt werden, der für alle Bühnen gilt, wie PA-Teile platziert werden, etwa wo die Endstufen stehen, wo ein eventueller Monitormixer bleibt, wie Kabel (Elektro-; Ton-; Stagebox; Multicore) generell verlegt werden.

 

Wie wird das Monitoring gestaltet?

Gutes Hören auf der Bühne ist fast wichtiger als gutes Spielen. Und jeder sollte im Idealfall jeden hören können. Das hängt natürlich von den Finanzen ab und der Frage, wieviel Monitorwege die Band braucht. Mindestens sollten es zwei sein: der Drumfill (für den Drummer) und der Sidefill (links und rechts der Bühne) für die anderen Musiker. Damit kommt man auf kleineren Bühnen gut aus, wenn man keinen eigenen Monitormix hat. Für jeden Monitorweg sollte noch ein guter EQ (31-Band) vorgesehen werden zur Ausfilterung von gefährlichen Feedbackfrequenzen oder man sollte gleich einen automatischen Feedback-Unterdrücker einsetzen.

Ist die Bühne groß, reicht der Sidefill nicht, den die Musikschaffenden dort werden sich nicht mehr hören. Es werden weitere Monitorwege für die Musiker nötig, besonders für den Leadgesang. Je mehr Monitore, desto gößer die Feedbackgefahr, besonders, wenn der Monitormix vom Saalmixer (FOH = Front Of House) gefahren wird. In diesem Fall ist es besser, anstelle des Sidefills mehrere Wedges vorzusehen. Denn der Techniker am Mischpult kann ja gar nicht hören, was auf der Bühne zu hören ist, eventuell sogar nicht mal das Pfeifen auftretender Rückkopplungen. Sidefills kann man daher kaum vom Saalmixer aus steuern. Der Techniker muss sorgfältig die Balance halten zwischen dem PA-Sound nach vorn und den Reglern der Auxwege am Mixer für die Monitore. Im Zweifel gilt immer die Regel: erst die Vocals in den Griff kriegen/nach vorn bringen, dann alles andere! Es ist völlig klar, dass der Techniker schon ein Könner sein muss, es lohnt sich aber für eine Band, eine solche Person dabei zu haben (die übrigens auch weiblich sein kann).

Wie wird die Lichtanlage gestaltet?

Falls eine Lichtanlage vorhanden ist, gelten dafür dieselben Überlegungen wie für die PA.

Hat man das gesamte technische Umfeld nun im Griff, so wird daraus der Technikplan in Form einer längeren

Checkliste

  • Versionsnummer des Technikplans/Datum

  • Bandname / Anschrift / Kontaktperson

  • Telefonnummer / Fax / E-Mail der Band

  • Telefonnummer / Fax / E-Mail des Technikers

Stageplan

  • Liste aller Anlagenteile / Instrumente / Licht, die eingesetzt werden

  • Mikrofonierungsliste inkl. DI-Boxes

  • möglichst Maßstabszeichnung: welches Bandmitglied steht wo?

  • welches Teil der Anlage (Amps, Boxen, Instrumente) steht wo?

  • wie verläuft die Verkabelung, was wird für die Stromverteilung benötigt?

  • wo stehen die Getränke :-) ?

  • wieviele Musiker stehen auf der Bühne?

  • wer spielt welches Instrument?

  • welche Besonderheiten liegen vor (wechselnde Besetzung der Spielpositionen innerhalb eines Gigs usw.,  Effekteinsatz/Strobo/Nebel/Pyro)?

FOH

  • Durchnummerierung der Kanäle des Pultes mit Instrument- bzw.

  • Mikrofonbezeichnung

  • Bezeichnung der Inserts, welche Effekte wo?

  • Monitor- und Auxwege bezeichnen

Ablauf

  • Festlegung der Musikfolge (bei allem GEMA-pflichtigen Material*

  • Liste für den Veranstalter wg. GEMA-Anmeldung)

  • Liste der Musikfolge mit allen Effekteinsätzen (besonderer Hall/Echo usw.) für FOH, auch für Monitormix, falls getrennt vorhanden

  • Lichtplan für den Auftritt (falls Lichtanlage vorhanden ist)

Wenn wir jetzt noch etwas vergessen haben, wird es sich spätestens beim Auftritt herausstellen. Das kommt dann in den nächsten Technikplan!

 

* GEMA-pflichtig sind auch eigene Songs, wenn der Komponist/Texter GEMA-Mitglied ist, gecoverte Songs und Fremdeinspielungen vom Band.

 


 

Projekt "Gitarrenbau"   top

 

Mit diesem Projekt wollen wir nicht den angesagten Gitarren-Firmen Konkurrenz machen oder gar im Gedenken an Leo Fender oder Les Paul die Gitarre neu erfinden. Allerdings wollen wir den Versuch wagen, den Preis für einen bestimmten Typ von Gitarre deutlich nach unten zu bewegen. Es geht hier um die so genannte "geagte" oder "Relic"-Gitarre. Damit sind Gitarren gemeint, die künstlich einem Alterungsprozess unterzogen wurden. Im Fender oder Gibson Custom Shop werden solche Gitarren per Hand hergestellt und zu astronomischen Preisen angeboten. Sehr beliebt ist dabei die Methode, auf die abgenudelten und Jahrzehnte alten Instrumente bekannter Musiker zurück zu greifen und diese haargenau mit allen Macken als Replikat herzustellen. Im Internet sind solche Modelle unter den Namen Jeff Beck oder Gary Rossington zu besichtigen. Taucht irgendwo der Begriff "Murphy aged" auf, dann weiß man, dass diese Gitarre im Gibson Custom Shop von Tom Murphy "gealtert" wurde und mindestens doppelt so teuer ist wie eine normale Gibson.

 

Fender bietet inzwischen gealterte Gitarren zu einem moderaten Preis unter dem Label "Road worn" an. Allerdings wird der Alterungsprozess wohl eher maschinell erzeugt, denn irgendwie sehen diese Modelle alle gleich aus. Aber auch dafür muss man noch ca. 900 Euro hinblättern.

 

Es geht auch anders und wesentlich preiswerter. Ich habe mal den Versuch gewagt und denke, dass das Ergebnis gelungen ist. Da mir in meiner Gitarrensammlung noch eine Telecaster fehlte, habe ich mir also das Projekt einer "geagten" Tele vorgenommen. Die Einzelteile dazu habe ich ausnahmslos im Internet gefunden, gerade auch bei eBay. Dabei sollte man sich aber nicht nur bei eBay Deutschland umsehen, sondern auch in England und USA.

 

Für mich war das Ergebnis so: Einen Tele-Body in 3-Tone-sunburst habe ich aus Deutschland, den passenden Hals aus England, einige Einzelteile von Rockinger und alle gealterten Metallteile aus den USA. Wobei festzustellen ist, dass Metallteile wie Brücke oder Wirbelmechaniken in den USA vergleichsweise günstig zu bekommen sind, wobei natürlich noch die etwas höheren Versandkosten hinzu kommen.

 


 

Body   top

 

Fangen wir also an. Der Tele-Body, der vermutlich von Squier stammt, sieht bei der Anlieferung zunächst so aus:

 

 

 

Dieser Body muss nun älter werden. Dazu benötigen wir als Werkzeuge einen Schwingschleifer, eine Holzfeile und Schleifpapier. Das Schleifpapier für den Schwingschleifer sollte dabei möglichst feinkörnig sein. Wir schleifen den Body nun allseitig mit dem Gerät ab. Aber so, dass nicht die gesamte Oberfläche dadurch matt wird, sondern an einigen Stellen noch ein Hauch von glänzendem Lack zu sehen ist.   

 

Als Nächstes bearbeiten wir die Ränder, ebenfalls mit dem Schwingschleifer. An einigen Stellen etwas massiver und in die Fläche hinein gehend. Mit der Holzfeile verstärken wir den Abnutzungseffekt an den Rändern ein wenig und hacken auch manchmal etwas grob mit der Feile ins Holz. Mit Schleifpapier erzeugen wir in der Mitte der Rückseite den berüchtigten Gürtelschnalleneffekt und ziehen mit groben Schleifpapier nochmal kreuz und quer darüber. Schließlich ziehen wir einen spitzen Schraubenzieher sparsam über Vor- und Rückseite und erzeugen so einige Schrammen. Auch die Pickguard-Löcher bohren wir schon vor. Abschließend wischen wir den gesamten Body sparsam mit Verdünnung ab, um die Bearbeitungschritte ein wenig zu harmonisieren. Das Ergebnis stellt sich nun so dar:

 

 

 

 

 

 


 

Pickguard (Schlagbrett)   top

 

Als Nächstes ist das Pickguard an der Reihe, das ich von Rockinger bezogen habe. Dieses wird mit dem Schwingschleifer und feinem Schleifpapier völlig matt geschliffen. Anschließend werden mit sehr grobem Schleifpapier kreuz und quer Riefen in die Oberfläche gezogen, die Jahrzehnte langen Plektrum-Kontakt simulieren. Schließlich werden oberer und unterer Rand dünn mit okerfarbener Ölfarbe bestrichen, die sofort wieder abgewischt wird. Es bleibt ein Hauch von Vergilbung - wie durch Tabakrauch in Kneipen ;-).  

 

 

 

 


 

Halsplatte   top

 

Die Halsplatte habe ich ebenfalls von Rockinger, denn sie hat praktischerweise schon eine Seriennummer eingestanzt. Traut man dieser Nummer, so müsste diese Tele laut Fender-Homepage aus dem Jahr 1962 stammen. Auch die Halsplatte wird dem Alterungsprozess unterzogen, ebenfalls mit Schwingschleifer und Feile und durch zusätzliche Schrammen mit einem spitzen Gegenstand.  

 

 


 

Kontrollplatte und Schaltung   top

 

Die nächste Aufgabe ist etwas komplexer. Die Kontrollplatte mit Schaltung muss vorbereitet werden. Ich hatte zunächst bei eBay eine komplette No-Name-Einheit gekauft, die mir dann aber doch zu neu aussah. Bei eBay USA gab es aber gerade eine gealterte Kontrollplatte zum Schnäppchenpreis, die ich sofort gekauft habe. Diese habe ich mit originalen Fender-Potis (250 kOhm) versehen, die ich noch hatte. Dazu habe ich einen CRL 3-Weg-Schalter und die Knöpfe der ersten Kontrollplatte genommen. Die Knöpfe habe ich natürlich in bewährter Art und Weise auch wieder alt aussehen lassen. 

 

 

Nun ergibt sich die Frage, welche Schaltung man wählt. Auf der Fender-Homepage gibt es für alle Tele-Jahrgänge reichlich Futter. Ich habe mich für die Standard-Schaltung entschieden, die man üblicherweise in vielen Fender-Teles ab 1967 findet. Bei den früheren Schaltungen (1953-1967) können beide Pickups nicht parallel geschaltet werden, was sicher nur was für Puristen ist. Mit den Werten der Potis kann man getrost ein wenig experimentieren, der Volume-Kondensator kann auch weggelassen werden. Die hier abgebildete Schaltung ist aber die gängige.  

 

 


 

Pickups   top

 

Die Wahl der Pickups ist nicht leicht. Da kann man versuchen, gebrauchte alte Fender-Exemplare zu bekommen, was durchaus ins Geld gehen kann. Oder man wählt künstlich gealterte wie von Seymour Duncan. Fender selbst bietet auch interessante Alternativen, etwa die Fender Custom Shop 51 Nocaster oder die Fender Vintage '52-Pickups. Allen ist gemein, dass es Single Coils sind, d. h. sie brummen. Der Steg-Pickup von Seymour Duncun ist sogar - wie die alten Vorbilder - nicht gewachst, er reagiert also mikrofonisch. Ich habe mich für die nicht brummende oder störende Variante entschieden und das Kinman Broadcaster Set gekauft, was sicher das teuerste Element an dieser "alten" Gitarre ist. Da ich in meiner Strat auch schon Kinmans verbaut habe, mit denen ich höchst zufrieden bin, war es für mich aber keine Frage. Das Broadcaster Set hat den Tele-Ton der 50er Jahre, wie man auf der Kinman-Homepage sehr gut hören kann.  

 

Die Verlötung dieser Pickups ist nicht ganz einfach und auch ich musste erst ein paar Versuche anstellen, bevor der Erfolg da war. Nun geht´s an den Einbau der Pickups. An der Bridge ist das kein Problem, da die Löcher vorgegeben sind und man den Bridge-Pickup mit den Abstandshaltern aus weichem Gummi nur darunter schrauben muss. Zusammen mit der schön leicht gealterten Brücke mit versifften Saitenreitern aus USA sieht das so aus:

 

 

Die glänzenden Schrauben des Pickups werden demnächst noch gegen verrostete ausgetauscht (gibt´s auch in den USA). Die Löcher für die Saitendurchführung und die Bridge-Schrauben waren im Body schon vorgebohrt. Man sieht, dass die obere und die untere Schraube der Brücke nicht ganz mittig ansetzen. Das macht aber nichts. Wenn man die beiden mittleren Schrauben zuerst einschraubt, ziehen sich die beiden anderen bei. Nun werden noch auf der Rückseite des Bodys die Saitendurchführungs-Hülsen eingeschlagen.

 

Beim Einbau des Neck-Pickups gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann den Pickup unter dem Pickguard im Holz verschrauben, indem man ihn mit Moosgummi unterlegt zwecks Höheneinstellung. Der Nachteil daran ist, dass eine künftige Änderung der Höhe nur möglich ist, wenn man das Pickguard komplett abschraubt. Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden und durch das Pickguard zwei zusätzliche Löcher gebohrt. Der Neck-Pickup wird nun genau so verschraubt wie der Bridge-Pickup mit den Abstandhaltern aus Gummi. Nun können beide Pickups bequem in der Höhe verstellt werden ohne das Pickguard lösen zu müssen.

 

 

Im Grunde ist der Body jetzt fertig. Das Pickguard muss noch aufgeschraubt werden, natürlich mit verrosteten Schrauben. Nun wenden wir uns dem Hals zu.

 


 

Hals   top

 

Der Hals wird nicht anders behandelt als der Body. Allein das Griffbrett bleibt von Alterung verschont, die stellt sich mit der Zeit schon automatisch ein.

 

 

Praktischerweise hat der Hals gleich ein Fender-Logo älteren Designs auf der Kopfplatte und auf deren Rückseite das Custom Shop-Logo. Ob es tatsächlich ein Fender-Neck ist, sei dahingestellt. Entsprechende Logos (Decals = Abziehbilder) kann man im Internet an jeder Ecke kaufen. Allerdings sehen die Logos hier eher aufgedruckt aus.

 

Die Kopfplatte wird ein wenig bearbeitet, wieder mit Schleifpapier und Feile und nur an den Kanten und Ecken. Ob man die Flächen der Kopfplatte auch weiter gehend bearbeiten will, muss man selbst entscheiden. Ich habe die Vorderfläche weitgehend unbearbeitet gelassen und sie nur an der Spitze und auf der Rückseite zum Halsübergang ein wenig angeschliffen.

 

 

 

 

Auf der Hals-Rückseite geht´s schon ein wenig mehr zur Sache. Sie wird im Bereich des Griffbretts bis zum Halsfuß komplett matt geschliffen, an einigen Stellen sogar bis auf das rohe Holz. Anschließend sprühen wir ein wenig schwarze Lackfarbe auf einen Lappen und wischen damit über den Hals. Der wird nun recht schwarz, aber wir wischen mit einem sauberen Lappen und etwas Verdünnung mehrmals darüber, sodass nur der Ansatz einer Ergrauung übrig bleibt. Der Vintage-Eindruck ist perfekt: ein schön abgenudelter Halsrücken.

 

 

 

 


 

Montage   top

 

Nach diesen "Vorarbeiten" geht es nun an das Zusammensetzen der Tele und an die Montage der übrigen Hardware. Es empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

  • Wirbelhülsen in die Kopfplatte einschlagen und Mechaniken anschrauben, String Tree anschrauben.

 

  • Brücke mit Pickup, Pickguard mit Pickup und Kontroll-Platte auf den Body schrauben.

  • Hals mit Halsplatte an den Body schrauben.

Beim Anschrauben des Halses ergab sich bei mir ein Problem. Zunächst musste ich feststellen, dass die Halstasche um etwa einen Millimeter zu schmal war. Das konnte ich Hilfe einer Oberfräse schnell beheben. Allerdings muss man sehr vorsichtig zu Werke gehen. Eine Oberfräse fräst schneller als das Auge guckt. Nun passte der Hals und ich schraubte ihn unter Einsatz der im Body und im Halsschuh vorhandenen Löcher an. Versuchsweise und zur Kontrolle habe ich dann die tiefe und hohe E-Saite aufgezogen und hatte schon wieder ein Problem. Die hohe E-Saite verlief zu weit vom Rand des Halses, die tiefe E-Saite zu nahe am Rand. Praktisch bedeutete das, dass der Hals aus der Flucht war. Also wieder abschrauben und sehen was zu tun ist. Ich habe die Löcher im Halsschuh mit Hilfe von Splittern von Holzdübeln und Ponal verfüllt und das Ganz trocknen lassen. Dann habe ich den losen Hals wieder mit Hilfe von Saiten ausgerichten und durch die Bodylöcher mit einem spitzen Gegenstand Markierungen gemacht. In diese Markierungen konnte ich dann mit einem dünnen Bohrer vorbohren. Der erneut angeschraubte Hals passte nun wie angegossen.

 

Die weiteren und letzten Arbeitsschritte:

  • Gurt-Knöpfe anschrauben.

  • Saiten aufziehen, erste Stimmung.

  • Halseinstellung kontrollieren, eventuell Truss Rod einstellen (hier von der Kopfplatte her, ansonsten - bei Einstellung vom Halsfuß her - müssen die Saiten gelöst und das Pickguard wieder abgeschraubt werden).

  • Saitenlage, Bundreinheit und Oktavreinheit mit Hilfe der Saitenreiter einstellen.

Zu den letzten drei Punkten gibt es an anderer Stelle hier im Rockproject genaue Einführungen.

 

Ist das geschafft, darf man sich an einer schön gealterten Tele wie aus dem Custom Shop erfreuen, die Dank der Kinman Pickups auch den urtümlichen Klang jener Tage liefert. Well done!

 

 

 

Nachtrag   top

 

Nach dem Zusammensetzen, der ersten Stimmung und dem ersten Anspielen der Tele ergab sich erneut ein gravierendes Problem: Die Gitarre war weder bund- noch oktavrein. Selbst ein maximales Zurückschrauben der Saitenreiter hin zum Bodyende half nicht aus dem Dilemma. Es ging nicht weiter! Die Mensur der Gitarre und die tatsächlich nötige Saitenlänge stimmten nicht überein. Was nun? Es half nichts, die Saiten mussten runter und die gesamte Brücke musste um mindestens 5 mm nach hinten verlegt werden. Das war schon ein Aufwand, denn die Pickupvertiefung musste durch Fräsen erweitert werden, neue Löcher für die Saitenhülsen mussten gebohrt werden und die alten Löcher mussten mit Holzkitt verfüllt werden. Nachdem das alles mit viel Schweiß bewerkstelligt wurde und neue Saiten aufgezogen waren, passte es. Nun funktionierte die Einstellung der Gitarre und einem entspannten twangigen Telespiel stand nichts mehr im Wege.

 


 

Projekt "Band On Stage"   top

 

Offenbar scheint es für junge Bands nicht ganz einfach zu sein, plötzlich auf der Bühne vor Publikum zu agieren. Jedenfalls bekam ich eine Anregung, auch auf dieses Thema im Rahmen des Rockprojekts einzugehen. Ich mache das an dieser Stelle, wohl wissend, dass aufgrund der sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten und Gegebenheiten jede Band daraus "ihr Projekt" erst machen muss. Die Hinweise können also nur sehr allgemein sein.

 

Grundsätzlich kann ich jedem jungen Musiker und jeder Musikerin versichern: Lampenfieber haben alle. Opernsänger verlieren grundsätzlich 15 Minuten vor dem ersten Vorhang ihre Stimme. Selbst die großen Stars, selbst Profimusiker, die nichts anders tun, sind nicht frei davon. Aber es ist natürlich ein Unterschied, ob man Tina Turner heißt und im Hintergrund eine Powerband mit Top-Studiomusikern wie eine Maschine spielt. Da kann man sein Lampenfieber schnell abwerfen und zum Tier werden.

 

Anders der Amateur! Da hat er nun die Chance, mit seiner Band beim Stadtfest aufzutreten, und nun stehen vor der Bühne plötzlich tausend Leute und wollen sich das reinziehen. Da will nicht mal mehr das Stimmen der Instrumente funktionieren. Nur die Ruhe! 

  1. Seid froh, dass es tausend Leute sind. Es ist verdammt viel schwerer vor 30 Leuten in einem kleinen Club zu spielen (soll öfter vorkommen). Die 30 Gesichter könnt ihr alle einzeln erkennen. Und ihr werdet jeden noch so harmlosen Gesichtsausdruck als hämisches Grinsen wegen eurer Leistung deuten. Tausend Gesichter seht ihr nicht mehr einzeln. Ihr habt aus Bühnensicht eine relativ homogene Zuschauermasse vor euch und nehmt nur die Reaktion wahr (Applaus, Pfeifen). Wenn ihr zudem noch bei Dunkelheit oder in einer Halle spielt und von Bühnenscheinwerfern angestrahlt werdet, dann seht ihr praktisch die Menschen überhaupt nicht mehr.

  2. Macht euch klar, dass ihr nicht zufällig da steht, sondern dass ihr selbst es gewollt habt (oder jemand anderes euch für Wert befunden hat), weil ihr nach einer langen Übungsphase sozusagen reif wart für den Auftritt. Bucht also um Himmels Willen niemals einen Auftritt, wenn ihr nicht felsenfest davon überzeugt seid, dass ihr es bringt. Eine Band sollte niemals auftreten, nur weil es gerade eine Möglichkeit dazu gibt. Ihr habt geübt bis zum Umfallen, ihr kennt eure Songs und Texte im Schlaf und ihr wollt für die Zuhörer spielen, nicht für euch. Das sind die Mindestvoraussetzungen, die ein Publikum von euch erwarten kann.

  3. Schon lange vor dem Auftritt habt ihr euch überlegt, wie ihr euch präsentieren wollt. Das fängt an bei der Kleidung und hört noch lange nicht auf mit dem Line-up auf der Bühne. Vielleicht macht man sich über die Kleidung nicht so viel Gedanken heutzutage, aber ein solches Detail kann doch dazu beitragen, den Bekanntheitsgrad zu mehren. So habe ich es mit einer Band mal geschafft, zum Stadtgespräch zu werden, weil wir alle mitten in der Flower-Power-Zeit total in Schwarz gewandet waren. Überlegt will auch sein, wer wann welche Ansagen macht. Es ist kein Naturgesetz, dass nur der/die SängerIn das machen kann/soll. Abwechslung kann auch hier Farbe ins Spiel bringen und sympatisch wirken.

  4. Geht schon beim Üben eure Songs durch und stuft sie ein: Powersong, Gefühl, Füller, Abräumer. Schreibt vor dem Auftritt eine Songliste und passt die Reihenfolge eurer Songs der Art des Auftritts an. Bei Open Air und Tageslicht kann man getrost alle stimmungsvollen Balladen und Klammersongs von der Liste streichen. Es gibt Musik, die wirkt nur, wenn das Ambiente auch stimmungsvoll ist: Dunkelheit, schöne Beleuchtung usw. Beim Open-Air-Auftritt also an den Anfang den absoluten Powersong (bzw. euren besten Song) stellen, damit die Zuhörer gleich mit auf eure Reise gehen. Dann folgen füllende, handwerkliche aber gute Songs, dann wieder ein Powersong. Als letzten Song des Auftritts einen Abräumer spielen, also einen Song, der das Publikum eventuell zum Mitklatschen und Mitsingen animieren kann. Das erhöht euren Erinnerungswert. Findet der Auftritt bei entsprecher Beleuchtung statt, so kann man die langsamen Songs spielen, indem man sie in einen Mittelteil packt. Mehrere Songs dieser Art in Reihenfolge reißen das Publikum nicht von einer Stimmung in die nächste. Auch die Stars machen es so, dass sie in ihren Set einen "Gefühlsblock" einbauen. Schließlich sollte jedes Bandmitglied die Songliste des Auftritts haben und sie auf der Bühne irgendwo gut sichtbar anbringen. Während des Auftritts wird die Songreihenfolge nicht geändert und die selten blöde, aber typische Frage "Was spiel´n wir denn jetzt?" wird man von euch nicht hören. Verzichten sollte eine Newcomer-Band auf Einlagen á la "Drumsolo, Orgelsolo" usw. Da kommt selbst bei absoluten Spitzenkönnern des Rockgewerbes mitunter Langeweile im Publikum auf. 

  5. Bevor es auf die Bühne geht, habt ihr die Instrumente schon gestimmt. Mit Stimmgeräten kein Problem. Müsst ihr die Stimmung an eine Orgel oder ein Keyboards anpassen, geht das auch vorher mit dem Stimmgerät. Spielt im Übungsraum den Kammerton A vom Keyboard in das Stimmgerät ein und markiert den Ausschlag des Zeigers oder der Leuchtanzeige, wenn dieser unter oder über dem  Nullpunkt liegt. Damit habt ihr gewissermaßen das Stimmgerät geeicht. Wenn jetzt z. B. eine Gitarre gestimmt werden soll, so muss immer statt des normalen Nullpunktes die neue Markierung angepeilt werden. Vermutlich habt ihr als Amateure keine Roadies. Bittet einen guten Freund, sich hinter der Bühne bereit zu halten und eure Instrumente (Gitarre, Bass) nachzustimmen. Er stimmt dann, während ihr auf dem Zweitinstrument (das man sich leiht, wenn man es nicht hat) spielt. Bevor es auf die Bühne geht, habt ihr auch alles bereit gestellt, was als Ersatz unter Umständen nötig ist: die Plektren (an die Gitarre oder ans Stativ kleben), die Drumsticks (in einer Tasche ans Schlagzeug hängen), Saiten, Felle, Kabel. Getränke nicht vergessen! Dazu zähle ich auf der Bühne absolut nicht den Alkohol. Es kann mir niemand erzählen, er spiele dann besser Gitarre.

  6. Nun geht es endlich auf die Bühne. Ihr seid dran! Es wirkt absolut unprofessionell, wenn erst mal ein großes Rascheln und Rumpeln, Klirren und Klampfen, Dudeln und Jodeln losgeht, wenn also jeder von euch erst mal so rummacht an seinem Instrument und seiner Anlage nebst Mikrofonen. Wenn eben möglich, alles vorher einstellen einschließlich Soundcheck, auf die Bühne hechten, einstöpseln - und dann kommt der große Orkan! Der Zuschauer darf gar nicht erst überlegen, ob es denn wohl bald anfängt, es muss jetzt anfangen! Aber wie! Und das ist auch gut für euch. Ihr habt keine Zeit zum langen Grübeln über euer Lampenfieber. Natürlich kann man die ersten Griffe kaum zustande bringen, weil die Finger zittern. Das dauert vielleicht zwölf Takte, genau so lange, bis ihr merkt, ja, der Song kommt genau so rüber wie geübt. Aber als Amateure seid ihr durchaus auch berechtigt, Fehler zu machen. Vielleicht habt ihr beim Üben so viel Routine bekommen, dass ihr das während des Spiels ausgleichen könnt. Sollte es mal völlig daneben gehen, dann sollten alle auf ein Zeichen gemeinsam aufhören. Erklärt, dass es schief gelaufen ist und dass ihr noch mal anfangt. Auch das macht euch sympatisch.

  7. Zum Thema Soundcheck noch einige zusätzliche Bemerkungen: Als Zuschauer geht mir nichts mehr auf die Nerven, als das ständige "Test-Test-Test"-Geplärre und das hundertmalige Snare- und Bassdrum-Dreschen zwecks Einpegelns der Anlage. Wenn es euer alleiniger Auftritt ist, dann macht gefälligst den Soundcheck, bevor das Publikum da ist. Alles andere ist laienhaft. Natürlich kann es Situationen geben, in denen das nicht möglich ist, etwa bei Festivals mit mehreren Bands drinnen oder draußen. Auch dann ist der öffentliche Soundcheck keine Gesetzmäßigkeit. In diesem Fall bietet es sich an, als Opener einen Song zu wählen, bei dem alle Musiker gleichmäßig beteiligt sind. Vorab macht man sinngemäß folgende Ansage: "Liebe Leute, wir haben euch den nervigen Soundcheck erspart, damit es sofort weiter geht. Unser Mann am Mischpult wird während des ersten Songs den richtigen Sound einstellen. Wir bitten um Nachsicht, wenn es nicht sofort optimal klingt." Und dann spielt ihr sofort mit der höchst möglichen Ernergie los. Wenn euer Mann am Mischpult das nicht schafft, solltet ihr euch allerdings nach Ersatz umsehen. Als Band jedenfalls habt ihr durch eine solche Maßnahme die Zuhörer auf eurer Seite. Wieder ein Pluspunkt!

  8. Sympatisch ist eine Band ebenfalls dadurch, dass sie es versteht mit dem Publikum zu kommunizieren. Bob Dylan kann es sich leisten, zwei Stunden auf der Bühne vor sich hin zu starren, der ist aber Kult. Es ist durchaus nicht nötig, stundenlang rumzulabern oder das Publikum in Englisch anzumachen (Do ju viel ohlreit?). Das äzt eher. Eine nette Begrüßung und eine kurze, prägnante Bandvorstellung nach dem ersten Song tun es auch. Im Laufe des Sets bietet es sich an, zu dem ein oder anderen Lied was zu sagen oder ein Döneken aus dem Bandleben zu erzählen. Da könnt ihr euch abwechseln. Aber immer kurzfassen! Die Leute wollen Musik! Bemerkungen aus dem Publikum kann man aufgreifen, man sollte sich aber nicht auf einen verbalen Schlagabtausch einlassen, wenn die Bemerkungen herabsetzend sind. In der Regel kommen solche Einwürfe von mehr oder weniger angetrunkenen Mitmenschen. Und sollte das Publikum nach einem Song mal pfeifen: Nehmt es nicht persönlich! Wenn ihr alles, was bisher zum Auftritt gesagt wurde, beherzigt habt, dann haben die Leute euch und eure Musik eben noch nicht verstanden. Es kann natürlich auch sein, dass man eine Zugabe verlangt. Aber auch daran habt ihr selbstredend vorher gedacht, denn auf der Songliste steht...

  9. Da ihr auch beim nächsten Auftritt wieder Lampenfieber habt, beginnt alles wieder bei 1.


 

Projekt "Die Band-Homepage"   top

 

Immer mehr Bands gehen ins Internet und legen sich eine eigene Homepage zu. Das ist natürlich heute eine vorzügliche Möglichkeit, sich einem breiten Publikum vorzustellen und auch als junge Band über die Heimatstadt hinaus bekannt zu werden.

 

Doch bevor man ans Werk der Gestaltung geht, sollte man einige grundlegende Dinge überlegen und beachten. Zuerst sollte die Band sich fragen, was der Internetauftritt soll:

  1. Wollen wir die WWW-Surfer mit handfesten Informationen über uns versorgen?

  2. Wollen wir einfach nur dabei sein und ein bisschen Eindruck schinden?

  3. Wollen wir beweisen, was man als Webdesigner alles machen kann?

Wer die beiden letzten Punkte wählt, kann natürlich machen, was er will, sollte sich aber nicht wundern, dass das Publikum nur spärlich auf der Homepage verweilt. Allenfalls die Hardcore-Fans werden es toll finden, wenn ihnen die Flash-Animationen nur so um die Ohren fliegen, wenn die unheimlich coolen (aber im Grunde entsetzlich blöden) Bandfotos sich im Schneckentempo entfalten, oder im Gästebuch jedes dritte Wort "geil" lautet.

 

Für den ersten Punkt (handfeste Bandinfos) gelten andere Gesetze. Hier sollte man die gleichen Kriterien beachten, die auch für gut designte Printmedien gelten:

  1. schneller Überblick - Inhaltsverzeichnis - funktional

  2. gute Lesbarkeit der Texte

  3. informatives Bildmaterial

  4. gute Orientierung im gesamten Werk

zu 1.

Für eine gute Homepage gilt, dass bereits die Startseite alle Elemente der Navigation bereithält, dass der Besucher schon hier im Wesentlichen erfährt, worum es geht und dass sich die Page möglichst schnell aufbaut. Zusätzlich sollte man von der Startseite direkt auf eine Site-Map gelangen können, die die Struktur dieser Website wiedergibt und gleichzeitig als Inhaltsverzeichnis dient. 

Die Startseite sollte zudem so gestaltet werden, dass sie übersichtlich bzw. nicht überladen wirkt, weil neue Besucher sonst schnell orientierungslos werden. Negatives Beispiel sind fast alle aktuellen Suchmaschinen, die einem gleich anfangs ein Menu von Inhalten, Funktionen und Werbebannern entgegenklotzen, dass einem sofort die Lust vergeht. Ähnlich ist es bei MP3. Die Ladezeit der einzelnen Seiten von dort mit einem Modem ist wegen der vielen Werbeeinblendungen enorm. Erst mit "Webwasher" macht es Spaß. 

Ich finde es ebenso ziemlich lästig, anfangs einen schwarzen Bildschirm anzustarren, dann eine ellenlange (vielleicht durchaus gute) Flash-Sequenz über mich ergehen lassen zu müssen, um dann endlich danach suchen zu dürfen, wo die Infos sind. Der Bandname wird auch nicht interessanter, wenn er 15mal hin und her zuckt.

 

zu 2.

Ein wichtiger Gesichtspunkt bei Printmedien ist wegen der Lesbarkeit die Auswahl der Zeichensätze. Es gilt die Faustregel, dass man nie mehr als zwei verschiedene Zeichensätze auf eine Seite packt. Hier im gesamten Rockprojekt gibt es nur zwei Zeichensätze in ihren verschiedenen Schriftschnitten: Verdana und Arial. Die kennt auch jeder Browser. Ausnahmsweise darf man mal besondere Überschriften und natürlich Bandnamen mit ausgefallenen Zeichensätzen hervorheben. Aber beachten: Das muss in Form einer Grafik geschehen. Denn wenn auf dem PC des Surfers dieser besondere Zeichensatz nicht vorhanden ist, dann sieht es u.U. mäßig aus, weil der Browser einen (vermeintlich) ähnlichen Zeichensatz auswählt, der durchaus zu anderen Ergebnissen führen kann. Schriftsalat vermeiden! Alle Seiten durchgängig ähnlich anlegen. 

 

Darüber hinaus gibt es lernpsychologische Erkenntnisse, die das Aufnehmen von Zeichen - also das Lesen - selbst betreffen. So werden längere gedruckte Texte von Augen und Gehirn besser aufgenommen, wenn sie in Serifenschriften abgefasst sind, das sind Schriften, deren Enden in Häkchen auslaufen (Times). Kurze Texte hingegen oder Überschriften sind für serifenlose Schriften geeignet, erkennbar am geraden Auslaufen der Zeichenenden. Alle bekannten Zeitungen und Magazine halten sich an diese Regel, wobei es in Sonderfällen bei besonderer künstlerischer Gestaltung auch Ausnahmen gibt. Beim Webdesign sind die Bedingungen etwas anders als bei den Printmedien. Hier kommt es darauf an, dass die Zeichensätze universell sind und für das Lesen am Bildschirm optimiert wurden. Das trifft für die serifenlosen Zeichensätze Arial und besonders für Verdana zu.

 

Zur Lesbarkeit trägt auch die Farbzusammenstellung entscheidend bei. Ich ärgere mich immer, wenn ich in diversen Musikermagazinen den Design-Overkill erlebe, etwa Schrift in Orange auf grünem Hintergund, was man besonders bei Kunstlicht kaum lesen kann. Websites liest man am Bildschirm und das ist - wie jeder weiß - nicht unbedingt einfach. Also sollte man krasse Farben vermeiden und ein augenfreundliches Design wählen. Professionell gemachte Webauftritte von großen Firmen verwenden zum Beispiel kaum einen dunklen Hintergrund. Bei vielen Bands scheint eine musikermäßig professionelle Website erst dann gegeben zu sein, wenn sie besonders gruftig erscheint. Wobei es durchaus gelungene Beispiele eines eher dunklen Layouts gibt. Oberstes Ziel muss aber die Lesbarkeit sein. Eine dunkelrote Schrift auf schwarzem Hintergrund in kyrillischen Lettern ist einfach Krampf. Andererseits ist eine fette weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund am Bildschirm auch nicht sehr erträglich, weil sie überstrahlt. Da gilt es einfach, das rechte Maß zu finden. Zu beachten ist, wie gesagt, dass es besondere Zeichensätze gibt, die für die Darstellung im Web und am Bildschirm entwickelt wurden.

 

zu 3.

Natürlich ist gelungenes Bildmaterial für ein Band wichtig. Aber man sollte sich doch ein wenig über die im Web nützlichen Grafikformate informieren. Wenn man am ISDN- oder gar DSL-Anschluss der Telekom hängt, laden natürlich auch Tiff-Bilder im CYMK-Format flott. Aber die meisten User benutzen eben noch Modems. Da ist es nervtötend, wenn  sich die erhofften Bilder nur Zeile um Zeile aufbauen, während der Gebührenzähler tickt. Und sollte mal zufällig ein Talentscout einer Plattenfirma auf eine solche Seite gelangen...vergiss es!

Faustregeln: Reale Bildgröße möglichst klein anlegen. Strichzeichnungen und Bilder mit wenigen Farben im GIF-Format, das ohnehin nur 256 Farben darstellen kann, speichern. Bilder, die einen transparenten Hintergund haben sollen, nach RGB konvertieren, bearbeiten (etwa in Photoshop) und im GIF-Format speichern. Alle anderen Bilder im JPG-Format speichern, die Kompressionsrate ausprobieren und den gerade noch erträglichen Wert der Pixel- und Stufenbildung ermitteln.

 

Das in die Website eingebundene Bildmaterial sollte so beschaffen sein, dass es einen guten Eindruck von den Bandpersönlichkeiten vermittelt. Quatschfotos sind immer nur für die Beteiligten selbst lustig. Also am besten einige Bandfotos "live on stage", der Rest als Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder mit echtem Infotext ("Axel ist immer tierisch cool" ist absolut "informativ"!!!).

 

zu 4.

Wer auf eine gute und übersichtliche Startseite kommt, der wird auch tiefer in die Site eindringen wollen. Dabei ist es wichtig, dass der Besucher immer weiß, wo er ist, und dass er den Ausgang findet, sonst bedient er den Notausgang in der Browser-Eingabezeile. Nach Möglichkeit sollte man daher von jeder Seite aus wieder auf die Home-Seite gelangen können. Sollte das einmal nicht möglich sein, so sollte es immer "nach oben" gehen, also auf die vorhergehende Seite, und von da in Richtung Home. Die Navigationselemente sollten sich immer an derselben Stelle einer Seite wiederholen. Auf vielen Sites erlebt man es, das man jeweils nach dem Weiterklicken erst mal die Navigation suchen muss, weil jede Seite anders gestaltet wurde, was oft genug ausgesprochen chaotisch wirkt und keinen guten Eindruck macht. Selbst das Chaos will organisiert sein, wenn es gut sein soll! 

 

Webdesign mit Hilfe von Frames ist unter Profis umstritten. Vielfach besteht die Unsitte, fremde Inhalte in einen Frame zu laden. Der Besucher meint auf einer bestimmten Site zu sein, erlebt aber tatsächlich eine andere. Abgesehen von der Tatsache, dass man sich als Besitzer einer solchen Homepage auf juristisches Glatteis begibt, führt man seine Besucher bewusst in die Irre. Auf Frameseiten funktioniert oft auch die Rücktaste des Browsers nicht. Wenn dann die Navigationselemente nicht stimmen, findet man sich gar nicht mehr zurecht. Dennoch können Frames - sinnvoll eingesetzt - mitunter die Navigation erleichtern.

 

Umfangreiche Textdarstellungen oder ineinander greifende Darstellungselemente (wie beim Rockprojekt) löst man am besten über Tabellen. Das hat den Vorteil, dass Tabellen, sofern sie relativ angelegt sind, sich an die Bildschirmauflösung des Seitenbesuchers anpassen. Relativ heißt: in Prozent. Eine Angabe der Tabellenbreite von 100% bedeutet immer, dass die Tabelle genau so breit dargestellt wird wie das aktuelle Browserfenster in der aktuellen Bildschirmauflösung. Das hat natürlich zur Folge, dass die Inhalte der Tabelle durch die Anpassung auch mal anders aussehen können. Hier im Rockprojekt finden sich ineinander geschachtelte Tabellen. Die Tabelle, die das Seitenaussehen bestimmt, ist absolut mit 800 Pixeln Breite angelegt, eine übliche Mindestauflösung von 15"-Monitoren. Innerhalb dieser Tabelle befindliche Gestaltungselemente sind in relative Tabellen eingebettet (%), so dass sie sich den Anforderungen anpassen.

 

Noch mal: Die absolute Tabellenbreite wird in Pixel festgelegt, da heißt, eine solche Tabelle passt sich nie dem Browserfenster und der jeweiligen Bildschirmauflösung an, sondern sieht immer gleich aus. Bei 600-800 Pixeln Breite kann man sicher sein, dass der Tabellen-Inhalt auch in einem 15"-Monitor gut dargestellt wird. Bei 1000 Pixel Breite muss man im 15-Zöller heftig die Scrollbalken bewegen. Die relative Tabellenbreite wird in Prozent festgelegt. Eine solche Tabelle passt sich immer dem Browserfenster an, was aber zu allgemeinen Verschiebungen des Dargestellten führen kann.  

 

Die Darstellung des als HTML-Code abgelegten Designs in verschiedenen Browsern gehört zur Pflichtübung eines Webseitenentwicklers. Die gängigen Gestaltungsprogramme haben eine Vorschaufunktion schon eingebaut. Ich persönlich beschränke mich dabei auf die drei gängigen und kostenlosen Konkurrenten Internet Explorer, Netscape Navigator und Opera in ihren aktuellen Versionen. Wer als Surfer zu faul ist, sich diese zu besorgen und auf den PC aufzuspielen, hat eben Pech gehabt und darf sich nicht wundern.

 

Schließlich kann man noch eine rabiate Methode einsetzen, um die Ladezeit der einzelnen Seiten erheblich zu beschleunigen. Besonders Design-Programme, die im WYSIWYG-Verfahren Webseiten erstellen (und solche Programme wird der Laie in der Regel benutzen), sind einfach zu handhaben, erzeugen aber im HTML-Code eine Menge Unsauberkeit und "Luft". Kleine kostenlose Spezialprogramme wie zum Beispiel HTML-Shrinker sind in der Lage, diese "Luft" aus dem Code zu entfernen. Das kann dazu führen, dass man von ursprünglich 15 KB einer Seite 5 KB einsparen kann, also ein sattes Drittel. Man muss mit diesen Programmen aber vorsichtig umgehen. Besser vorher eine Sicherungskopie anlegen! Ich habe es erlebt, dass plötzlich auf Rockprojekt-Seiten durch das "Shrinken" doppelte Navigationsleisten erschienen.

 

Wer nun diese elementaren Regeln ein wenig beachtet, hat dennoch genügend Spielraum, eine bemerkenswerte Website zu entwickeln. In Regel wird es so sein, dass sich nach Absprache ein Bandmitglied darum kümmert oder ein guter Freund sich bereit erklärt, die Gestaltung und Pflege der Bandpage in die Hand zu nehmen. Viele Köche verderben den Brei! 

 

Nun muss man sich um einen Provider für den Webspace bemühen. Wer einen T-Online-Anschluss hat, kommt damit schon in den Genuss eines kostenlosen Speicherplatzes von 10 MB, der im Grunde völlig ausreicht. Nachteil: Die Adresse ist kryptisch lang, man hat keine eigene bandbezogene URL. Bei anderen Anbietern ist es ähnlich. Es gibt inzwischen auch viele Möglichkeiten, über Internet-by-call an eine kostenlose Homepage zu kommen. Dies wird aber immer mit der Einblendung von Werbung verbunden sein, was oft genug ziemlich stört (wenn bei jedem Klick ein neues Werbefenster aufgeht). Man kann auch bei verschiedenen Providern für kleines Geld eine Homepage als Visitenkarte einrichten und hat auf diese Weise eine eigene Webadresse. Von da aus kann man zum Beispiel auf die T-Online-Homepage (mit der  langen Adresse) linken, ohne das der Besucher es merkt.

 

Man muss sich genau erkundigen, was bei dem jeweiligen Provider möglich ist. Viele erlauben zum Beispiel nicht mal den Download von MP3s. Schlecht für Bands, die sich musikalisch vorstellen wollen. Das direkte Abspielen von Sounddateien ist wieder ein anderes Thema, weil dazu auf dem Server eine Streaming-Funktion eingerichtet sein muss. Damit muss man sich näher befassen, weil das eine ausufernde Sache ist. Ich empfehle Bands aber, es sich einfach zu machen und sich bei www.mp3.com oder einer ähnlichen Site anzumelden. Dann reicht ein einfacher Link von der Homepage auf die dortige Bandsite und schon können sich die Fans eure Songs anhören.

 

Bei T-Online ist es nicht möglich, eine Ordnerstruktur der Homepage anzulegen. Alle Dateien müssen auf einer Ebene sein. Also kann man viele Gestaltungsprogramme vergessen. Netobjects Fusion ist eines der wenigen Programme, das die Dateien auch "flat" anlegen kann. MS Frontpage hingegen legt viele kryptische Ordner an. Allerdings ist für Laien, die schon mal mit MS Word gearbeitet haben, Frontpage wirklich leicht zu bedienen. Fusion erscheint mir im Vergleich dazu ziemlich kompliziert. Beide Programme enthalten aber bereits durchaus verwendbare vorzügliche Templates (fertige Vorlagen), was die Sache sehr erleichtert. Es ist aber auch eine Preisfrage. Wer viel Geld ausgeben will, kauft sich Adobe Golive oder Macromedia Dreamweaver. Damit wächst der Funktionsumfang, aber auch die Einarbeitungszeit. Ob das Ergebnis am Ende besser ist...? Glücklich derjenige, der in der Lage ist, den Code von Hand zu programmieren!

 

Schließlich muss man noch klären: Wie sieht es mit den CGIs beim Provider aus? Eigene (programmeigene) möglich? Gästebuch möglich? Andere Formulare? Chat? E-Mail-Anbindung?  Viele Provider liefern bei Anmeldung gleich auch noch den nötigen Satz Websoftware mit, so dass man dafür überhaupt keine Mark ausgeben muss. Zwar ist das nicht immer die neueste Version, reicht aber für den Anfang allemal.

 

Wer das alles in den Griff bekommt, ist auf dem besten Weg, eine gute und informative Bandpage zu entwickeln. Sind alle Dateien auf den Server geladen (auch ein Kapitel für sich, man benötigt ein FTP-Programm), darf man aber nicht versäumen, sich selbst das Ergebnis noch einmal ausführlich online anzuschauen, nach Möglichkeit - wie oben schon gesagt - in verschiedenen Browsern. Man erlebt immer wieder Überraschungen. Ein Link funktioniert nicht, eine Seite ist gar nicht da, auf einer anderen werden Elemente doppelt dargestellt usw. Immer mit der Ruhe! Es wird schon werden!

 

Und schließlich sollte natürlich umgehend die neue Band-Homepage bekannt gemacht werden. Also erst mal beim Rockprojekt anmelden! Und dann bei sämtlich erreichbaren Suchmaschinen. Eine Shareware wie Hello Engines leistet dabei gute Dienste! Damit kann man nicht nur die Page automatisch anmelden, sondern auch die für Suchmaschinen wichtigen Metatags (eine Art Wegweiser) generieren. Darauf möchte ich hier aber nicht näher eingehen. Dazu gibt es genügend Fachliteratur und Berichte in PC- und Internet-Magazinen. Gutes Gelingen!

 


 

Projekt "Homerecording"   top 

      

Viele Musiker haben irgendwann den Drang, die eigene Musik halbwegs professionell zu konservieren, ohne dafür auch professionell zur Kasse gebeten zu werden. Oft genug spielt auch der Wunsch eine Rolle, nicht mehr mit einer Band touren zu müssen, aber trotzdem weiterhin musikalisch aktiv bleiben zu können. So war es jedenfalls bei mir. An die Stelle des gemeinsamen Übens im Bandraum tritt das Homerecording, das Aufnehmen zu Hause.

 

Ich habe mich schon während meiner Bandzeit mit dem Recording beschäftigt. Wir hatten den Übungsraum so eingerichtet, dass jeder Musiker über Kopfhörer angeschlossen war und jedes Instrument per Mikro oder direkt in das Mischpult ging, das nebenan im Regieraum stand. Da es damals noch nicht die günstigen Kassetten-Mehrspurgeräte gab und ein entsprechendes Studiogerät jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten lag, habe ich mir zwei Revox A77 mit Highspeed (38 cm/sec) /Halbspur und eine dbx-Rauschunterdrückung gekauft (dbx fiel in Deutschland zu der Zeit unter "Exotisches"). So war es möglich, einerseits beim Üben immer eine Maschine mitlaufen zu lassen, andererseits aber auch im Ping-Pong-Verfahren Overdubs aufzunehmen. Durch das dbx-System hielt sich das Rauschen auch nach mehrmaligem Überspielen in Grenzen bei gleichzeitiger maximaler Dynamik durch die breite Halbspur. Effekte wie Echo oder Hall konnten über das Mischpult zugemischt werden. Wenn ich mir heute manchmal die so entstandenen Aufnahmen anhöre, so finde ich sie auch im Zeitalter der Digitalisierung immer noch gelungen. Nachteile dieses Aufnahmeverfahrens: Nachträgliche Korrekturen sind nicht möglich. Ein Spielfehler, und man muss alles noch mal neu aufnehmen. Zudem war das unbedingt nötige Studiobandmaterial, dass bei 38er Geschwindigkeit nur so durchrauscht, extrem teuer.

 

So habe ich mir dann nach dem Ende meiner Bandzeit meine erste Vierspur gekauft, eine TEAC 3440, ein unglaublich schwergewichtiges Teil. Ich habe damit nicht sehr viel Freude gehabt, weil die Tonköpfe irgendwie sehr anfällig waren. Die geringe Spurbreite bei "Schnürsenkelbändern" vertrug keine großen Toleranzen, die Maschine musste ständig eingemessen werden. Muss man bei Bandmaschinen übrigens auch immer, wenn man nur die Tonbandmarke wechselt. Das Bandmaterial blieb teuer wie eh und je.

 

Irgendwann in diesen Jahren war dann plötzlich die Rede von "Homerecording". Die Musikindustrie hatte die Soundtüftler in ihren Buden entdeckt. Entsprechend wandelte sich dann bald der Markt der Aufnahmegeräte. Der Quantensprung passierte mit der TASCAM-238 - ein achtspuriger Rekorder, den man mit einer normalen MC bestücken kann. Ich habe sofort all meinen Bandmaschinen Adieu gesagt und mir die 238 gekauft, die ich heute noch besitze.

 

Es ist schon ein technisches Meisterwerk, so viel Klang aus a) einem Tonband zu zaubern, dass nur halb so breit ist wie das oben erwähnte Viertelzoll-Band, und b) dann auch noch 8 Spuren daraus zu machen. Möglich wurde das durch den Trick, das Design des Aufnahmekopfes so zu gestalten, dass die benachbarten Spuren jeweils horizontal versetzt aufgenommen werden. Zusätzlich hat die 238 eine Rauschunterdrückung (dbx oder Dolby C). Damit lassen sich Songideen schon hervorragend realisieren. 

 

Eine ganze Generation von Achtspurrekordern überschwemmte nun den Markt. Einige Firmen wie AKAI gingen sogar weiter und brachten Geräte mit zwölf Spuren heraus, allerdings mit einem eigenen (teuren) Kassettenformat. Später wurden dann die Rekorder mit einem kleinen Mischpult und eigener Effektsektion gekoppelt: ein Studio im Westentaschenformat!

 

In den letzten Jahren ging dann der Trend auch im Homerecording in die digitale Richtung. Das ADAT-System von Alesis war hier prägend mit Bändern ähnlich den Videokassetten. Firmen wie Fostex, Tascam und Mackie liefern heute eigenständige  Harddisc-Recorder mit 24 Spuren mit bis zu 24-Bit Auflösung und 96 kHz Sample Rate. Das ist absolute Studioqualität. Die Preise für solche Geräte sind inzwischen auch für Amateure bezahlbar. Für einen Straßenpreis von rund 1500-2000 Euro ist man schon dabei. Wenn man bedenkt, was vor ein paar Jahren noch eine 16-Spur Analogmaschine gekostet hat, dann ist das wirklich unglaublich.

 

Nicht zuletzt hat der PC einen gewichtigen Platz beim Harddisc-Recording bekommen unter Einbeziehung von geeigneter Software, etwa von Steinberg oder Emagic. Andere Recording-Systeme bauen auf Steck- und Soundkarten für PC oder MAC, wie etwa Pulsar von Creamw@re oder DSP-Factory von Yamaha

 

Inzwischen ist das Homerecording zum Motor ganzer Industriezweige geworden. Für Instrumente und Software hat der heimische Musiker offenbar Bedarf ohne Ende. Bestes Beispiel dafür sind bei den Instrumenten die Workstations - Keyboards, die "alles" können. Das komplette Studio ist virtuell, alles kann am PC per Software erledigt werden. Möglicherweise ist der Homerecorder auch etwas finanzkräftiger als der junge Bandmusiker. Denn eines ist klar: Homerecording ist trotz der vergleichsweise günstigen Preisentwicklung ein teures Hobby. Man hat ständig den Drang, aktuell zu bleiben. Oft genug schafft man auch Dinge an, die zur Realisierung von Sounds und Songs nicht unbedingt nötig sind. Und wenn man sich einmal die "Buden" der Homerecorder genauer anschaut, dann entpuppen sie sich oftmals als studioähnliche Lokalitäten.

 

Man hat sich auch daran gewöhnt, dass zeitgenössische elektronische Musik aus dem Computer kommt. Dies muss auch heute nicht zwangsläufig so sein. Alle elektronischen Instrumente haben auch Audio-Ausgänge, mit denen man sie mit analogen Mischpulten verbinden und in Echtzeit - gewissermaßen Spur für Spur "live" - aufnehmen kann. Auf diese Weise lassen sich elektronische Instrumente genauso "authentisch" spielen wie herkömmliche akustische oder elektrisch verstärkte. Neu ist an vielen modernen elektronischen Instrumenten allerdings, dass sie bisweilen gar nicht mehr "elektronisch" klingen, sondern sehr überzeugende natürliche Grundsounds liefern - z. B. Saxophon, Klavier, Hammondorgel, Schlagzeug -, die dann ihrerseits elektronisch und elektro-akustisch verändert und verfremdet werden können. Neu ist weiterhin, dass elektronische Instrumente nicht mehr ausschließlich über Keyboard-Tastaturen bedient werden müssen. Nahezu jedes herkömmliche Instrument kann, mit einem entsprechenden Tonabnehmer versehen, das Eingangsignal für einen Synthesizer liefern.

 

So hat man als Musiker(in), der (die) Homerecording betreibt, die Wahl, ob man ausschließlich auf der elektronischen Schiene bleiben will oder ob man die Elektronik so einsetzt, dass das Ergebnis immer noch nach Musik klingt, die von realen Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen dargeboten wird. Ich  habe mich immer an Letzterem orientiert beim Recording, denn Eines kann Elektronik - so teuer sie auch immer sein mag - gewiss nicht bieten: Feeling!

 


 

Zusammenstellungen   top

 

Welche Geräte in welcher Zusammenstellung kommen denn nun in Frage, um Homerecording zu betreiben? Nun, das hängt ab von den Absichten, die man verfolgt, und - wie immer - vom Geldbeutel.

 

1. Beispiel

Wer nur mal eben schnell eine musikalische Idee festhalten will, für den reicht im Grunde das bestimmt schon vorhandene Tapedeck, sofern es einen Stereoeingang hat (Cinch oder DIN-Buchse). Investieren muss man dann in ein Minimischpult, in das man ein Instrument und ein Mikrofon einstöpseln kann (Line/Mikro). Für Gitarrenaufnahmen wäre ein geeignter Vorverstärker sinnvoll (siehe unten). Über Kopfhörer am Tapedeck oder am Mischpult kann man beim Aufnehmen mithören und seine Songskizzen auf preiswerten Musikassetten abspeichern. Zu diesem Zweck kann man übrigens Kassetten kaufen, die nur 5, 10 oder beliebig viele Minuten lang sind, was manchmal recht praktisch ist. 

  • Stereo-Tapedeck

  • Gitarre, Keyboard, Mikrofon

  • Gitarrenvorverstärker

2. Beispiel  

Wer Songs mit mehreren Stimmen oder Instrumenten aufnehmen und später noch bearbeiten will, benötigt ein Mehrspurkassettengerät, das im Idealfall schon ein Mischpult einschließt. Solche Geräte gibt es zum vertretbaren Preis in Vier- oder Achtspurtechnik. Falls man die Musik mit einer E-Gitarre einspielt, so sollte ein Effektgerät angeschafft werden, dass die Gitarrensignale gut verarbeiten kann (Vorverstärkung), etwa der POD von Line 6 oder der Tubeman von Hughes & Kettner. Schließlich lohnt auch ein Multieffektgerät, das Hall, Echo oder Chorus liefert. Ein Keyboard kann in die Lineeingänge geführt werden. Wer sich nicht zutraut, auf dem Keyboard die Drumrhythmen selbst zu erzeugen, sollte die Anschaffung einer Drummaschine mit abrufbaren Drumpatterns erwägen. Aufgenommen wird achtspurig auf normaler MC, abgehört wird über die Stereoanlage, an die man den Stereoausgang des Mixers angeschlossen hat. Das Tapedeck der Stereoanlage kann für die Masteraufnahme benutzt werden. 

 

Will man mit dem Keyboard MIDI-Files erzeugen und wiedergeben, so benötigt man zusätzlich einen Sequenzer, also eine Einrichtung die die MIDI-Daten speichern und abspielen kann. Bei der Arbeit mit einem Software-Sequenzer ist wiederum ein kompletter PC mit MIDI-Interface fällig. Ein Hardware-Sequenzer dagegen ist ein unabhängiger Recorder für MIDI. Egal welche Art von Sequenzer: Soll das Ding gleichzeitig mit der aufgenommenen Kassette ablaufen, so geht das nicht ohne einen Synchronizer. Dieses Gerät ermöglicht durch einen speziellen Taktimpuls (MIDI-Clock, SMPTE) den genau gleichen Ablauf der Audio- und MIDI-Daten. Das heißt, man kann also beispielsweiese acht Spuren auf Kassette aufnehmen und noch weitere MIDI-Spuren des Sequenzers synchron mitlaufen lassen. 

  • Mehrspurgerät für MC

  • Gitarre, Keyboard, Mikrofon, eventuell Drummaschine

  • Gitarrenvorverstärker

  • Multieffektgerät

  • Hardware-Sequenzer (bzw. Software-Sequenzer und PC)

  • Synchronizer

3. Beispiel  

Eine ähnliche Konfiguration wie im 2. Beispiel ergibt sich aus dem Einsatz eines Mehrspurrekorders für die Aufnahme mit Minidisks. Hier entfällt aber der Synconizer, da ein Minidiskgerät schon synchronisieren kann. Eine Minidisk hat gegenüber einer MC den Vorteil, dass auf ihr Daten wie auf einer CD gespeichert werden. Auf diese Daten kann man per Menü direkt zugreifen, etwa Titel suchen oder Titel verschieben. Langes Spulen entfällt.

  • Mehrspurgerät für Minidisk

  • Gitarre, Keyboard, Mikrofon, eventuell Drummaschine

  • Gitarrenvorverstärker

  • Multieffektgerät

  • Hardware-Sequenzer (bzw. Software-Sequenzer und PC)

4. Beispiel  

Der gehobene Soundbastler wird sich gleich mit der aktuellesten Konfiguration anfreunden. Bei Harddisk-Recording entfallen Medien wie Kassetten oder Minidisk, die Aufnahme und Speicherung aller Musikdaten erfolgt direkt auf Festplatte. Dazu kann ein Harddisk-Rekorder angeschafft oder der vielleicht schon vorhandene PC eingesetzt werden. Für den Harddisk-Rekorder, der in der Regel schon ein Mischpult aufweist, aber auch eine Multieffektgerät (!), wird  für die MIDI-Files wieder ein Sequenzer benötigt und bei Gitarrenaufnahmen der Vorverstärker. Für den PC (der einen leistungsfähigen Prozessor und eine große Festplatte haben sollte) braucht man eine Mischpult. Es ist zu überlegen, ob man nicht gleich ein digitales Mischpult anschafft, so dass man eine Schnittstelle für alle vorhandenen und zukünftigen analogen und digitalen Geräte zum PC hat. Ein digitales Mischpult wie das bewährte Yamaha 01V hat zudem den Vorteil, dass es schon Effektgeräte, Kompressoren und Equalizer intergriert hat. Unter Einsatz des PCs können dann auch Programme eingesetzt werden, die das Komponieren durch komplette Songstyles und MIDI-Files erleichtern. Zudem kann ein CD-Brenner eingebaut werden. Die Aufnahmen können dann sofort auf CD konserviert werden.

  • Harddisk-Rekorder (Mischpult, Multieffekt), Hardwaresequenzer

  • PC (schnell, große Festplatte, Softwaresequenzer), (digitales) Mischpult, CD-Brenner

  • Keyboard, Gitarre, Mikrofon, eventuell Drummaschine

  • Gitarrenvorverstärker (POD o.ä.)

Über die Preiskategorien der vier Beispiele kann man keine eindeutigen Angaben machen. In jeder Zusammenstellung sind Variationsbreiten von einigen hundert bis mehreren tausend Mark möglich. Ich kann daher nur raten, sich eine Checkliste der eigenen Anforderungen zu machen und die Preise von unterschiedlichen Zusammenstellungen zu ermitteln. Es bringt aber auch nichts, am falschen Ende zu sparen, da Nach- und Umrüstungen oft sehr teuer werden. In Anbetracht der Tatsache, dass auf dem Elektronikmarkt der Preisverfall rasant ist, muss man bedenken, dass man für Gebrauchtes auch nur entsprechende Preise bekommt. Andererseits ist es gerade desahlb nicht falsch, sich bei allen Anschaffungen auf dem Gebrauchtmarkt umzusehen. Der Blick in die heimischen Kleinanzeigenblätter oder den Kleinanzeigenteil der bekannten Musikermagazine kann sich lohnen.

 


 

Aufnehmen   top

 

Die Qualität der eigenen Aufnahmen wächst mit dem Faktor Zeit. Einige Grundregeln sollte man von Anfang an beachten, das mindert den Frust. Zusätzlich hilft es, wenn man sich auch ein wenig mit der Theorie der Sache beschäftigt. Zu empfehlende Bücher, die auch für Laien verständlich geschrieben sind:

  • Hubert Henle: Das Tonstudio Handbuch, Verlag GC Carstensen, ISBN 3-910098-14-2

  • Bert Gerecht: Die eigene Musik auf CD!, Leu-Verlag, ISBN 3-928825-30-5

  • Manfred Hilberger: CD-Herstellung von A-Z, Bandstand-Music, ISBN 3-8024-0222-7


 

Mehrspur-Kassettenaufnahme   top

 

Wie ich schon oben erwähnt habe, liegen die einzelnen Spuren trotz aller Tonkopftricks sehr eng beieinander. Das bedeutet, dass die sogenannte Übersprechdämpfung entsprechend gering ist. Darunter versteht man die Fähigkeit, bei der Aufnahme auf eine Spur möglichst die benachbarten nicht zu magnetisieren. Da aber gerade von elektronischen Geräten wie Drumcomputer oder Keyboard recht starke Impulse ausgehen, wird sich ein Übersprechen (nennt man so, auch wenn es um Musik geht) kaum vermeiden lassen. Man merkt es beim Abhören, wenn man am Mischpult mal Spuren hochzieht, auf denen eigentlich noch kein Signal sein dürfte. Es ist eins da, zwar leise, aber immerhin.

 

Es empfiehlt sich folgende Faustregel beim Aufnehmen: Ähnliche Signale packt man nebeneinander, sehr unterschiedliche weit auseinander. Drums und Bass also auf benachbarte Spuren, Vocals weit weg von diesen, dazwischen der Rest. Zusätzlich habe ich mir angewöhnt, nach dem Aufnehmen verbleibende Leerspuren oder Spurabschnitte (Vorsicht!) vor der neuen Aufnahme komplett durchzulöschen. Praktisch kann der Spurplan dann so aussehen:

 

Spurplan

Spur 1

Spur 2

Spur 3

Spur 4

Spur 5

Spur 6

Spur 7

Spur 8

STEREO

MONO

MONO

STEREO

MONO

MONO

Drums / Percussion

Bass

E-Gitarre

Keyboards

Akustik - Gitarre

Vocals

 

Natürlich kann man Drums und Percussion auch trennen, aber nach meinen Erfahrungen klingen sie - stereofon aufgenommen - dynamischer, weil eben die doppelte Spur mehr Reserven hat. Die Keyboards werden ohnehin im Stereobild aufgenommen, besonders, wenn per MIDI Expander und/oder Sampler mit einbezogen werden sollen. Die Spur 7 kann bei Bedarf weitere Vocals aufnehmen oder Solostimmen, oder es können weitere Stereokombinationen angelegt werden. 

 

Da der Recording-Anfänger in der Regel zunächst ohne eine Koppelung verschiedener Systeme per Timecode aufnimmt, empfiehlt es sich, vor einer Aufnahme eine Spur mit einem Taktsignal (Click) im Metrum der geplanten Aufnahme zu belegen. In der o.g. Spurverteilung ist dafür die Spur 8 gut geeignet. Zwei Takte des Clicks dienen als Vorzähler (1-2-1234). Man kann nun alle Instrumente zuerst aufnehmen und hat immer den korrekten Click im Ohr. Die Vokals kommen sowieso zuletzt. Sind alle Instrumentalaufnahmen im Kasten, kann die Spur 8 gelöscht werden, wobei aber der  Vorzähler erhalten bleiben muss, sonst findet man den Einstieg in den Song nicht. Den Abschluss der Aufnahmesessions bildet der Gesang, der jetzt eine gut getimte "Band" als Begleitung hat. 

 

Wer live auf 8-Spur-Kassette aufnehmen möchte, legt einfach den linken Kanal auf die Spuren 1-4 und den rechten auf 5-8. Durch die summierte Spurbreite ergibt sich eine wirklich dynamische Aufnahmequalität mit optimaler Übersprechdämpfung. 

 

Von der Möglichkeit, erst 6 Spuren aufzunehmen und sie dann stereo zusammen zu mischen, um dann wieder 6 Stimmen aufnehmen zu können (Ping pong), halte ich nichts. Man muss bei diesem Verfahren jeweils vorher eine perfekte Mischung hinbekommen, ohne zu wissen, wie das Endergebnis tatsächlich aussieht. Einmal zusammen gemischt, hat man keinen Einfluss mehr auf die Parameter einzelner Instrumente. Einstellungen - etwa im Klang oder im Panorama - können nur noch global erfolgen und am Ende entsteht eher Klangbrei.

 

Nein, mit der oben beschriebenen Verteilung und der Anzahl der Instrumente kommt man gut aus. Wer dann noch die Möglichkeit hat, den Endmix mit einem Kompressor und einem Noisegate zu bearbeiten, der wird zufrieden stellende Ergebnisse erreichen. Zudem sollte man erwähnen, dass gutes Bandmaterial relativ gutmütig gegenüber eventuell auftretenden Übersteuerungen ist, es ist immer genügend "Headroom" vorhanden (Toleranzbreite bis zum Verzerren), auch wenn mal die "rote Lampe" aufleuchtet. Beim Einsatz von  Rauschunterdrückungssystemen wie dbx oder Dolby sind aber unbedingt die empfohlenen Aussteuerungswerte zu beachten. Gebrauchsanleitung lesen! In jedem Fall: Nicht die billigen Kassetten aus dem Sonderangebot kaufen, sondern Material, dass ausgewiesenermaßen für impulsstarke CD-Musik geeignet ist. Auch auf eine robuste Mechanik und gute Bandführung der Kassetten ist zu achten, da man doch unglaublich viel hin- und herspult.

 

Mastern sollte man die mit einem Mehrspur-Kassettengerät gemachten Aufnahmen unbedingt digital - auf DAT oder direkt auf Festplatte. Für diese Aufnahmen allerdings gilt: keine Übersteuerungen! Aufnehmen auf Festplatte kann man mit Programmen wie Cubase, Wavelab, Goldwave, Cool Edit oder Clean, mit denen man zusätzlich den Sound noch bearbeiten kann. Mastern auf Minidisk ist nur zu empfehlen, wenn man keine CD brennen will, da es sich um ein datenreduziertes Format handelt. Man kann aber den digitalisierten CD-gerechten Mix problemlos für den eigenen Bedarf auf Kassette oder Minidisk überspielen oder diesen ins MP3-Format umwandeln.

 


 

Minidisk   top

 

Wer sich für Minidisk als Recording-Format entscheidet, sollte vorher genau überlegen, welches Ziel angestrebt wird. Minisdik eignet sich gut zum Mitschneiden und Kontrollieren von Musik. Nicht geeignet ist es für das gehobene Recording und Mastering für eine CD. Dazu einige Infos zu den spezifischen Eigenschaften von Minidisk:

 

Der Ursprung
Die Entwicklung der Mini Disc begann schon im Jahr 1986. Schon damals zeichnete sich mit der exponentiell zunehmenden Verbreitung der CD ab, dass ein analoges Recordingmedium wenig zukunftsfähig sein würde. Einige Patente später entschloss sich Sony 1992 den endgültigen Totengesang für die Audio-Kassette anzustimmen und das innovative Projekt auf den Markt zu werfen.

Das Prinzip der MD ist so einfach wie innovativ: Es handelt sich um ein in eine robuste Plastikhülle eingefasstes magneto-optisches Medium, d.h. beim Beschreiben bedient man sich des Effektes, dass bestimmte Materialien unter Einfluss eines Magnetfeldes ihre optischen Eigenschaften ändern. Die Geräte wurden zunächst ausschließlich im HiFi-Bereich verwendet, traten aber recht bald den Siegeszug über die Joggingstrecke (im MD-Walkman) zum Studio an.

ATRAC - Datenreduktion
Da eine MD real nur gut 120 MB Speicherplatz bietet, ersannen die Ingenieure von Sony ein psychoakustisches Verfahren, das die zu speichernde Datenmenge deutlich reduzierte- und in den ersten Versionen die Klangqualität gleich mit. Man gab dem System den flotten Namen ATRAC (engl. Abkürzung für adaptives, transformierendes akustisches Kodierverfahren) und stellte es in direkte Konkurrenz zu MPEG-Audio (MP3), das von Philips für die DCC (Digital Compact Cassette) verwendete.

Psychoakustische Audiokomprimierungsverfahren beruhen auf der Erkenntnis, dass das menschliche Ohr nicht in der Lage ist, den physikalischen Informationsgehalt eines Audiosignals wahrzunehmen, sondern je nach Frequenz unterschiedlich aufmerksam ist. Am empfindlichsten ist das Ohr bei Frequenzen um 4 kHz; in diesem Bereich gerade wahrnehmbare Töne werden in anderen Frequenzen ignoriert. Im Allgemeinen werden also zwei gleich dynamische Sounds in unterschiedlichen Frequenzen vom Zuhörer unterschiedlich laut wahrgenommen.

Ein weiterer Effekt ist das sogenannte ´Masking´, wobei bspw. ein lauter Ton einen leisen verdeckt und dieser gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr so detailliert wahrgenommen wird.

Um dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen unterteilt das ATRAC-Verfahren ein Signal (in den jüngsten Versionen mit Datenraten von bis zu 24 Bit bei 44,1 kHz) mit Hilfe einer FFT (schnelle Fourier-Transformation; mathematisches Verfahren zur Analyse von Schwingungen) pro Stereo-Kanal in 52 Frequenzbänder, wobei die niederen Frequenzen feiner unterteilt sind als die hohen. Nach einem von Sony patentierten Algorhitmus werden nun die psychoakustisch nicht wahrnehmbaren Elemente entfernt und das Datenaufkommen um 80 % reduziert.

Also handelt es sich - und das ist eine gravierende Erkenntnis - bei ATRAC um ein Verfahren, bei dem Klanginformation unwiderruflich verloren geht. Es werden nur diejenigen Bits auf der MD gespeichert, die auch akustisch wahrnehmbar sind. Ob Sie jedoch den Sony-Ingenieuren zutrauen möchten zu wissen, was Ihre Ohren hören, bleibt Ihnen überlassen.

Anwendung im Studio
In den letzten Jahren haben sich hochwertige MD-Recorder auch im Studio bzw. bei der Performance als unkompliziertes Aufnahmemedium etabliert. Zwar sind sich viele Musiker über den theoretischen Qualitätsverlust bewusst, jedoch lässt die Mini Disc beim Aufnehmen einer Jam-Session oder eines DJ-Mixes im semiprofessionellen Bereich ihre Muskeln spielen. Recorder scharf machen, auspegeln, los gehts.

Eher als Randerscheinung der digitalen Aufzeichnungsgeräte gibt es auch Multitrack-MD-Recorder, die mit speziellen Data-MDs bis zu acht Tracks gleichzeitig aufnehmen können. Zwar ist dies ein sehr komfortabler Weg, die eigenen Kreationen digital zu verewigen, doch stößt man schnell an die Grenzen des Mediums: mit acht Tracks passen nämlich nur noch gut 17 Minuten auf eine Data-MD. Andererseits - welcher Song ist schon länger als 17 Minuten?

Klare Einschränkungen liegen auch in der Natur der datenreduzierenden Kompression begründet. Als Recording-Medium oder als professionelle Ausgangsbasis für den Mixdown ist die MD daher eher ungeeignet, da es gerade hier auf feinste Nuancen der Aufnahme ankommt. Hier sollte man sich stattdessen auf die verbreiteten Systeme wie die immer günstiger werdenden Harddisk-Recorder oder Multitrack-DATs zurückgreifen, die ohne Kompression auskommen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass (fast) alle erhältlichen MD-Recorder einen Digitalanschluss (S/PDIF bzw. bei professionellen Geräten AES/EBU) bieten; professionelle Geräte können auch mit Pitch-Shifter und XLR-Anschlüssen aufwarten.

 

 

Yamaha MD8 - 8-Spur-Minidisk-Recorder


 

Anwendung im Heimbereich
Warum brauche ich also einen MD-Recorder? Dies ist eine tiefe und wichtige Frage, die sich im Kern um den Punkt dreht, ob man Mitglied der Konsumgesellschaft sein möchte oder ob ein Leben der frei gewählten Einfachheit größeres Glück bringen kann. Aber das nur nebenbei.

Ursprünglich wurde das Format als Ablösung für die veraltete Audio-Kassette ersonnen und bietet eine kostengünstige Möglichkeit, qualitativ hochwertige Kopien zu erstellen. Im Vergleich zu den hinlänglich bekannten CD-Rs bieten MDs die Vorteile Wiederbeschreibbarkeit, nachträgliches Editieren und die geringeren Abmessungen des Datenträgers. MDs sind zudem extrem robust und resistent gegen die Einflüsse von äußeren Magnetfeldern.

Nach einem anfänglichen Formatkrieg mit dem DCC-System von Philips hat sich die MD klar auf dem europäischen Markt behauptet, Japan ist ohnehin völlig MD-begeistert. Mit zunehmender Verbreitung fielen die Preise sowohl für die Geräte als auch die Medien.

Nicht zuletzt wegen der fortschreitenten technischen Entwicklung werden die MD-Player und auch Recorder immer kleiner und leichter, verbrauchen weniger Akkuleistung uns es wurden Anti-Schock-Speicher integriert, was wiederum der Mobilität der Geräte zugute kommt. Viele zusätzliche Funktionen wie z.Bsp. USB Anschluß für den Computer, diverse Editing Funktionen, LongPlay usw. bringen weitere Pluspunkte.

Unterschiede - Das Encodierungsverfahren
Die Qualität einer Aufnahme hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst ist das verwendete ATRAC-Verfahren ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Während die ersten MD-Geräte ATRAC-1 verwendeten und noch mit Schwächen wie zu mageren Höhen, deutlich hörbaren Nebengeräuschen sowie einem metallischen Klangbild zu kämpfen hatten, ist ab ATRAC-3.5, der Basis aller aktuellen Player, CD-Niveau selbstverständlich.

Sharp entwickelte einen ATRAC-kompatiblen Standard (ATRAC-5), der zwar nur 20 Bit Datenbreite bietet, jedoch durch günstigere DSPs deutlich billiger ist, als die Sony-Pendants.

Innovationsmotor ist aber nach wie vor Sony: Der jüngst veröffentlichte Encodierungsstandard MDLP (Mini Disc Long Play) bietet zwei Modi, mit denen wesentlich mehr Musik auf die Disk passt. Leider gibt es MDLP nur bei Sony, und der Standard ist nicht abwärtskompatibel. Während LP2 bis zu 160 Minuten in Stereo auf eine MD drückt und sich klanglich nur unwesentlich vom bekannten MD-Sound unterscheidet, schafft LP4 bis zu 320 Minuten bei akzeptablen Artefakten und einer Datenrate von ungefähr 66 kBps.

Bei guten Geräten ist die Klangqualität bei gleicher Datenrate nach allgemeiner Ansicht übrigens besser als das weit verbreitete MP3-Format.

Die DA-Wandler
Natürlich haben auch andere Faktoren als das Encodierungsverfahren Einfluss auf den Sound der MD. Genaugenommen ist natürlich die gesamte Kette vom Signaleingang in den Recorder bis zur Laufwerksmechanik daran beteiligt. Besonderes an den wichtigen DA-Wandlern wird bei günstigen Geräten oft gespart. Im Handel sind zwei unterschiedliche Wandlertypen: ´Ein-Bit-tige´ und ´Mehr-Bit-tige´.

Die letzteren bieten 8/16/20/... Bit-Einheiten, wobei höhere Auflösungen (theoretisch) auch besseren Sound bedeuten.

Das andere Prinzip sind 1 Bit-DA-Wandler, welchen nachgesagt wird, eine bessere Klangqualität zu liefern. Im Zweifelsfall sollte man sich hier nicht auf Zahlen verlassen, sondern mit den eigenen Ohren testen.

Fazit
Die MD ist aus heutigen Heimanwendungen nicht mehr wegzudenken. Nach Startschwierigkeiten haben sich die Geräte einen festen Marktanteil gesichert und bieten für (beinahe) jeden Einsatzzweck ein passendes Endgerät.

Wenn eine Entscheidung zwischen MD und Kassette zu fällen ist, sollte in jedem Fall in die MD investiert werden.

 

Vorteile

  • breite Auswahl an Endgeräten

  • vom MD-Walkman über 19-Zoll-Profi-Recorder bis zu Multitrack-Recorder

  • Klangqualität praktisch nicht von der CD zu unterscheiden

  • unkompliziertes Handling

  • mit MDLP bis zu 320 Minuten Musik auf einer MD

Nachteile

  • Datenreduktion

  • für professionelle Studiozwecke nur eingeschränkt geeignet

  • relativ teuer im Vergleich zur Compaktkassette

  • z.Zt. noch keine sinnvolle PC-Anbindung

 

(mit freundlicher Genehmigung von Musikhaus Thomann)

 


 

Aufnahme auf Festplatte   top

 

Zu Beginn meines digitalen Recordings und habe ich gute Erfahrungen mit der preiswerten Software Goldwave gemacht. Für gestiegene Ansprüche ist Adobe Audition (früher Cool Edit Pro) empfehlenswert, das in der Lage ist, auch  mit vielspurigen Audioaufnahmen umgehen zu können. Ich weiß aber nicht, ob diese Software noch erhältlich ist. Vermutlich nicht, aber es gibt inzwischen durchaus Alternativen, z. T. sogar kostenlos, die man im Netz leicht aufspüren kann. Das bekannte WaveLab ist ein Profiprogramm und damit teuer.

 

Auch bei der Aufnahme auf Festplatte dürfen wie bei allen Digitalaufnahmen keine Übersteuerungen auftreten. Allerdings ist bei Aufnahmen doch generell eine sorgfältige Aussteuerung, möglichst nah am Limit, anzuraten. Denn bei allen vermeintlichen Korrekturmöglichkeiten der erwähnten Software könnte es dennoch zu Mangelerscheinungen kommen. Was bei den Wandlern nicht ankommt, kann auch auch das raffinierteste Programm nicht rekonstruieren. Im Klartext: Natürlich ist eine Übersteuerung um jeden Preis zu vermeiden - Untersteuerung schadet aber im Extremfall ebenso (verminderte Dynamik und - nicht zu vergessen - das Rauschen!). Derartige Effekte können sich bei späteren digitalen Klangbearbeitungen doch deutlich bemerkbar machen.

 

Vor der eigentliche Aufnahme sollte man also einmal die lautesten Stellen des Songs anspielen, um zu testen, ob alles noch im grünen Bereich ist. Sind die Unterschiede zwischen laut und leise im Song sehr groß, so muss das Material dynamisch komprimiert werden (geht mit Hard- oder Software). Komprimieren heißt, vereinfacht gesagt, das Tonsignal wird so zusammengedrückt, dass die leisen Stellen lauter werden und die lauten leiser. Es entsteht eine Art Mittelwert.

 

Ist der Song dann im Kasten, kann man ihn per Software automatisch normalisieren. Das heißt, der Lautstärkepegel wird durchschnittlich bis maximal 0 dB angehoben, Übersteuerung und damit Verzerrung sind ausgeschlossen. Selbstverständlich können die genannten Programme noch tausend andere Sachen, die man früher nur mit sündhaft teurem Studiogerät umsetzen konnte. Man kann praktisch sämtliche Bearbeitung des Tonmaterials per Software erledigen. Man muss das einfach selbst ausprobieren, Herumspielen ist erlaubt. Denn man kann alles wieder rückgängig machen. Verblüffend ist zum Beispiel der Effekt der Tonhöhenverschiebung. Man kann damit etwa einen ganzen Song um beliebige Halbtöne höher oder tiefer stimmen, dies aber - wohlgemerkt - ohne den Mickeymaus-Effekt der Tempoanhebung oder -reduzierung. Der Song bleibt so lang wie er ist, nur eben tiefer oder höher. Irre!

 


 

Aufnahmeprotokoll   top

 

Egal, was und wie ihr aufnehmt, gewöhnt euch an, immer alles schriftlich festzuhalten. Besonders die Belegung von Spuren und die Stellung der Regler am Mischpult vergisst man sehr schnell, kommt aber ebenso schnell in die Verlegenheit, den Mix noch einmal machen zu müssen (besseres Gitarrensolo, neues Keyboard usw.). Mein 8-Spur- Aufnahmeprotokoll ist im Laufe der Jahre entstanden. Darin werden alle Vorgänge beschrieben, entsprechend der links aufgezeichneten Strophenfolge. Mit "gereinigt" ist die Bearbeitung per Noisegate bzw. das Löschen der Spur gemeint. Natürlich sollte man sich die Vorlage den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassen. 

 

Aufnahmeprotokoll

Download

 

Beispiel zur eigenen Ausgestaltung

 


 

Klangbearbeitung   top

 

Gerade wenn es darum geht, die eigenen Aufnahmen zu veredeln (sprich: ihnen einen angemessenen Klang zu verleihen), dann ist der Anfänger oft überfordert. Im Prinzip geht es dabei um drei verschiedene Arbeitsschritte, wobei das Einpegeln immer anletzter Stelle stehen sollte, da durch Klangbearbeitung und Effekte sich der Lautstärkepegel erheblich verändern kann:

  1. den Klang bearbeiten

  2. die Aufnahme mit Effekten versehen

  3. die Lautstärkepegel anpassen

Alle drei Arbeitsschritte können heute sowohl mit Hardware als auch mit Software und PC in hoher Qualität durchgeführt werden. Beides hat Vor- und Nachteile. Hardware, also echte Geräte, hat in der Regel gut nachvollziehbare Regler, deren Auswirkungen sich sofort (in Echtzeit) hören lassen. Wirklich gute Geräte aber, die den Studionormen entsprechen, sind auch wirklich teuer. Und sie nehmen viel Platz weg. Software ist platzsparend und relativ preiswert. Aber ihre Bedienung ist manchmal sehr unübersichtlich, wobei man bei kostengünstigen Programmen die Effekte nicht in Echtzeit hören kann. Erst teure Programme wie Wavelab oder CoolEdit Pro erlauben diese Möglichkeit. Wobei "teuer" im Vergleich zu den Studiogeräten relativ ist. CoolEdit Pro ist wirklich einen Software mit irren Möglichkeiten und kostet etwa 399 US-Dollar.

 

zu 1. Klang bearbeiten  

Ziel einer guten Musikübertragung ist es, alle für das menschliche Ohr hörbaren Frequenzen gleichmäßig laut zu übertragen. Im Lauf eines Recording-Prozesses kann dieses Ziel mal verfehlt werden und man muss mit Korrekturen eingreifen. Oder aber es sind bestimmte Klangvorstellungen vorhanden, die umgesetzt werden müssen. Besonders in der Rock- und Popmusik ist eine linearer Frequenzgang kaum erwünscht, sollen doch etwa Bass oder Drums besonders betont werden.

 

Grafischer Equalizer  

Für Eingriffe in das Frequenzspektrum werden Filter, Equalizer oder Entzerrer in Form von Hard- oder Software eingesetzt. Damit können bestimmte Frequenzbereiche jeweils angehoben oder abgeschwächt werden. Bekannt ist der so genannte grafische Equalizer. Durch die Position seiner Schieberegler kann man sofort sichtbar den Eingriff  in die Frequenzen verfolgen. Die Anzahl der Schieberegler gibt dabei an, wie genau man arbeiten kann. Ein einfacher Equalizer findet sich oft schon im Autoradio. Er hat aber nur fünf Frequenzbänder und wirkt daher sehr grob. Ein grafischer Equalizer aus dem Studiobereich weist hingegen 30 Frequenzbänder (1/3-Oktav-Equalizer) auf und arbeitet somit sehr viel feiner. Ein Mittelding ist der Oktav-Equalizer mit 10 Frequenzbändern, die normgerecht bei 40 Hz, 80 Hz, 160 Hz, 320 Hz, 640 Hz, 1,2 KHz, 2,4 KHz, 4,8 KHz, 9,6 KHz und 16 KHz eingreifen. Equalizer können in der Regel das Signal um 12-15 db anheben oder absenken.

 

Bei der Bedienung eines grafischen Equalizers ergeben sich folgende Effekte: im Bereich bis 400 Hz bemerkt man beim Verschieben der Regler eine Anhebung oder Absenkung der Lautstärke. Bei 400 Hz bis 8 KHz werden besonders Stimmen oder etwa Gitarren in den Vordergrund gezogen oder nach hinten gedrängt. Geht man bis an die Grenze der Anhebung, so erreicht man die bekannte "Telefonstimme". Bei Eingriffen oberhalb von 8 KHz werden besonders in der Aufnahme vorhandene Rauschanteile angehoben bzw. abgesenkt. Oberhalb von 10 KHz sind nur in guten Orchesteraufnahmen noch Anteile des musikalischen Nutzsignals vorhanden. Im Homerecording-Bereich wird man da nur das Rauschen noch anheben können.

 

Filter  

Für bestimmte Aufgaben in der Nachrichten- und Tontechnik haben sich bestimmte Filtertypen herausgebildet. Sie werden einzeln oder hintereinander (das gilt für Hard- und Software) in den Signalweg geschaltet und beeinflussen so das Signal. Dabei geht es, im Gensatz zum Equalizer, immer um das Absenken oder Ausblenden von Frequenzanteilen, während das ungefilterte Tonmaterial seinen ursprünglichen Pegel behält.

  • Tiefpass-Filter: Er lässt die tiefen Frequenzen durch (passieren) höhere Töne oberhalb einer definierten Grenzfrequenz werden abgesenkt. Die bekannten Subwoofer mit den besonders tiefen Tönen arbeiten mit Tiefpass. Die Grenzfrequenz liegt z. B. bei 400 Hz, die darüber liegenden höheren Töne werden gesperrt.

  • Hochpass-Filter: Er lässt die hohen Frequenzen passieren und senkt die tiefen ab. Mischpulte oder HiFi-Verstärker haben oft einen Knopf mit der Bezeichnung "Low" oder "Cut". Damit werden störende Geräusche unter 30-80 Hz wie Trittschall von Mikrofonen oder das Rumpeln von Plattenspielern herausgefiltert.

  • Bandpass-Filter: Er ist eine Kombination von Tiefpass und Hochpass. Zwei Grenzfrequnzen - eine obere, eine untere - werden festgelegt. Alle Töne dazwischen können passieren, während Tiefen und Höhen abgesenkt werden. Mit dieser Filterart kann man z. B. die Verständlichkeit von Sprachübertragung steigern.

  • Bandsperr-Filter: Er ist die Umkehrung des Bandpasses. Hohe und tiefe Töne können passieren, mittlere werden abgesenkt. Dieser Filter kommt nur selten zum Einsatz.

  • Notch- oder Nadelfilter: Er ist eine besonders wirksame Form der Bandsperre. Damit können ganz gezielt Frequenzen aus dem Band entfernt werden, etwa das Netzbrummen der elektrischen Versorgung.

Parametrischer Equalizer  

Diese Art von Equalizer wirkt dadurch, dass man seine Bandbreite in Abhängigkeit zur Mittenfrequenz bestimmen kann. Der Filtereffekt kann sehr schmalbandig eingestellt werden. Das bedeutet, dass man sehr gezielt auch das Klangverhalten einzelner Instrumente im Gesamtsound beeinflussen kann. Der Einsatz des parametrischen Equalizers erfordert einige Übung, weil man auch schnell übers Ziel hinausschießen und gegenteilige Effekte erzeugen kann, etwa Filterklingeln, Rückkopplungen oder Oszillationen. 

 

zu 2. die Aufnahme mit Effekten versehen  

Effektgeräte kennen alle Musiker zu Genüge. Ob Hall, Echo, Phaser oder Chorus, wer hatte nicht schon damit zu tun? Für den Recording-Bereich sind besonders Effekte wie Hall oder Chorus interessant, da sie sich auf Instrumente und Stimmen - richtig eingesetzt - wohltuend auswirken können.

 

Grundsätzlich sollte die Faustregel gelten, dass alle Effekte schon im Produktionsprozess der Aufnahme Berücksichtigung finden sollten, wenn geringe Reserven vorhanden sind, wenn also die Aufnahme auf wenigen Spuren erfolgt. D. h. der Gesang oder einzelne Instrumente werden schon bei der Aufnahme oder beim Abmischen mit den entsprechenden Effekten versehen. Wer allerdings ein fertig abgemischtes Musikstück anschließend noch mit einem Hall versehen will, sollte sich das gut überlegen. In der Regel führt dies zu einem breiigen Gesamtklang, da ja alles - Bass, Drums, Keyboards usw. - in diese Gewand gezwängt wird. Man kann sein schönes Stück damit auch ordentlich ruinieren. Natürlich ist experimentieren immer angesagt. Es gibt einen Effekt, der auch bei fertiger Aufnahme noch eine Berechtigung hat: die Erweiterung der Basisbreite. Dabei wird das Stereosignal künstlich erweitert und erhält mehr Raum. Auch hier gilt: zuviel ist oftmals tödlich!

 

Wer die Möglichkeit hat, jedes Instrument auf einer eigenen Spur (mono oder stereo) aufzunehmen, der sollte auch alle Effekte erst beim Abmischen einsetzen. Ausnahme: Effekte, die den Dynamikbereich regeln, etwa Kompressor/Limiter bei der Gesangsaufnahme oder Live-Drums. Dadurch hat man sämtliche Aufnahmen erst mal in einem guten Rohzustand vorliegen und hat dann die volle Kontrolle über die Bearbeitung.

 

zu 3. Lautstärkepegel anpassen  

Sobald man eigene analoge Aufnahmen auf den PC und dann auf die CD bringen will, wird man sehr sorgfältig mit den Pegeln umgehen müssen. Bei Bandgeräten kann man da relativ großzügig sein, da der "Headroom", der Punkt bis zum Übersteuern und Verzerren, recht großzügig bemessen ist. Anders bei digitalen Aufnahmen! Der AD-Wandler hält gnadenlos seine 16-Bit-Grenze ein. Natürlich muss bei Aufnahmen mit DAT-Rekorder oder Mini-Disk der Pegel ebenfalls sofort stimmen.

 

Es ist daher unbedingt wichtig, das komplette Musikstück einmal ganz durchzuhören, während die Aufnahmeseite schon auf "Record", aber "Pause" eingerichtet ist. Dabei ist auf den Pegel zu achten und die besonders lauten Stellen des Stückes. Im Zweifel die hochpegeligen Passagen noch mal anhören! Vorarbeiten wie Klangbeeinflussung per Equalizer müssen schon vorher stattgefunden haben, da diese die Lautstärke ja ebenfalls noch anheben können. Die Pegelanzeige auf der Aufnahmeseite sollte bei den lautesten Passagen im oberen Drittel de grünen Bereichs bleiben. Bei Gelb wird es schon kritisch. Aber auch eine zu niedriger Pegel kann schlecht sein, weil so die Rauschanteile digital verstärkt werden können. Ein einziger Ausschlag in den roten Bereich aber ruiniert die Aufnahme bereits.

 

Ist die Aufnahme zufriedenstellend eingefahren, so erfolgt schließlich das endgültige Einpegeln auf digitales Maß: die Normalisierung. Die Recording-Software macht das automatisch. Sie sucht sich das lauteste Sample der Wave-Datei, stellt dieses auf 0dB ein und passt anschließend alle anderen Signalwerte daran an. In der Praxis bedeutet das, dass nicht nur die Musik maximal möglich angehoben wird, sondern natürlich auch vorhandenes Brummen, Rauschen, Knacken. Wenn die Aufnahme vorher untersteuert war, wird man diese Frequenzanteile als besonders störend bemerken. Wer also nicht von Anfang an auf richtige Aussteuerung achtet, hat auch mit einer Nachbearbeitung keine Chance.

 

Kompressor, Limiter  

Oft ist es nötig, die Pegel innerhalb einer Aufnahme aufeinander abzustimmen. Manchmal sind die lauten Stellen zwar gut ausgesteuert, aber man empfindet die leisen Stellen als zu schwach im Gesamtbild, die Dynamikunterschiede sind zu groß. Eine Anpassung zwischen laut und leise wird wird Kompressoren möglich. Auch solche Werkzeuge sind natürlich in den genannten Software-Paketen enthalten. Ein zu starker Einsatz der Kompression hat aber zur Folge, dass das Klangbild flach wird, eben wenig dynamisch. Man sollte damit sparsam umgehen.

 

Ein naher Verwandter des Kompressors ist der Limiter. Er wird dann eingesetzt, wenn starke plötzliche Pegelsprünge verhindert werden sollen und eine Übersteuerung vermieden werden soll, wobei die Gesamtkompression nur schwach ausgeprägt ist.

 

Auch der Einsatz von Dynamik-Prozessoren ist nicht einfach. Falsche Einstellungen führen zu hörbaren Klangeinbußen wie das bekannte "Pumpen" des Endsignals. Das liegt daran, dass diese Werkzeuge eine zeitabhängige Steuerung haben. Sie müssen das eintreffende Signal zunächst erkennen und analysieren und können dann erst reagieren. Das dauert zwar nur Millisekunden, kann sich aber trotzdem negativ auswirken. Ihr Einsatz erfordert also viel Einfühlungsvermögen.

 


Gitarrensounds   top

Es war früher ein großes Problem beim Recording, die von der Bühne gewohnten Sounds der E-Gitarre auf das Band zu bannen. Die üblichen Bodentreter konnten eben die Marshall-Amps und Boxen nicht ersetzen und erzeugten in der Regel eher einen Rauschteppich als die begehrten Klänge. Was haben wir nicht alles gefummelt bis hin zu Lastwiderständen an Verstärkerausgängen, um diese dann direkt ins Pult führen zu können.

Das ist nun heute alles sehr viel einfacher und eleganter geworden. Amp-Modelling ist das Zauberwort für Gitarristen und ihre Recording-Situation. Eine Reihe von Geräten haben sich dafür inzwischen einen Namen gemacht. Als Beispiel sei der POD von Line 6 genannt. Sie sind in der Lage, auf elektronischem Weg Verstärker aller Art und entsprechende Boxen nachzuahmen. Ihre Ausgänge kann man wahlweise in einen normalen Verstärker oder auch direkt in ein Mischpult führen. So ist es kein Problem, zuerst einen AC30 zu spielen und anschließend schnell auf einen Soldano umzuschalten. Zugleich bieten diese Wunderteile noch alle Effekte, die man an der Gitarre sinnvoll einsetzen kann: Hall, Echo, Chorus, Flanger, Wah Wah. Für den POD gibt es zusätzlich noch ein umfangreiches Fußpedal, mit dem man auf eine Schlag sämliche Bodentreter aus der Gitarrenanlage verbannen kann (auch live!).

Mit einem solchen Gerät versehen, kann nun jede Recording-Session auch beim Homerecording für den Gitarristen ohne Stress bewältigt werden. Er hat ja den Marshallturm gewissermaßen in der Kiste. Und so erreicht auch die E-Gitarre einen neuen Qualitätsstandard beim Home-Recording. Endlich ist da auch mal Kraft im Klang, auch bei klaren Sounds ein bemerkenswerter Unterschied.

Aber das ist noch nicht das Ende. Die Firma Steinberg hat mit der Software Warp VST nun auch jede Hardware überflüssig gemacht. Damit ist es möglich, innerhalb jeder VST-fähigen ASIO-Umgebung (Cubase, Logic, Cakewalk) Warp VST als Plugin für die Gitarrenspur einzusetzen und so auf direktem Weg die angesagten Sounds zu erzeugen und aufzunehmen. Es gibt drei Verstärker-Typen: Jazz-Chorus (Roland), Marshall 50 und Mesa Rectifier. Dem stehen drei Boxen-Typen zur Auswahl: 4 x 12" Celestion, 4 x 12" Celestion Greenback und 1 x 12" Celestion Rockdriver Junior. Hervorzuheben ist noch, dass Warp VST in Zusammenarbeit mit Hughes & Kettner entwickelt wurde, aufbauend auf deren Erfahrung beim ZenTera-Amp.

Amps und Boxen des Warp VST kann man munter mischen, wobei für die Verstärker noch die klassischen Regelmöglichkeiten vorgesehen sind. Das geniale an der Sache ist, dass die Gitarrenspur nur das trockene Signal aufnimmt und Warp VST dann eingeschleift wird. Man kann also auch noch nachträglich an der Simulation schrauben bis zum engültigen Mix. Es wird auf alle Fälle ein wirklich guter und originaler Gitarrensound erzeugt, wie er bisher nur in großen Studios mit aufgebauter Gitarrenanlage möglich war. Allerdings sollte man schon einen leistungsfähigen und schnellen PC haben, den man aber als Grundlage für das Harddisk-Recording eigentlich unbedingt voraussetzen muss.

 


 

Projekt "Heimstudio"   top

      

Wer Homerecording betreibt, muss sich Gedanken machen, wie er das am besten hinbekommt. Allerdings ist es heute etwas einfacher geworden, da die Anzahl der Geräte in einem Heimstudio erheblich geringer geworden ist als früher. Während sich in der 80er-Jahren noch rings um ein mehr oder weniger großes Mischpult diverse Peripheriegeräte wie Hall, Kompressor, Noise Gate usw. stapelten, ist heute der PC die zentrale Anlaufstelle.

 

Im Klartext bedeutet das, dass jeder gut bestückte Aldi- oder Lidl-PC die Grundlage für ein gehobenes Heimstudio bildet. Im Gegensatz zu früheren Homerecording-Zeiten hat der Computer sein Sklavendasein aufgegen, denn damals diente er nur als Abspielgerät für MIDI-Files oder zum Ansteuern von Keyboards und Samplern per MIDI-Interface. Heute ist der PC das Studio. Ein Mischpult wird nur noch dann notwendig sein, wenn es gilt, mehrere analoge Geräte gleichzeitig einzuspielen. Ein "Einzelkämpfer", der der Reihe nach Gitarre, Bass, Gesang usw. aufnimmt, kommt mit dem Stereoeingang einer guten Soundkarte aus. Jeder weitere Bearbeitungvorgang der Sounds geschieht auf digitaler Ebene im Computer: das Zusammenmischen, die Klangbearbeitung, das Schneiden, das Speichern, das Brennen auf CD. Allerdings möchte ich davor warnen zu glauben, Recording sei damit einfacher geworden. Wer mit dem PC arbeitet, muss jede Menge Einarbeitungszeit kalkulieren, das der Zugriff auf die Elemente und Parameter sehr viel undurchschaubarer ist als etwa bei einem analogen Mischpult oder einem Keyboard mit Fabriksounds.

 


 

Grundausstattung des PC   top

 

2-GHz-Prozessor, mindestens 512 MB RAM, sehr große Festplatte (80-120 GB, besser noch 2 für die Datensicherung), gehobene Soundkarte 16/24 Bit - analoge und digitale Ein- und Ausgänge

 

Sparen sollte man nicht an der Software. Das Programm aus dem Kaufhaus für 25 Euro, mit dem man angeblich in Windeseile per Mausklick den Superhit kreieren kann, taugt für unsere Zwecke überhaupt nicht. Wir benötigen eine Software, die voll MIDI-fähig ist, die voll Audio-tauglich ist, die Studioeffekte und Synthklänge bereitstellt und das alles auch in Echtzeit verarbeiten kann. Steinberg hat dafür mit seiner VST-Software (Virtuelle Studio Technologie) den Grundstein gelegt. Das aktuelle Cubase SX erfüllt alle Vorraussetzungen für ein perfektes Heimstudio, ist aber auch dementsprechend teuer. Aber man sollte nicht vergessen, dass man jede Menge Hardware spart, die möglicherweise ungleich teurer ist. Cubase liefert gleich ein ganzes Bündel an Effekten, so genannten Plugins, die man in das Programm einklinken und sofort die Wirkung kontrollieren kann. Hall, Chorus, Kompressor oder Equalizer stehen unmittelbar bereit zum Einsatz. Alles zusammen ist über die integrierte Mischpultfunktion steuerbar. Daneben werden mit Cubase auch virtuelle Instrumente angesteuert, die selbst verwöhnte Ohren verblüffen. So gibt es von Steinberg als Plugin den akustischen Flügel The Grand, der beeindruckende Flügelsounds erzeugt.

 

Ein ähnliches Programm wie Cubase SX mit ähnlichen Möglichkeiten ist Logic Audio von Emagic. Allerdings ist die Anschaffung nur für Mac-User anzuraten, da die Firma Emagic von Apple gekauft und der PC-Support eingestellt wurde.

 

Will man überwiegend Audiomaterial aufnehmen ohne MIDI, so sollte die Recording-Software auf Audiospuren spezialisiert sein. Zwar kann man dies auch mit Cubase oder Logic realisieren, schießt aber damit womöglich übers Ziel hinaus. Ein sehr übersichtliches Programm ist Adobe Audition (früher Cool Edit Pro), das voll mehrspurfähig ist und zudem eine ganze Palette an Bearbeitungstools mitliefert bis hin zu Delay und Hall. Praktisch ist die Möglichkeit, alle aufgenommenen Audiospuren gleichzeitig auf eine Stereospur herunter zu mischen (Mixdown).

 

Mit dem High End-Programm Nuendo von Steinberg ist man in allen MIDI- und Audiowelten zu Hause und begibt sich in Richtung Profistudio, in dem auch 5-Kanal-Surround kein Problem ist.

Die Arbeit mit solchen Programmen steht und fällt mit der RAM-Ausstattung des PC. Je mehr Speicher, desto besser. Ansonsten muss das Programm bei großen Mengen an Audiomaterial ständig auf die Festplatte auslagern, was zu schneckenartigem Tempo bis hin zum Stillstand führen kann.

 


 

Soundkarte   top

 

Wer analoge Signale aufnehmen will, also etwa Gitarrensounds, kommt nicht umhin, eine hochwertige Soundkarte anzuschaffen. Denn es muss ja ein Frequenzsignal in ein Digitalsignal gewandelt werden, also eine Welle in Bits. Dazu muss der Eingangswandler der Soundkarte das Eingangssignal möglichst genau abbilden. Er sollte daher mindestens eine Bitrate von 20 haben. Bei der Aufnahme steht dann eine Bandbreite von 16 Bit zur Verfügung. Damit können 65 535 verschiedene Lautstärkestufen erfasst werden. Der Dynamikbereich reicht von -96 bis 0 dB. Der höchste Wert für die Wiedergabe eines digitalen Signals ist immer 0 dB, mehr geht nicht. Mehr als 0 dB kann eine CD nicht wiedergeben, sie hat im Gegensatz zu einer Audio-MC keinen Headroom. Dort kann man auch über 0 dB aussteuern und kommt erst langsam in den Bereich des gezerrten Signals hinein. Bei digitalen Aufnahmen wird bei mehr als 0 dB Aussteuerung der Clipping-Effekt eintreten, d. h. es knackt hörbar und unangenehm.

 

Wer digital aufnimmt, tut also gut daran, zunächst unter 0 dB zu bleiben. Ein Wert von -6 dB ist angemessen für das Rohmaterial einer Aufnahme. Je nach Qualität des Wandlers in der Soundkarte verliert durch die niedrigere Aussteuerung die Aufnahme 1-4 Bit, real sind also 12-15 Bit AD-Wandlung vorhanden. Damit können nur noch 4096 (bei 12 Bit) Lautstärkestufen abgebildet werden, also ein Qualitätsverlust. Der kann durch die höhere Bitrate des Soundkartenwandlers ausgeglichen werden. Eine 20-Bit-Karte interpoliert die Aufnahme wieder auf 16 Bit. Auf der ganz sicheren Seite ist man natürlich, wenn man eine Soundkarte mit 24-Bit-Wandlern einsetzt, die in der Regel auch mit einer höheren Abtastrate arbeitet. Die Terratec EWX 24/96 kann Klänge mit 96 oder 192 kHz samplen. Eine solche Karte reicht völlig aus für normale Recording-Anforderungen. Ebenso eine SoundBlaster Live von Creativ.

 

Andere Spezialkarten bedienen mehr die Aufnahme mit analogem Equipment, da sie mehrere Ein- und Ausgänge haben. Das ist aber, wie oben schon gesagt, nur sinnvoll, wenn man viele analoge Geräte hat und diese noch einmal über ein Mischpult führen muss (will). Solche Spezialkarten sind in der Regel als Audiokarten ausgelegt, d.h. sie haben keinen eigenen Soundchip zur Erzeugung von Klängen. Ich habe zum Beispiel eine Terratec EWS 88 MT, die 8 analoge Ein- und Ausgänge hat, denn ich komme ohne Mischpult nicht aus, da ich meine MIDI-Expander/Keyboards nicht komplett ausmustern will und oftmals auch mehre Instrumente (in einer Session) gleichzeitig aufnehme. Zu den High End-Karten in diesem Bereich gehört die LUNA II von Creamware.

 


 

ASIO   top

 

Wichtig für das Recording im MIDI- und Sound/Audiokarten-Verbund  ist der ASIO-Standard.

ASIO (Audio Stream/Input/Output) wurde von Steinberg entwickelt und ist ein plattformübergreifendes Mehrfachkanal-Audio-Übertragungsprotokoll, das von vielen Herstellern von Audio/MIDI Programmen verwendet wird. Es erlaubt diesen Programmen auf die Mehrfachkanalfähigkeiten einer grossen Zahl von Soundkarten zuzugreifen. ASIO 2.0 ist die aktuelle Version.

Das ASIO-Interface stellt eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung, über die Audio/MIDI-Programme Zugang zu allen verfügbaren Ein- und Ausgängen einer Soundkarte haben. Der Nutzer kann diese Ein- und Ausgänge nach Belieben für Aufnahme oder Wiedergabe mittels ASIO-kompatibler Software nutzen.

 

ASIO ist bewusst auf sehr niedrige Latenzzeiten (Verzögerungszeiten zwischen Anfrage und Ergebnis) ausgelegt - im Gegensatz z.B. zu DirectSound (oder noch älteren Windows API Soundschnittstellen). D.h. der Soundtransport/-zugriff über ASIO läuft schnell ab, und Ergebnisse sind sehr zeitnah an der Anfrage, typischerweise 2-7 ms. Das macht ASIO bei vielen HD-Recording- und Musik-Anwendungen nötig, da es hier darauf ankommt, auf Kommando möglichst sofort, also ohne hörbare Verzögerung, das gewünschte Ergebnis zu hören.

 


 

ADAT    top

 

Wer es ganz professionell will, kombiniert seine MIDI-Schnittstelle mit einem ADAT-Interface (Advanced Digital Audio Tape). Dieser Standard wurde einmal von der Firma Alesis ins Leben gerufen, um ADAT-Maschinen, also 8-kanalige DAT-Rekorder, miteinander koppeln zu können. ADAT-Gerät können mit Lichtwellenkabeln verbunden werden. Aus 8 Spuren werden so schnell 16 oder 24. Ein Gerät fingiert als Master, die anderen als Slaves. Ein ADAT-Kabel überträgt immer 8 Kanäle (statt 2 bei S/PDIF).

 

In professionellen Tonstudio ist dieser Standard erhalten geblieben, weil er einfach und widerstandfähig ist. Allein der Kabelsalat reduziert sich beachtlich. ADAT-Interfaces stehen als PCI-Karte mit ein oder mehreren Ein- und Ausgängen zur Verfügung, hinzu kommen ADAT-Wandler.  Bei möglichen 8 Ein- und Ausgängen (ab 350 Euro) stehen also 64 Kanäle zur Verfügung: internationaler Studio-Standard!

 

Es ist nur logisch, dass man bei so vielen Eingängen auf ein Mischpult verzichten kann (wenn man will), indem man seine analogen Signalquellen direkt anschließt und in die Recording-Umgebung etwa von Cubase SX einbindet. Durch das Direct-Monitoring geht das auch prima. Mit ProTools von Digidesign wird ein solches Konzept schon lange verfolgt. Allerdings hat es seinen Preis, da die Datenberechnung nicht im PC-Prozessor, sondern auf der ProTools-Karte mit sehr teuren DSPs (Digital Signal Prozessor) erfolgt.

 

Insgesamt ist die Soundkarten/Cubase-Variante für Amateurmusiker völlig ausreichend, weil preisgünstig, ohne dass man Qualitätsabstriche machen muss.

 


 

Aufnehmen2  top

 

Probleme bereitet das Aufnehmen im Heimstudio immer dann, wenn es um akustische Aufnahmen geht. Es ist auch unter Profis umstritten, wie man nun am besten Gesang oder Drums oder Trompete aufnimmt. Jeder Tontechniker hat da so seine Rezepte und schwört auf dieses oder jenes gut abgelagerte Mikrofon.

 

Fakt ist, dass Gesang tunlichst mit einem Großmembran-Kondensatormikrofon zu konservieren ist. Dynamische Mikrofone, wie sie auf der Bühne zum Einsatz kommen, verfärben die Stimme durch den so genannten Nahbesprechungseffekt, die Stimme wird im Bass angehoben und es kommt auch leichter zu Zisch- und Plopgeräuschen. Für ein solches Großmembran-Mikrofon kann man sehr viel Geld ausgeben, etwa für ein Neumann zum Monatsgehalt. Für uns Normalverbraucher reichen auch Exemplare von AKG, T-Bone oder Behringer.

 

Will man akustische Gitarren einspielen, so sollte man sich vielleicht die Anschaffung solcher Instrumente mit eingebautem Tonabnehmer überlegen wie man es etwa von Ovation kennt. Eine Konzertgitarre mit einem Shadow-Tonabnehmersytem gibt es zum Beispiel von der bekannten Marke Aria zu einem wirklich moderaten Preis. Ansonsten empfiehlt sich das Experiment. Es kann durchaus sein, dass in diesem Fall ein dynamisches Mikrofon mit Hypernieren-Charakteristik besser als ein Kondensatormikro klingt.

 

Schlagzeugaufnahmen sind wohl bei Homerekordern eher selten. Sie klingen auch in der normalen Zimmerumgebung nicht besonders toll. In Studios gibt es dafür spezielle Schlagzeug-Räume. Wenn´s denn sein soll, bringt es wohl mehr, wenn man sich ein digitales Drumset anschafft. In der Regel werden aber die Drums der MIDI-Software angesteuert, die im Grunde recht passabel klingen. Das Gleiche gilt für Piano- und Flügelsounds. "The Grand" von Steinberg kann man kaum selber besser aufnehmen.

 


 

Abhören   top

 

Wenn der PC das Tonstudio ist, dann sollten allerdings die üblichen PC-Lautsprecher nicht zum Abhören dienen. Die können noch so teuer sein, sie eignen sich nicht zur Beurteilung der Aufnahmen. Vor allem kommt es auf ein lineares Frequenzbild mit hoher Auflösung und eine gute räumliche Abbildung aller Instrumente an. Auch die Boxen der HiFi-Anlage reichen für unsere Studiobedürfnisse nicht. Man kommt nicht umhin, die Anschaffung von Studiomonitoren (Abhörlautsprecher) ins Auge zu fassen. Am besten nimmt man gleich Aktiv-Boxen (die erträglich teurer sind) etwa von ESI, Tannoy, Mackie oder Behringer, dann entfällt der zusätzliche Kauf eines Verstärkers. Empfehlenswert für kleine Räume sind so genannte Nahfeldmonitore, die in unmittelbarer Nähe zum Abhörenden stehen können.

 

Alternativ sind auch gute Studiokopfhörer möglich. Zwischen 100 und 200 Euro muss man schon anlegen. Entsprechende Modelle gibt es zum Beispiel von AKG oder Beyerdynamic.